Review: Supernova Plasmajets – Reign In Plasma

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Supernova Plasmajets – Reign In Plasma (CD – 2014)

 

Die Supernova Plasmajets sind eine seit 2010 existierende Band aus der Region um Mannheim. Es gab massig Umbesetzungen in der Band und seit einem Jahr sind sie nun eine feste Einheit.

Die EP umfasst sechs Songs. Zu Beginn liefert man vier Songs ab die alle sehr rockig sind. In eine Schublade kann man diese nicht stecken. Einerseits sind sie sehr Poprockig in Richtung Paramore, andererseits hört man auch 80er Hardrock Glam-/Hardrockeinflüsse a la Judas Priest oder Motley Crue heraus. Das erklärt auch warum die Band den 80er Hit „Maniac“ covert. Zum Abschluss der EP gibt es noch einen eigenen Song im akustischen. Musikalisch alles sehr gut gespielt und auch gesanglich aller erste Sahne! Gut durchdachte Erstveröffentlichung welche mehr erwarten lässt!

Review: The Baboon Show – Early Years 2005-2009

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The Baboon Show – the early years 2005-2009 (Kidnap Music / Plastic Bomb / Social Bomb – LP – 2014)

 

Fleissig ist die Baboon Show ja wie kaum eine andere Band! Jährlich ein neues Album und permanent im Tourbus. Volle Clubs, egal ob im Vorprogramm von Pascow oder alleine unterwegs. Doch was war eigentlich bevor der „Durchbruch“ mit ihrem Album Punkrock Harbour kam? Da gab es auch schon drei Alben und jetzt hat die Band ihre Liebligssongs aus alten Tagen zusammengepackt auf eine LP gepresst. Die meisten der Songs kennt man sicher von Livekonzerten. Ich selbst habe die Band erst 1x gesehen und das ist Jahre her und einige Songs kannte ich von der Show noch! Ein kleines Highlight ist das Accept Cover „I’m a rebel“. Hier wackelt neben dem Metalhead auch der Punker schön mitm Kopf mit. Für Sammler ist das hier ein Muss, für Späteinsteiger und auch Neueinsteiger sowieso, da die Songs (wenn überhaupt) kaum auf Vinyl zu finden sind!

Review: Gash – Demo CD

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Gash – Demo

Satanic Sleaze S&M Punk! WTF? Genau das war mein Gedankengang!
Das Demo umfasst gerademal vier Songs die richtig gut ins Ohr gehen. Gash spielen düsteren Punk. Klingt irgendwo zwischen Leftover Crack, Danzig, Misfits und Reagan Youth. Genau bei Reagan Youth spielt Sängerin Tibbie X Kamikaze Bass! Live hat die Band wenig Klamotten zu bieten, Lederpeitschen und viel nackte Haut. Satanic Sleaze S&M Punk! Genau das!

https://www.facebook.com/GASHOFFICIAL/info

Das Demo gibts >>hier<< über Reverbnation zum Download

Review: Keegan – Underdogs Are Go

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Keegan – Underdogs are go (CD – 2014- Finest Noise Releases)

Mit einer Wrestling Maske des mexikanischen Blue Demon macht das Artwork einiges her. Keegan spielen soliden Powerpop und die meisten Songs liegen zwischen zwei und drei Minuten. Klingt auch nicht verkehrt, bleibt leider nur nicht im Ohr hängen. Sehr gute Hintergrundmusik jedoch!

Review: The Apemen – I Got Soul

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The Apemen – I got soul (7“ – 1993/2014) – Mark Four Records)

 

Wer hätte weniger damit gerechnet dass diese 7“ doch jemals veröffentlicht wird? Knapp 20 Jahre war die KOMPLETTE Auflage (500) verschollen. Auf anderem Label wurden 2500 veröffentlicht. Aber könnte es zur Zeit für the Apemen besser laufen? Letztes Jahr, 9 Jahre nach der Trennung grosses Comeback auf dem Nauwieser Fest Saarbrücken. Manchen sah man die 9 Jahre nicht an, bei anderen hätten es 20 sein können, aber Bock hatten alle und es wurde Gas gegeben. Dieses Jahr wurde dann ein Livealbum aufgenommen (Release 2015) und jetzt findet Bassist Nuss aka Kommissar Kugelblitz diese 7“ im Internet und kauft sie komplett auf!

Zwei Songs, beide flott, eingängig und sehr gut! „I got soul“ auf der A-Seite und die B-Seite „Somebody help me“ legt die Messlatte keinen Müh niedriger. Ich bin auf neue Songs gespannt. Ich hoffe diese werden genauso frisch klingen wie die Klassiker!

Die 7“ ist übrigens nur direkt bei der Band erhältlich!

https://supr.com/ape-store

Review: Bloodwhore – First Blood

Bloodwhore

Bloodwhore – first blood (2014 – CD)

Lange hat es gedauert bis die Jungs vom Hunsbuckel endlich mal ein Album veröffentlicht haben. Es hab etliche Umbesetzungen. Neuer Sänger, der alte nur noch an der Gitarre, dazu ein weiterer neuer Gitarrist. Schnell haben sich die Jungs live gut eingespielt. Umso gespannter war ich auf diese Scheibe!

Beim ersten Track muss erstmal der richtige Sender gefunden werden bis dann Bloodwhöre erklingen. Schlichter Schlagzeugbeat, fette Gitarrensoli und Sänger Lars (Pere nennt man ihn, reicht auch) röhrt richtig geil los! Das macht richtig Bock! Neben den neuen Songs sind auch die Klassiker hier vertreten und neu eingespielt. Da halten die alten Demos nicht mit! Das hier klingt (nicht nur von den Aufnahmen her) wesentlich geiler!

