OsterRock im Devils Place am 5. April 2012

Das Devils Place in Saarbrücken lud am 5. April, also Gründonnerstag zum Osterrock. Kurz vor dem Ende der Fastenzeit sollte es also noch was auf die Löffel geben. Und das Billing las sich dann auch großartig.

Los gings nach einer kurzen Verspätung mit Mindfear. Mindfear sind ja sozusagen der aufstrebende Stern der Saarbrücker Rockszene. Der Gewinner des Goldenen Scheinwerfers 2011, bei uns ebenfalls Band der Woche (an dieser Stelle bye-bye zur Serie). Ist schon schwer, bei einer solch aufstrebenden Band was schlechtes zu schreiben, insbesondere weil die Jungs und das Mädchen doch sehr sympathisch rüberkommen. Okay, ich könnte jetzt darauf rumhacken, dass der Schlagzeuger etwas außer Form war (bzw. einmal das falsche Lied spielte), aber damit würde ich ja auch nur darauf rumreiten, dass ich die Musik leider nicht mag. Für mich ist das Standard-Rock mit Frauengesang, der mich einfach nicht mitreißt. Also nix für ungut, bis auf das Schlagzeug-Intermezzo astreiner Gig und dem Publikum gefiels auch.

Ähnlicher Fall leider auch bei All Will Know, aber da wird euch Fabian sicherlich noch mit seinem Review ihres Albums positiver einstimmen. Ich persönlich mag leider keinen Metalcore, außer in Ausnahmefällen, die hier leider nicht zutrafen. Immerhin zeigten die Jungs trotz fehlendem Heimvorteil dem angereisten Saarpublikum durchaus, was ne Harke ist. Ich glaube am Schluss gabs noch n Cover, aber da war ich leider schon draußen am labern. Jedoch schienen sie einige Fans auf ihre Seite gezogen zu haben. Viel Glück weiterhin!

Bitter Atonement kannte ich noch gar nicht. Umso überraschender plötzlich drei Sänger- bzw. Sängerinnen azuf der Bühne (naja, davor) zu sehen. Dabei wurden Grunz- und Klargesang von den Damen und der Kreischgesang von dem Herr mit dem langen Bart erledigt. Drei Sänger sind mir bis dato auch noch nicht untergekommen. Sind ja auch sowas wie Lokalhelden der Redaktion. Musikalisch eine bunte Mischung aus Thrash, Death, Black und Power Metal, was man auch gut an den drei Gesangsmodi festmachen kann. Musikalisch dadurch auch sehr eigenständig und eigentlich mit keiner band vergleichbar.

Bei soviel Man- bzw. Womanpower ist es leider nicht ausgeschlossen, dass auch mal jemand ausfällt. Dies traf bei diesem (und wohl auch ein paar weiteren Konzerten) die Sängerin Svenja Meyer. Aber kompetenter Ersatz wurde gefunden durch Redaktionskollegin Rubina, die bei diversen Konzerten der Gruppe einsprang und an diesem Tag Höchstleistungen zeigte. Immerhin quälte sie sich mit Fieber und Erkältung auf die Bühne und zeigte Gesangsleistungen, die bei dieser Vorgeschichte irgendwie nicht vorstellbar sind. Nicht vorstellbar war auch, was die Band insgesamt so zeigte. In ihrer Bewegungsfreiheit doch etwas eingeschränkt (sieben Leute auf und vor der Bühne), ließ es sich die Gruppe nicht nehmen, eine energiegeladene Show abzuliefern. Und das inklusive Choreografie, Duo- und Trio-Gesangspassagen. Großartig auch als sich Rubina und Tanja um Frontmann Sebastian gruppieren und ihn zu verführen versuchen. Großartiges Theaterspiel, alleine die Mimik von Sebstian war unschlagbar. Grandios auch die Wall of Ass! Was das ist? Nun, eine Art Wall of Death, nur in witzig statt dumm. Wie bei der Wall of Death wird das Publikum in zwei Hälften geteilt. Anschließend drehen sich alle Beteiligten um, d.h. sie drehen ihrem Konterpart den Rücken zu. Po ausgestreckt und an einer bestimmten Stelle des Liedes watschelt man dann zum Anderen und reibt seine (im besten Falle nackenden) Hintern aneinander. Gut, nackend wollte wohl niemand… Aber egal, nette Idee und sehr witzig in seiner Ausführung. Dazu gabs massig blöde Sprüche und witzige Ansagen. Die Band weiß sicherlich, wie man rockt! Ein furioser Auftritt und der Höhepunkt des Abends!

Aja, geile Videos zur Show gibts beim YouTube-Channel von Kruemel

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Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf Blogspot.de, veröffentlicht seine Beiträge aber jetzt hier und nutzt seinen alten Blog http://gripweedsgems.blogspot.de/ nur noch selten.

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