Am 18. Mai veröffentlichen TORIAN aus Paderborn ihr mittlerweile drittes Album mit dem knackigen Titel “Dawn”. Aus diesem Grund habe ich Gitarrist und Songwriter Carl Delius gebeten, mir in einem kleinen Interview Frage und Antwort zu stehen. Lest also selbst, was uns der gute Mann zu erzählen hat.
Sicherlich werden hier auch ein paar Leute reinlesen, denen Torian bislang kein Begriff ist, erzähl mal ein bisschen über die Entstehung der Band und euer bisheriges Schaffen.
Okay. Also, TORIAN wurden 2002 als reinrassige Power Metal Band gegründet. Das heutige Line Up besteht seit 2005. Seitdem haben wir im In- und Ausland mit vielen bekannten Bands wie Dragonforce, Overkill, Brainstorm usw. live gespielt. Wir hatten das Glück, nach unserem Drei-Track-Demo alle unsere drei Longplayer als Labeloutputs zu veröffentlichen.
Heutzutage spielen wir zwar immer noch Power Metal, haben aber auch eine Menge Einflüsse anderer Metalrichtungen im Sound integiert, insbesondere aus den härteren. Wir hoffen, mit dem neuen Album “Dawn” einen großen Schritt machen zu können, sprich noch mehr Leute zu erreichen, sei es übers Netz und natürlich fette Liveshows :-)
Das neue Album Dawn steht vor der Tür, dabei handelt es sich um ein Konzeptalbum. Möchtest du vielleicht ein paar Worte zur Geschichte und der Umsetzung verlieren?
Klar. Es ist eine sehr düstere Geschichte. Ein Mensch versinkt in Depression und Nihilismus und plant den Mord an seiner ehemaligen Geliebten. Auf dem Weg zu ihr durchquert er eine Stadt, die dem Untergang geweiht ist. Diese ist symptomatisch für die Welt bzw. die Menschheit. Ihr droht ein apokalyptischer Krieg. Wie es insgesamt dazu kommen konnte, wird von dem Protagonisten reflektiert, parallel zu seinem Innenleben. Am Ende weicht er von seinen Mordplänen ab. Er richtet sich am Ende selbst hin.
Was wäre denn deiner Meinung nach aus musikalischer Sicht am neuen Album hervorzuheben? Worauf hast du beim Songwriting besonders geachtet?
Also, zum größten Teil achte ich erstmal auf gar nichts. Allerdings haben wir gemeinsam beim Arrangement das Ziel gehabt, dass die Songs mehr auf den Punkt gebracht und noch packender gestaltet werden, ohne den Anspruch zu verlieren. Das ist uns diesmal, denke ich, ganz gut gelungen. Längen oder überflüssige Wiederholungen machen wir derweil noch nicht aus ;-)
Bei einigen Nummern durften auch andere Bandmitglieder mitschreiben, wie würdest du ihren Einfluss beschreiben? Wird es sowas in Zukunft häufiger geben?
Also, es gab schon immer vereinzelt Ideen der anderen, allen voran Para (Sänger), der den Großteil der Gesangslinien und Texte schreibt.
Diesmal war es um einiges mehr. Es sieht so aus, dass Alex (Gitarrist) einige Riffs bei „Lost Command“ beigesteuert hatte, die wir dann mit meinen Ideen kombiniert haben. „Soul Desert Asylum“ habe ich mit Gonzo (Drummer) zusammen im Proberaum geschrieben und zu Hause ein wenig weitergefeilt. Des Weiteren gibt es auf dem Album auch ein Bass-Instrumental, was Bengt (Bassist) im Alleingang geschrieben hat. All das hat neue Ideen in den Sound reingebracht und die Sache interessanter gemacht. Das wird so fortgeführt und intensiviert! Soviel kreative Energie muss einfach genutzt werden :-)
Was sind denn so die Favoriten vom neuen Album in der Band? Welche Songs werdet ihr auch live zum Besten geben?
Puuuh, erstmal lieben wir wirklich jeden Song des Albums. Wir haben ja auch schon einige live gezockt. Besonders „Fall of the Golden Towers“ und „Thunder Battalions“ kamen sehr gut an. Wird sich aber natürlich erst mit der VÖ des Albums zeigen! In jedem Fall haben wir von der Performance des Titelstücks und „Oceans“ abgesehen. Ein Gig bewegt sich ja immer zwischen 45 und 60 Minuten. Da heißt es halt Vollgas geben!!!
Nach dem Album ist vor dem Album. Gibt es schon eine gewisse Fahrtrichtung, ob jetzt musikalisch oder textlich, für die nächste Scheibe?
Das kann man jetzt noch nicht sagen. Wir wollen es einfach noch besser machen, das steht fest. Aber Torian bleiben Torian :-)
Wie sieht es denn nach der Veröffentlichung konzertmäßig aus? Kommt da etwas auf uns zu? Was wird denn bei euch so an Merch angeboten?
Gerade planen wir die dritte Shirt-Kollektion, sowie verschiedene Gimmicks. Konzertmäßig sind einige Sachen im Köcher. Wir arbeiten jetzt auch mit einer Booking Agency zusammen. Mal schauen, was daraus wird. Also, immer die Augen offen halten. Besonders freuen wir uns aber auf die CD-Release-Party am 18. Mai auf dem Saarbangers Metal Festival u.a. mit Majesty!!!
Bei “Dawn” haben auch Leute von anderen Bands mitgewirkt, so hat sich etwa Nikko von Bloodwork um die Orchestrierung gekümmert, und Götz von Selle von 7 Seals hat euch beim Chor unter die Arme gegriffen. Scheinbar schaut es in eurer lokalen Musiklandschaft gut mit dem Zusammenhalt aus, erzähl uns doch ein bisschen darüber, was bei euch in Paderborn so los ist.
Ja, es gibt ne Menge guter Bands bei uns, wenngleich ich über die Core-Geschichten den Überblick verloren habe. Aber wir arbeiten mit den beiden genannten Bands sehr eng zusammen und sind auch gut befreundet. Das ist einfach ne tolle Sache.
Damit wären wir auch schon bei der letzten Frage angekommen: in eurem Schaffen sind Einflüsse vieler Stilrichtungen erkennbar, was hört ihr Jungs denn so privat, und wie wirkt sich das auf eure eigene Musik aus?
Also, wir hören wirklich jeder verschiedenste Sachen. Es wäre müßig, das alles aufzuzählen. Im Grunde genommen, wollen wir einfach nur harten aber melodischen, emotionalen Metal mit Hang zur alten Schule machen, verschließen uns aber neuen Bands nicht, ganz im Gegenteil! Uns allen gefallen besonders die fetten Produktionen und Riffs modernerer Metalacts. Aber bereits Metallica und die Bay Area haben sich Ender 80er/Anfang 90er um harte Breitwandproduktionen bemüht. Deshalb sind wir da schon immer noch Old School ;-)
Luc Francois - Originalbeitrag auf Lucs Blog - Lucs Profil bei Facebook