Bei dem nach an den Bandnamen angelehntem Song gibt es massig Liebe! Irgendwo hat das ganze was von einem Vertonten Splatterfilm. Leider sind nur zehn Titel auf dem Tonträger vertreten.

Der Trashmetal der alten Schule macht richtig Laune! Legt euch das Teil zu, vielleicht schaffen es die Jungs ja mal wieder ins Saarland!

 

Sehr schade ist dass die Band schnellstmöglich einen neuen Gitarristen sucht. Stefan (bitte schreibt in die nächste Scheibe eure Künstlernamen/Rufnamen, die sind viel geiler) aka Austin Rawstin muss aus beruflichen Gründen die Band verlassen. Er hat nicht nur als super Gitarrist die Band weiter gebracht, sondern ist auch ein super geiler Typ der einen immer zum Lachen bringt! Ich hoffe er verliert bald seinen Job wieder und kann sich seiner wahren Liebe widmen: Lars, Alex, Patrick und Chris aka BLOODWHÖRE!

Anhören könnt ihr das ganze hier:

http://bloodwhore.net/

Review: Unity – Bloody Days

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Unity – bloody days (LP, 1989/2014, Kidnap Music)

Unity sind ein Urgestein in Sachen Hardcore! Hier spielte Joe Foster vor seiner Zeit bei IGNITE Gitarre! Eine Schande dass ich die Band noch nicht kannte!

Im Original besteht die Songs aus der Debut EP und sechs weitere Songs wurden neu eingesungen. Besonders positiv fallen die großartigen Melodien auf, speziell der Opener „sound and sight“ geht nicht mehr aus dem Ohr.

Das Original ist lange vergriffen und die Neuauflage wurde mit 300 türkisen und 700 schwarzen Platten neu aufgelegt. Dazu gibt es einen Downloadcode, Poster und ein neues Textblatt. Zu guter Letzt wurde das Teil auch noch Remastert!

Und jetzt legt euch das Teil zu bevor es wieder ein viertel Jahrhundert (!!!) zu einer Neuauflage dauert!

Review: Adrian Weiss – Easy Game

Adrian Weiss –  Easy Game (CD – 2014)

Adrian Weiss spielt zusammen mit Lars Zehner und Marcel Willnat instrumentalen Rock, stellenweise auch Metal. Wenn man auf ein so wichtiges “Instrument” wie die Stimme verzichtet hat man eine grosse Lücke zu füllen. Vielleicht achte ich als Sänger besonders darauf, aber leider hören sich alle zwölf Songs an als wäre der Gesang vergessen worden. Klare Strukturen weisst dieses Album auf und die ganze Zeit warte ich auf den Einsatz des Sängers. Zugute muss man ihm halten dass er im Booklet kurz etwas zu seinen Liedern schreibt.

 

Review: Epic Problem – Lines

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Epic Problem – Lines (CD – Longshot Music, Rebellion Records, & Rebelsound Music)

Diese EP mit vier Songs hat es gewaltig in sich. Jeder Song ein Hit! Und irgendwie erinnert die Band an the Beltones. Scheint ein sehr grosser Einfluss zu sein, drum Covert man gleich auch einen ihrer Songs!

Die Qualität der Songs ist so gut, dass sie sich nicht hinter der alten Band des Gitarristen verstecken muss. Er spielte in den 80ern bei BLITZ!

Richtig fette Band, auch live! Hier das passende Musikvideo:

Review: Kitt Wolkenflitzer – Vom Aufstehen und Stehenbleiben (LP)

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Kitt Wolkenflitzer aus Oldenburg machen keinen Hehl daraus, wo bei ihnen die Reise hingeht. Turbostaat, Captain Planet und Disco//Oslo werden als Vergleichsgrößen genannt. Das ist sicherlich zutreffend. Einen Innovationspreis gewinnt die 2010 gegründete Band damit sicherlich nicht, aber das muss sie auch nicht. An vorgenannten Bands, dazu noch die Rachut-Connection genommen, kann man sich eigentlich nie wirklich satt hören. Kluge Gedanken, etwas Provokation, zynische Texte, das wirkt auch bei den zehnten Epigonen noch genauso. Kitt Wolkenflitzer sind nicht besser noch schlechter als andere vergleichbare Größen. Wer die vorgenannten Bands mag, sollte hier zugreifen, zumal die LP nett aufgemacht ist. Wer die Katze nicht im Sack kaufen möchte, kann sich ja erstmal die EP Alltagsstürme laden, die es bei Bandcamp fürn Appel und n Ei (oder kostenlos) gibt und die drei Lieder des Albums enthält. Insbesondere Möchtegernpunk ist ein super Song.

Das Vinyl kommt über Antikörper-export, ist aber auch über Bandcamp erhältlich.

GaS Goes Rock am 11. Oktober 2014 in der Aula des Gymnasium am Steinwald (Neunkirchen)

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Am 11. Oktober 2014 war es endlich wieder soweit: die dritte Ausgabe des GaS goes Rock wurde in der Aula des Steinwald-Gymnasiums ausgetragen. Ganze sieben Bands bestritten das Programm von 16 bis 24 Uhr. Der Erlös der Veranstaltung kam diesmal an die Elterninitiative krebskranker Kinder im Saarland e.V.. Leider erfolgte wie in den Jahren zuvor wieder der Getränkeausschank über ein Bon-System. Zudem gab es wohl auch Probleme mit dem Faß. das war, so viel sei vorweg genommen, auch mein einziger Kritikpunkt an der Veranstaltung. Die Organisation war top, das Catering von Saarbucks war super. Nett war auch die Tombola. Leider gewann ich keine Underground-CDs oder das begehrte The Day We Fall-T-Shirt, sondern musste mich mit zwei Außenthermometern, einem Brillenetui, einem Adventskalender in Buchform und ein paar weiteren Kleinpreisen zufrieden geben. Aber ist ja für den guten Zweck. Da machte es auch nichts, dass ich auf der Gästeliste vergessen wurde…

