The Black Dahlia Murder, Darkest Hour & Guests, 01.08.2012 den Atelier

Am Mittwoch gastierten Darkest Hour und The Black Dahlia Murder im Atelier in Luxemburg. Als Vorbands konnten Scarred und Miles to Perdition verpflichtet werden. Das Package klang im Vorfeld schon ziemlich mächtig, zumal ich so endlich die Chance hatte, die beiden Luxemburger Bands mal live zu sehen. Vor Ort erwies sich die Vermutung als richtig. Das Gesamtpaket an dem Abend stimmte einfach. Alle 4 Bands zeichneten sich durch eine gute Mischung aus Härte, Spielgenauigkeit und kompositorischer Finesse aus. Wir sind vormerklich wegen Darkest Hour dort aufgeschlagen, von denen wir in den letzten 3 Jahren kein Konzert in der Umgebung (Trier, SB, Lux) verpasst haben. Wodurch ich es letzten Endes auch sehr schade fand, dass DH nicht Headliner waren, denn deren Show war insgesamt viel zu kurz.

However. Eröffnet haben Scarred. Und zwar mächtig. Als erste Band hatte man natürlich Zeit für einen ausgiebigen Linecheck, was man dem Sound an dem Abend definitiv anmerkte. Man muss natürlich auch die Fahne für die Leute vom Atelier hochhalten, die den Sound über alle 4 Bands hinweg ziemlich gut hinbekamen, aber gerade für einen lokalen Opener war das großes Ohrkino. Scarred profitierten entsprechend davon. Die kompositorisch ziemlich anspruchsvollen und oft überraschenden Songs kamen druckvoll aus den Boxen und ergaben zusammen mit der bewegungsreichen und einfach angenehmen Stage-Performance der Band einen rundum guten Auftritt. Irgendwann fiel vom Double-Bass-Gewitter auch eine Kerze von der Theke.

Direkt im Anschluss schickten sich Miles to Perdition an, ein bisschen zu polarisieren. Waren Scarred noch eher im Progressive Death Metal unterwegs, schossen einem Miles to Perdition gewaltsamen Metal- bzw. Deathcore um die Ohren. Natürlich ohne das szene-typische Rumgejammer. Es wurde gekreischt, gegrowlt, gekotzt und viel geshreddet. MTP hatten leider ein bisschen weniger Glück mit dem Sound. Gerade die Gitarren kamen kaum durch und waren ziemlich kratzig. Die hirnzermarternden Soli mal ganz außen vor gelassen. Ist aber nicht unbedingt dem Mann am Mischpult zuzuschreiben. Gut ausbalanciertes Amping kommt schon von der Bühne und ist leider etwas, was bei den Gigs jüngerer Bands oft zum Problem wird. Performance-technisch gaben sich jedenfalls auch MTP keine Blöße und fackelten ein hasserfülltes Prügel-Feuerwerk ab. Die Zuschauer dankten es ihnen mit Cricle Pits und viel Bewegung.

Dritter Act des Abends, der dank zunehmend länger dauerndem Soundcheck und Aufbau (komplett neues Schlagzeug hingezimmert…wtf?) ein bisschen an meinen Nerven kratzte, war dann endlich Darkest Hour. Solide Nummer, wie immer. Von Sekunde 1 an eine bewegungs- und energiegeladene Show, fehlerfreies Spiel der Kapelle. Gespielt wurden Songs quer beet durch die Discographie. Viele Evergreens wie Sadist Nation und natürlich Doomsayer, aber auch neueres Zeug wie Savor the Kill. Mir fehlten im Nachhinein natürlich ein paar Songs, die zu einer DH Show einfach dazu gehören. Convalescence und Demons zum Beispiel. Aber kein Grund zur Beschwerde. Die Show war gut, wie immer, auch, wenn die Gesangsfraktion ein bisschen den Eindruck erweckte, mit dem Publikum nicht ganz zufrieden zu sein und so leicht genervt wirkte. Den anderen in der Band merkte man dahingehend nichts an. Mit der üblichen Mischung aus professioneller Gelassenheit und erprobtem Selbstvertrauen boten Darkest Hour was fürs Ohr und fürs Auge. Mit im Gepäck auch ein neuer Bassist und ein neuer Drummer, nachdem die beiden Vormusiker im Verlauf des letzten Jahres beide die Band verließen. Schade zwar, aber würdig ersetzt.

Headliner war The Black Dahlia Murder. Mein erstes Konzert der Band und ich kannte auch vorher nur wenige Songs, die mich, ehrlich gesagt, nicht allzu sehr vom Hocker rissen. Ist sicherlich Geschmackssache. Aber einer Blastbeat-Belastung von 50% über das Mittel von 3 Songs bin ich einfach raus. Für mich lief der Auftritt auch ähnlich ab. Wirkte für mich wie ein Song mit gelegentlichen Pausen. Das dürfte diesmal auch dem Sound geschuldet sein. Außer Bassdrum und Snare-Geballer war neben dem Gekeife des Sängers nicht viel andere Instrumentalisierung zu ermitteln, weswegen viele der Stücke einer ziemlich schnellen Polka glichen. Trotzdem war der Auftritt top und die Wirkung auf das Publikum ziemlich mitreißend. Entgegen der ziemlich aggressiven Musikrichtung war der Sänger ein kleiner bis mittelgroßer Wonneproppen, der quasi dauernd am lächeln oder grinsen war und das Publikum wild gestikulierend zum Mitmachen aufforderte. Etwas ungewohnt, aber auch ziemlich sympathisch. Für mich schwer, da ein objektives Fazit zu ziehen. Ich hab mir die Show gegeben, fühlte mich nicht sonderlich mitgerissen und konnte auch musikalisch nix aus dem Gig ziehen, da einfach alles gleich klang. Trotzdem war die Show der Band und die Wirkung auf das Publikum schön mit anzusehen. Werde mich im Nachgang mal mehr mit TBDM beschäftigen.

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