The Minutes am 17. April 2012 im Kleinen Klub

Der Kleine Klub war an diesem Tag das Gegenteil von “brechend voll”. Als wir zu den Klängen der Band Sonic Infusion den Club betraten, waren vielleicht 10 Mann bzw. Frau drinnen. Leider war der Alternative-Rock der Band auch wenig überzeugend und so verzog man sich relativ schnell wieder nach draußen. Obwohl, “Hollow”  war eigentlich ganz ok. Den Jungs zugute halten kann man außerdem, dass sie nicht aufgaben und ihr Set durchzogen.

Aber die paar Hanseln, die da waren, waren natürlich wegen The Minutes gekommen. Oder besser nicht gekommen. Jedenfalls war wohl der ausschlaggebende Grund für die Buchung der Band ihr großartiger Auftritt im Vorprogramm von Flogging Molly (der mir leider entgangen ist, weil ich kein großer Dudelsack-Folk-Punk-Fan bin). Es ist schade, dass eine großartige Nachwuchsband wie The Minutes heute kein Publikum mehr findet. Gut, Dienstag mag man einwenden, ist ja alles gut und schön, aber wenn der Veranstalter keine Kohle mit so Bands machen kann, so ist es doch fraglich, ob er sie das nächste mal wieder bucht. Hoffen wir, dass es nur ein verfrühtes Sommerloch war.

Das Publikum klatschte zwar brav, aber Bewegung kam leider keine in die Bude. Aber das ließen sich The Minutes nicht anmerken und zogen eine astreine Rock’n'Roll-Show durch. “Wenn sich keiner bewegt machen wir das wenigstens”, war wohl der Gedankengang. So gab es unter anderem Angus-Young-Style-Gehopse, Gitarrist als Thekenluder und natürlich im Publikum zu bestaunen. The Minutes spielten überwiegend Lieder ihres Debütalbums Marcata, unter anderem Fletwood, Secret History und Black And Blue (A Letter). Mit Hold Your Hand ga es auch einen neuen Track zu hören. Auch ihre Singleauskopplung Heartbreaker durfte nicht fehlen. Musikalisch erinnert mich die Band an Blues-Rock-Größen wie Led Zeppelin, frühe AC/DC, vermischt mit modernem Indie- und Garage-Rock. Ich hab mir das Album dort mal gekauft. Nach dem Konzert lief es rund drei Tage in meinem Auto. Das ist wirklich viel. So lange höre ich ein Album eigentlich nur, wenn ich ein Review schreibe. Durchlaufdauer sonst: eine Fahrt. Von daher machen die Iren wohl was richtig. An diesem Abend auch, doch auf eine Zugabe musste das Publikum verzichten. Hatte leider auch keiner gerufen. Ich hoffe dennoch, dass die Band zumindest ein paar Leute begeistert hat. Ich jedenfalls bin jetzt Fan!

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Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf Blogspot.de, veröffentlicht seine Beiträge aber jetzt hier und nutzt seinen alten Blog http://gripweedsgems.blogspot.de/ nur noch selten.

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