Monkey on Fire (320)

When We Collide, die das Festival eröffneten, habe ich leider verpasst. Tatsächlich betrat ich erst gegen Ende des Sets von Monkey on Fire die Location. Die Band sprang als Zweitplatzierte des Band-Contestes für die Ska-Band Greedy Bees ein, die leider aus privaten Gründen kurzfristig absagen mussten. Konnte mir leider keine wirkliche Meinung über die noch recht junge Band bilden, da die beiden Stücke nicht dafür ausreichten. Man musste leider konstatieren, dass der Besucherandrang nicht ganz den Erwartungen entsprochen hat. Gegen Ende des Abends füllte sich die Halle dann noch ein bisschen, aber richtig voll wurde es nicht. Lag vielleicht daran, dass die großen Namen an diesem Tag fehlten. Es ist aber wirklich schade, wenn eine solche Veranstaltung, die einen hohen Planungsaufwand erfordert und die von Schülern organisiert wurde, nicht auf höhere Resonanz stößt. Man erlebt eigentlich selten eine Veranstaltung, die so gut organisiert ist und bei denen sich die Bands sichtlich wohl fühlen.

Me in a Million (23)

Me in a Million waren danach für meine Ohren die schlimmste Band des Festivals. Eine Schande, dass sich sowas “Post-Hardcore” nennen darf und damit in das gleiche Genre fällt wie die Götter von Fugazi. Alleine ihre Info auf der Facebook-Seite, wohlgemerkt in Englisch verfasst, sprechen Bände: ME IN A MILLION are exactly the band that stands out from the masses and unites overwhelming potential, mighty sound and perfect songs to take the post-hardcore scene by storm in 2014. With their powerful breakdowns, soulful vocals and distinctive choruses there is no mistaking why this six-piece from south-western Germany attracts a global audience. Genau, schlapper Emocore mit cleanen Vocals und schlechten Growls, ein paar Pop-Melodien und genug Geld in der Tasche, um in den USA ein mittelprächtiges Album aufzunehmen, trifft es da wohl eher. War aber auch noch nie meine Musikrichtung. Jaja, Bandschlächter mal wieder. Ich wurde auch öfter darauf angesprochen an diesem Abend. ich bin weiterhin der Ansicht, dass es keine objektiven Livereviews geben kann. Deshalb formuliere ich frei Schnauze und da wird es ab und an etwas hart. Mir geht es nicht darum, Bands zu grillen. Ich meine, die paar Leute, die diesen Bericht lesen werden, können mir zustimmen oder mich hassen. Wenn eine Band aber dermaßen Egoprobleme hat, das sie sich einen solche Selbstbeweihräucherung auf ihre Facebook-Seite klatschen muss, dann ist sie selbst schuld. Beim Publikum kam das Geschrammel aber wohl ganz gut an. Live hat die Band auch sicherlich ihre Qualitäten. Sie konnten ihr Publikum gut animieren und waren sicherlich auch die bewegungsfreudigste Band auf der Bühne. An dieser Stelle übrigens Props an den Moshpit, der wirklich bei jeder Band auflief. Eine wirklich schöne Sache und sicherlich für die Bands super!

Indelicate (71)

Indelicate aus Völklingen war die nächste Band und zum ersten (und auch letzten) Mal betraten zwei Damen die Bühne. Pinky, leicht erkennbar an ihren “pinken” Haaren und Gitarristin Anuschka teilten sich die Vocals. Wobei Hauptsängerin Pinky ganz klar den Job als Frontröhre an sich reißt und mit ihren Ansagen das Publikum ganz gut zu unterhalten weiß. Punkrock mit Rockanleihen gab es auf die Ohren. Schönes, gut durchdachtes Songmaterial. Ausgerechnet die Vocals von Pinky sind mir aber zu Rockröhren-mäßig. Aber das ist eine reine Geschmacksfrage, die Band kommt jedenfalls ziemlich professionell rüber. Der Wechselgesang ist sicherlich ein gutes Markenzeichen, alleine etwas rotziger dürfte es meiner Ansicht nach schon sein. Am Besten kam der Song F*ck You an, bei dem auch kräftig mitgesungen werden durfte. Schulaula? Egal! Kunst darf vieles. Den Gig beendete Indelicate mit dem Beatsteaks-Cover Let Me In, bei dem die Band das Publikum aufforderte in die Hocke zu gehen und in Beatsteaks-Manier danach komplett auszurasten. Seis drum, Beatsteaks waren schon immer eine beschissen überbewertete Band. Mir gefiel das eigene Songmaterial jedenfalls wesentlich besser. Normalerweise covern Indelicate wohl auch nicht, so sei es ihnen verziehen.

Stereo Dynamite (8)

Stereo Dynamite aus Freiburg standen als nächstes auf der Bühne. Mit ein paar Line-up-Problemen hatte die hardcore-Punk-Band zu kämpfen, denn ihr Bassist fehlte wegen einer Handverletzung und musste ersetzt werden. Das Aushilfsbasser Hanni erledigte aber einen sehr guten Job. Musikalisch handelt es sich laut Facebook-Info um Hardcore. Kann ich nicht ganz nachvollziehen, eher würde ich die Mucke als melodischen Punkrock (nicht: Melody-Core) beschreiben oder man nimmt Post-hardcore als Kategorie, weiß nicht. Sicherlich bis dahin die beste Band. Los ging es mit einem 1980er-Jahre-Intro The Heat Is On, falls das noch jemand kennt. Danach folgten dann Stücke von ihrer kostenlos erhältlichen EP (>>>>hier downloaden<<<<) und ihrem demnächst erscheinenden Debütalbum. DIY-Punk ohne Starallüren. gegen Ende des Gigs kam es sogar zu einer niedlichen version der Wall-Of-Death, an der sich auch die Sängerinnen von Indelicate beteiligten (siehe Fotos unten). Toller Auftritt! Anschließend verschenkten sie am Merch-Stand noch einige Print-Exemplare ihrer EP.

Johnboy (12)

Auf Johnboy hatte ich mich sehr gefreut. Doch der Auftritt des Trios stand unter keinem guten Stern. Sänger und Gitarrist Dom war stark erkältet und eröffnete gleich zu beginn, dass er nicht wisse, ob er den Auftritt wie geplant absolvieren könne. Sie hätten aber unter keinen Umständen absagen mögen. Und so ging es dann auch erstmal los und zunächst schien es auch gar nicht groß aufzufallen, doch spätestens ab dem dritten Lied bemerkte man die Schweißperlen auf der Stirn und auch die Stimme nahm gelegentlich einen Motörhead-knarzigen Klang an, der aber ausnahmsweise wohl nicht gewollt war. Fieberhaft suchte man Songs zusammen, die man spielen konnte, ohne dass man Doms Stimme zu arg strapazierte. Tatsächlich ertönte der Heavy-Rock dann auch noch eine ganze Stunde. Für das Publikum und auch für die Band zwar sehr unterhaltsam, aber leider auch nicht unbedingt gesundheitsfördernd. Ich muss sagen, ich fand den Auftritt ziemlich gut, bin sowieso ein großer Johnboy-Freund. Ich denke auch, dass die meisten gar nichts bemerkt hätten, wenn Dom nicht immer wieder betont hätte, wie dreckig es ihm geht. Klar, natürlich merkte man, das etwas nicht stimmt. Aber wer nicht so ganz mit dem Material des Trios vertraut ist, weiß ja auch nicht, wie sich der Gesang normalerweise anhört. Rein musikalisch gab es keine Aussetzer, dafür ist die Band Profi genug. Der Auftritt war für das Publikum sicherlich sehr unterhaltsam, sogar ein paar Zugaben durfte Johnboy noch spielen. Vielleicht hätte die Band aber den Auftritt doch besser abgesagt, schließlich kann sowas auch übel ausgehen. Ich war jedenfalls ganz froh, dass mich Dom beim T-Shirt-Kauf nicht noch angesteckt hat…

Steak number Eight (44)

Was danach kam, war schlicht unfassbar. Steak Number Eight bliesen mich mit ihrem scheppernden, monotonen, aber auch atmosphärischen Doom-Sludge-schlag-mich-möglichst-langsam-tot-Sound einfach weg. Die Bühne war in dichten Nebel gehüllt, das Kreischen des Sängers peitschte nach vorne. Fast schon angsteinflößende Atmosphäre durchstrich die Aula und wer sich fragte, ob bei Indelicate die Songzeile “Fuck You” im Schulkontext angebracht war, wird wohl hier nur noch mit dem kopf schütteln. Das taten dann auch einige Leute bereitwillig, wenn jedoch auch eher im positiven, also headbangenden Sinne. Drei Alben hat die noch recht junge Band bisher auf die Menschheit losgelassen. Drei Alben, die es offensichtlich in sich haben. Eine erstaunliche Band, sehen die Musiker doch gerade mal aus, als seien sie vor kurzem erst der Pubertät entsprungen. Zusammen mit StereoDynamite das Highlight des Abends. Rund eine Stunde musizierte die Kapelle, bevor eine Feedbackorgie den Auftritt und damit auch das Festival beendete. Zugaben gab es keine.

Fazit: Ein wunderbares Festival, top organisiert, gut durchgeführt, mit interessanten Bands und frischen Ideen. Leider weniger Besucher als letztes Jahr, aber ich hoffe, das schreckt die Organisatorin nicht ab. Ich freue mich jedenfalls schon auf das nächste Jahr!

Review: No Exit / The Bermones – Punk sei Dank!

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No Exit / The Bermones – Punk sei Dank! (Puke Music – 2014 – CD)

Zu Beginn haben No Exit alte Songs ausgegraben. “Aufpassen”, “Fahnen”, “Merlins Enkel”, “Partysong”, “Regina” und “Paula”.
Schneller, böser Deutschpunk. Wohoohooo’s und simpele Strukturen. Zu dieser Band braucht man wenig zu sagen, da No Exit glaub ich in jedem Jugendzentrum schon hoch und runter gelaufen sind, oder?!

The Bermones beginnen ihre Hälfte dieser Split EP mit ihren sechs von den insgesamt zwölf Songs.
Gerne machen die Berliner aus Hits ihre eigenen Songs. In diesem Fall nehmen sie einen the Offspring Hit und zaubern ein Lied über sich daraus. Erst habe ich im Refrain “Silbermond – beste Band” verstanden und gleich für ein lyrisches Meisterwerk empfunden. Anstelle von Silbermond singen sie jedoch Bermones was erst beim genauen zuhören auffällt.
Der zweite Hit ist eine Eigeninterpretation von Udo Jürgens “Geradeaus”. “Winterzeit” ist Bad Religion’s “Punkrock Song” mit eigenem Text. Kann was!
“Frühstücksei”, “Berlin” und “Punk” sind eigene Songs. Schell, in deutsch und auch ganz lustig.

Diese Split macht durchaus Spass und man kann sie sich bedenkenlos auch mehrfach anhören!

Review: Kein Bock Auf Nazis Sampler

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KBANKein Bock Auf Nazis (CD – 2014)

Der diesjährige Kein Bock auf Nazis Sampler ist wieder voll mit ganz großen Namen.
Den Anfang machen die Donots mit ihrem deutschen Song “Das Neue bleibt beim Alten”. Ungewohnt dass die Jungs deutsch singen, aber wie bereits bei Schrappmesser steht das Herrn Ingo gut! Kann mir aber nicht vorstellen wie ein ganzes Album der Ibbenbürener auf deutsch klingen würde. Ein weiterer deutscher Punkopa folgt: die Ärzte! Ich bin kein grosser Fan der Berliner, doch deine Schuld ist ganz Ok und motiviert das etwa 10 Jahre alte und trotzdem nicht unaktuelle Lied zur Veränderung. Dann Beatsteaks. Joa, nicht mehr so geil wie früher, mir zu weiche Seiten werden angeschlagen. Nach der “Living Targets” war ich raus, das Feuer erloschen. Im Ansatz jedoch nicht verkehrt und im Hintergrund kann man es laufen lassen.
Marteria habe ich noch nie gehört. Die Nordlichter spielen Elektro. Nicht so meins…
Nummer Fünf sind Die Toten Hosen aus der Modestadt Düsseldorf. Mit “Europa” haben sie den lyrisch relevantesten Text ihres aktuellen Albums “Ballast der Republik” für diesen Sampler ausgewählt. Klingt sehr dramatisch und ist sehr langsam, passt jedoch vollkommen und hat nichts mit Popmusik zu tun! Und weil Düsseldorf so schön ist setzt man die Broilers hintendran. Den Gesang muss man mögen, aber rein textlich auch ganz gross!
Kraftklub sind aktuell sehr gefragt. Gut dass die Jungs ihren Fame für solche Projekte nutzen und Flagge zeigen. Die Chemnitzer (einst Karl-Marx Stadt genannt) haben sich den Panda-Kollegen Cro genommen und mit “Songs für Liam” eine gute Nummer hingelegt.
ZSK hatten ja eine mehrjährige Pause in der sie nicht auf der faulen Haut gelegen haben. Klar fehlen sie nicht auf diesem Sampler, immerhin haben die Jungs das “Kein Bock auf Nazis” Projekt erst möglich gemacht. Alerta Alerta “Antifascista” zeigt auch nochmal Flagge! Guter Song auch hier! Und aus Hamburg haben auch die Muschelschubser von Fettes Brot eine live Version des Klassikers “Schwule Mädchen” von ihrem Livealbum beigesteuert! Immer gute Laune bei den Jungs.
Deichkind verstehe ich nicht so wirklich. Um die 2000 fand ich die mit “Bon Voyage” noch ganz cool. Damals war es noch HipHop. Aber mit dem Elektro komm ich nicht klar…
Irie Révoltés bringen auch Abwechslung mit auf den Sampler. Irgendwo zwischen den Genres spielen sie sich nicht erfolglos durch. Aber 100% “Antifaschist” sind sie immer und bringen aktuelle Themen hier zu Tisch.
Jupiter Jones, die Kinder aus der Eifel… früher permanent im Saarland in Jugendzentren gespielt, aber dieser Punk kam nie bei mir an. Zu Hart für die weichen Töne bei mir und zu schwach für die Harten… Aber mit diesem Song sind sie “bereit für den Aufstand”!
Jan Delay hat ja schon alle Musikrichtungen durch. HipHop, Punk, Pop,… der Udo Lindenberg der Neuzeit ist vielfältig und Freund seiner Heimatstadt St. Pauli! Wizo hatte jeder mit 12 schon gehört, quasi die Einstiegsdroge in Sachen Punk und mit dieser Attitüde bringen sie viele Kids früh auf die richtige Spur.
Terrorgruppe waren neben den Hosen die Helden meiner Kindheit. Diese selbstironische Art macht richtig Laune und immer voll auf die Zwölf! “Doktor, Doktor” ist vom Fundamental Album. Leider ist dieses absolut unterbewertet. Sollten viele mal öfter hören!
Von the Forum Walters habe ich leider bisher nie gehört. Das erste englische Lied auf diesem Sampler und es erinnert mich irgendwie an Strassenjungs vom musikalischen her!
Slime – “sich fügen heisst lügen”. Auch vom aktuellen Album. Ich finde es schade wenn Bands keine eigenen Texte herbringen und dann ein ganzes Album nutzen um Texte eines anderen zu vertonen. Musikalisch nichts auszusetzen.
Anti Flag sind wie die oben erwähnten WIZO eine Einstiegsdroge im Punkrock und betonen auch gerne ihre politische Richtung. Richtig gut! Und weil Justin Sane so schön singt haben die Berliner Radio Havanna ihn als Stargast auf ihrem Song “Flüstern, Rufen, Schreien”!
Den Schluss machen the Gogets aus Österreich. Guter, englischsprachiger Punk!

Ermöglicht wurde der Sampler von ver.di, IGM, GEW, attac, OHL und DGB jugend. Kostenlos gibt es die CD an Kein Bock auf Nazis Ständen auf coolen Konzerten und Festivals. Lest euch mal in das Thema rein wenn nicht bereits geschehen! Grade im Raum Zweibrücken/Kusel finden viele Events der Gruppe statt!

www.keinbockaufnazis.de

Review: Speedozer – Supercharger

Speedozer-Supercharged

Speedozer – Supercharger (Zodiac Killer Records – 2013 – CD)

Bäm! 20 Minuten, 13 Songs! Ist das hier der junge Bruder von ZEKE? Gut möglich!
Rein textlich haben die Belgier recht wenig zu sagen und auch nichts neues. Müssen sie aber auch nicht.
Wer auf die neuen, langweiligen Platten von Peter Pan Speedrock keinen Bock mehr hat und nicht auf eine vielleicht in 10 Jahren erscheinende ZEKE Platte warten möchte sollte geneu JETZT Speedozer Fan werden!

Review: The Bermones / No Exit – Punk sei Dank!

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The Bermones / No Exit – Punk sei Dank! (Puke Music – 2014 – CD)

The Bermones beginnen diese Split EP mit ihren sechs von insgesamt zwölf Songs.
Gerne machen die Berliner aus Hits ihre eigenen Songs. In diesem Fall nehmen sie einen the Offspring Hit und zaubern ein Lied über sich daraus. Erst habe ich im Refrain “Silbermond – beste Band” verstanden und gleich für ein lyrisches Meisterwerk empfunden. Anstelle von Silbermond singen sie jedoch Bermones was erst beim genauen zuhören auffällt.
Der zweite Hit ist eine Eigeninterpretation von Udo Jürgens “Geradeaus”. “Winterzeit” ist Bad Religion’s “Punkrock Song” mit eigenem Text. Kann was!
“Frühstücksei”, “Berlin” und “Punk” sind eigene Songs. Schell, in deutsch und auch ganz lustig.

No Exit haben alte Songs ausgegraben. “Aufpassen”, “Fahnen”, “Merlins Enkel”, “Partysong”, “Regina” und “Paula”.
Schneller, böser Deutschpunk. Wohoohooo’s und simpele Strukturen. Zu dieser Band braucht man wenig zu sagen, da No Exit glaub ich in jedem Jugendzentrum schon hoch und runter gelaufen sind, oder?!

Diese Split macht durchaus Spass und man kann sie sich bedenkenlos auch mehrfach anhören!

Review: Clarence Needs Glasses – s/t (EP) – Mistletree Records

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Das Clarence besser eine Brille benutzt hätte, wissen alle Daktari-Fans. Clarence Needs Glasses ist eine junge Punkband aus dem nicht gerade für Punk bekannten pfälzischen Städtchen Rodalben. Zwei Mitglieder spielen ebenfalls bei der Punkband mit dem seltsamen Namen Flötus Flötus & Bimbes Bimbes, die sich 2011 aufgelöst haben. 2013 wurde Clarence Needs Glasses gegründet, die das Jahr vor allem mit dem Schreiben von Songs verbracht haben. Die Lieder sollen Herzblut und Leidenschaft enthalten, aber auch eine Prise Humor. Am 16. Mai 2014 hatte die Band ihr Livedebüt im Hobbitkeller zweibrücken. Kurz darauf wurde ihr erstes Demo aufgenommen. Nicolar Reichert (ex-Enraged by Bauty) produzierte die vier Songs in seinem Studio. Überraschemnd kam dann ein Deal mit Mistletree Records zustande, die das Demo nun in einer Auflage von 200 Stück herausbringen. Geboten wird schneller, harter Punkrock mit einem Schuss Humor. Nichts weltbewegend neues, aber gut gemacht. Leider mit unter 10 Minuten arg kurz ausgefallen, aber schön rotzig.

Das Demo wird am 11. Oktober 2014 feierlich auf einem Konzert im Pirmasenser Saalbau veröffentlicht. Schön: auch Fuck, Wolves! und Hanøver Fist feiern an diesem Abend ihre Releaseparty. Alle Infos hier.

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Wanderreigen und Reysswolf am 2. Oktober 2014 in der Stummschen Reithalle

Wanderreigen (54)

Das wird ein hartes Review, für mich und wahrscheinlich auch für die Leser. Da mich Benny persönlich eingeladen hat, versuche ich keinen Verriss zu schreiben, obwohl das musikalisch sicher nicht mein Abend war. Mittelaltermucke finde ich eigentlich schon seit etwa 15 Jahren für ziemlichen Mist, obwohl man ja als Szenegänger natürlich nicht davon verschont wird. Überall trifft man auf Dudelsäcke, Schalmeien und Sackbeutel oder wie der ganze Sch… heißt. Aber ich wollte dem Erfolg nicht im Weg stehen und entschied mich dann doch hinzugehen. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte. Nochmal: Ich halte nichts von “Objektivität”, Livereviews sind meines Wissens immer subjektiv und von den Launen des Schreiberlings abhängig. Ich will niemanden verletzen, wer Mittelaltermusik generell mag, sollte vielleicht nicht weiterlesen, auch wenn ich mir, wie geschrieben, alle Mühe gebe, niemanden zu verreißen. Bilder gibts unten, sind ein paar Schöne dabei.

Reysswolf (25)

Reysswolf aus Regensburg eröffneten den Abend. Die Band um Ex-Ingrimm-Sänger Fenris Wolf (Stephan Zandt) hatte gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen. Kurz vor dem Konzert fiel nämlich ihr Gitarrist aus. Glücklicherweise konnten sie mit Patrick Ried (seinen dämlichen Künstlernamen habe ich vergessen) veritablen Ersatz finden. Dann reagierte das Publikum zunächst verhalten, doch fenris konnte die Mannen (und Frauen) dann doch noch dazu bewegen, einen Schritt nach vorne zu machen. Musikalisch handelt es sich bei Reysswolf wohl um typischen Mittelalter-Metal mit Dudelsack. Eine durchaus sympathische Band, die viel Spaß auf der Bühne verbreitete und sich auch von einem Klugscheißer, der ihnen erklärte, dass das Mittelalter um 1500 endete, nicht aus der Reserve locken ließ. Interessiert doch kein Schwein, wer bei einem Mittelalter-Metal-Konzert ernsthaft historische Authentizität erwartet, bei dem ist sowieso alle Hoffnung verloren. Dementsprechend gaben sich Reysswolf auch keine Mühe auch nur irgendwie zu versuchen, etwas authentisches zu vermitteln. Schön war definitiv Wolf in der Nacht, eine deutsche Version von Ozzys Shot in the Dark und für mich eigentlich auch das einzige Highlight des Abends. Leider hatte die Band danach arge Soundprobleme und die letzten Lieder hörten sich gar furchtbar an. Eine Zugabe durften die Mannen auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Person, ach nee, Moment, das war deren Gag, auf vielfachen Wunsch auch noch spielen. Durchaus sympathische Band. Das neue Album Alpha erschien wohl einen Tag später und war noch nicht käuflich zu erwerben, nur die Promo-EP Wahre Worte. Auf beiden ist Wolf in der Nacht nicht enthalten.

Wanderreigen (50)

Nach kurzer Umbaupause trat dann Wanderreigen. Klar, ein Heimspiel für die seit 2007 existierende Band und somit leichtes Spiel. Etwa 100 Mannen und Frauen dürften dagewesen sein, um das einzig verbliebene Originalmitglied Benny Setz und sein Gefolge zu bewundern. Für jeden, der Benny kennt, weiß, was das bedeutet. Auf der Bühne ist der Gitarrist und Sänger eine ziemliche “Laberbacke”. Seine Ansagen bewegen sich meistens irgendwo zwischen ausufernd und peinlich. das weiß er auch glaube ich selbst. Für Nicht-Eingeweihte mag das befremdlich wirken, die Fans mögen das wohl. Um aber auf fremden Konzerten die Massen zu überzeugen, wäre vermutlich weniger mehr. Etwas mehr “straight to the point” täte der Chose gut, denn dann würden die Konzerte auch nicht so lange dauern. Auch Anekdoten, wie das einer aus dem Publikum seine Chefin auf dem Paketband zu den Klängen von Wind of Change knallte, wären ohne Einspieler wie Take me to the magic of the moment on this glory hole vermutlich auch tatsächlich witzig. Eins von bennys Statements aber kurz zusammengefasst: in ein paar Tagen beginnt die Vorproduktion des Ratten und Rum-Nachfolgers. Eine Ballade, gesungen von Jan Friedrich, wird wohl auf dem Album sein.

Wanderreigen (60)

Für ihr Heimspiel haben sich die Reigen ein paar nette Sachen einfallen lassen, aber ich nehme an, dass dies bei anderen Shows ähnlich abläuft. Richtige Überraschungen gab es nicht, wenn auch Hellowed-Frontmann Oliver zwei Songs stimmlich begleiten durfte. Eine weitere Überraschung war der bandeigene Rum, der zum ersten Mal zum Verkauf und Verzehr bereits stand. Zudem gab es interessante Getränke-Specials: Odin-Bier, Erdbeer- und Kirsch-Porter. Lecker! Musikalisch sind Wanderreigen heuer im Medieval- bzw. Folk-Metal zu verorten. Mit verschiedenen Querflöte, Rauschpfeife, Dudelsack, Drehleier, Schalmeien und Nyckelharpa (keine Ahnung, ob die das alles dabei hatten, bin da kein Experte) ausgestattet, kommen ausreichend “authentische” Instrumente zum Einsatz. Musikalisch nicht so mein Bier. Etwas “objektive” Kritik sei aber erlaubt: die Songs sind (vor allem live) viel zu überladen, so dass Benny ständig gegen alle Instrumente anschreien muss. Der Hörer, zumindest der nicht mit der Band vertraute, so wie ich, hört oft nur einen Soundbrei und kann die Strukturen kaum ausmachen. Alle Instrumente werden perfekt gespielt und harmonieren miteinander, aber die Songs zünden nicht, zumindest nicht so, wie man es erwarten sollte. Den Anhängern war das egal, die Band wurde abgefeiert. Es wurde getanzt, mitgesungen und bejubelt. Etwas seltsam Zurück zu dir, eine Ballade im Silbermond-Stil (“Was Silbermond kann, können wir schon lange”). wenn man solche Bands aber eigentlich verabscheut, warum macht man dann Lieder in dem gleichen Stil?

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Highlight für mich war Lord of the Dance, das noch ganz gefällig war. Die restlichen Lieder gaben mir nichts. Für die Fans waren sicherlich Rum & Ratten, bei dem es einen kleinen Rumausschank gab und das infantil-pubertäre Bombomstand, bei dem sich ein Bandmitglied nicht zu schade war, mit Styroportitten durchs Publikum zu laufen, die Highlights des Abends. An dieser Stelle war dann endgültig für mich die Grenze der Peinlichkeit überschritten. Aber gut, das gehört vermutlich in dem Genre hinzu. Das weiß ich, seit Subway to Sallys Sänger Eric Fish auf dem St. Wendeler Stadtfest vor der Jahrtausendwende dem versammelten Publikum bei einem Handstand seinen Dödel präsentierte.

Wie gesagt, nicht böse sein, es ist nicht meine Welt. Der Abend war für Fans der Band sicherlich unterhaltsam, zwei Frauen waren sogar aus dem fernen Bonn angereist, um Wanderreigen zu sehen. In der saarländischen Szene haben Wanderreigen sicherlich ihre Berechtigung und werden noch die ein oder andere Party feiern. Vermutlich ohne mich.

Review: Neonschwarz – Fliegende Fische

AL218 Neonschwarz - Fliegende Fische Cover Web

AL218 Neonschwarz - Fliegende Fische Cover WebEs gibt nur noch wenige Alben, die mich hinter dem Ofen vorlocken und auf die es sich lohnt zu warten. Seit On a Journey bin ich Fan der Hafentruppe Neonschwarz um den Politrapper Johnny Mauser, den bekennenden Hedonisten Captain Gips, die bezaubernde Marie Curry, deren Stimme von Lied zu Lied mehr Ausdruckskraft erhält, sowie Neuzugang Spion Y. Ihre erste EP Unter’m Asphalt der Strand, noch ohne Spion, habe ich rauf und runter gehört. Anschließend hab ich mir alles von den Crewmembern besorgt, aber wurde immer wieder enttäuscht. Insbesondere die Soloalben von Mauser und Gips fand ich eher mau, zu wenig Politik, zu viel belanglose Texte. und unlängst wollte auch Trouble Orchestra nicht richtig ins Ohr gehen. Umso schöner nun diese Veröffentlichung.

Die Schwizzys haben sicherlich eins drauf gelegt und holen linken Rap aus seiner Isolation heraus, in den sie die Kanalltüten von Anarachist Academy damals reingesteckt haben, mit ihren doch eher platten Texten und fragwürdigen Disstracks, in denen die Nasenlänge von Prominenten als Vergleich herhalten musste und man Kool Savas erklärte, er sei kein echter Arier ([1]). Natürlich auch Neonschwarz geht auf Angriff, zum ersten Mal auch mit Disses gegen Fler, gegen Samy Deluxe und gegen Harris. Hier auch meine Lieblings-Punchline: Deutschrap ist kacke und macht einen auf national. Fler, deine blauen Augen machen dich so sentimental. (…) Ihr seid so wie Burschis – anfechtbar. Ey, guck mal unsere Homies – Punkrapstars. Eure Leute hören Samy und Harris, unsere fliegen wie Fische und feiern Bomber Harris. Raus aus der Nische, rein in die Kampfzone.

2014 kommt kämpferisch, zeigt die Parallelen zwischen Rostock-Mölln-Solingen und heutigen Gewalteskapaden der Neonazis auf. Auch die Bürgerliche Mitte wird aufgerüttelt und angegriffen, die Flüchtlingspolitik insgesamt und bei Unser Haus, das sich mit der Wohnungsnot und Hausbesetzung beschäftigt, wird dann auch der gute Rio zitiert. Trotz aller Politik wird die Linie der EP hochgehalten. Und die heißt hier vor allem Party. Nein, hier geht es nicht (nur) um gewaltbereite Linke, hier wird Revolution mit Party verbunden. Mit Hinter Palmen gibt es wieder Wohlfühlmucke, Die Schwizzys fungiert als Crewtrack und auch der Spion erhält seinen Signature-Track. Insbesondere bei Neonschwarzer Block wird gezeigt, dass sich MiliTANZ und Party nicht ausschließen. Und bei Outta Control siegt die Party endgültig.

Rein technisch kann man Neonschwarz keine Vorwürfe machen. Der Flow ist richtig gut, jeder Künstler hat seine eigene Linie, Marie Curry kann offensichtlich auch rappen und nicht nur singen. Erinnert etwas an die von mir sehr verehrte Sookee. Spion Y Samples fügen sich gut in das Gesamtbild. Mauser versucht sich sogar (mehr schlecht als recht) an Doubletime. Die Auswahl an Beats ist wohldurchdacht, obwohl ich meine das bei Verwandelt ein Part zweitverwertet wurde. Die musikalische Untermalung ist durchaus mit anspruchsvollen Hip-Hop-Produktionen wie Freundeskreis und Jazzkantine vergleichbar. Keine 08/15-Beats sondern ausgefeilte Kompositionen.

Ich bin hochzufrieden, ein wirklich beeindruckendes und wegweisendes Album!

Review: Poison Heart – Wasted

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Poison Heart – Wasted (Zodiac Killer Records – CD – 2014)

Poison Heart klingt vom Namen her erstma nach Ramones, also schonma sehr gut. Musikalisch geht das ganze jedoch eher in den moderneren Punk. Teils erinnern die Jungs an frühe Riverboat Gamblers!
9 Songs sind auf dem Album. Ein Grossteil geht gut ins Ohr! Highlight ist die Single “Wasted”, welche direkt als zweiter Song auf dem Album kommt. Das ganze Album ist im gesamten sehr abwechslungsreich, kurzweilig und geht gut ins Ohr!

Poison Heart sind im übrigens diese Woche auf Tour! Schaut euch die Jungs live an!
09.09.14 D-Aachen, Wild Rover
10.09.14 D-München, Sunny Red
11.09.14 CH-tba
12.09.14 D-St Wendel, Rockkaserne
13.09.14 D-Haldern, Getränkekeller

Review: Mastodon – Once more ’round the sun

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Mastodon – Once more ’round the sun (CD/2LP – 2014 – Reprise Records)

Bäm – eine richtiges Monster von Platte haben die Jungs aus Atlanta hier hingelegt! Eine laute Wand gegen die man nicht ankommt auf zwei Lp’s verteilt! Jedes Album von Mastodon wird immer besser! Keine Achillessehne findet man auf diesen Scheiben. Das Highlight ist definitiv “High Road”. Viele Melodien gemischt mit unheimlichem Krach. Ganz großartig wie sich die Band weiterentwickelt ohne ihre eigene Note zu verlieren. Die mittelschnellen Gitarren, der teilweise melodische Gesang kombiniert mit fiesem Geschrei, getrieben vom schnellen, technischem Schlagzeug. das schlägt ein! Dann noch schön im Gatefold verpackt! Richtig geil!!

Mastodon – High Road von La_Haine