Hätte schlimmer sein können. Da ich freitags private Verpflichtungen habe, konnte ich erst gegen 21:45 die altehrwürdige Stummsche Reithalle betreten. Ich kam dennoch passend zu Helloweds Mirror of Wisdom, meinem Lieblings- und dem Eröffnungslied des aktuellen Longplayers Hellowed Ground (Review hier). Damit hatte ich nur Eye of the Stom verpasst, was schade, aber verschmerzbar war. Und leider auch Unchained, was weniger verschmerzbar ist. Repräsentative Umfragen unter den Zuschauern förderten aber zu Tage, dass Unchained durchaus gute Kost abgeliefert haben, jedoch der sehr melancholische Stil verschiedene Besucher doch schwer deprimiert hatte.
Naja, jetzt sind auch nur vielleicht, sagen wir mal 70 Nasen, die den Weg nach NK-Rock-City gefunden haben. Traurig, da der Neunkircher Kulturverein doch ein bisschen was in Promo investiert hatte. Das tat der Freude am Musizieren aber keinen Abbruch. Viel mehr nutze Entertainer und Sänger Olli die so gewonnene Bewegungsfreiheit für ausgiebige Spaziergänge durch die lichten Publikumsreihen und auch der Gitarrist war sich nicht zu Schade, seine Funkgitarre dem geneigten Publikum vorzuführe. Nettes Gimmick. Nettes Gimmick auch, dass der Sänger zeitweise auch als Keyboarder agierte. Die Doppelbelastung schien aber auch nicht so schwierig, was wohl nicht gerade für die Komplexität der Keyboardpassagen spricht. Allerdings wurde auch nicht auf die schwierigeren Hymnen, wie For the Crown (ihre Manowar-Song, Grüße an Tim) und das Titellied des aktuellen Albums verzichtet. Eingängiger waren dann doch ihre Suff-Hymne Whiskey for my Friends, Beer for my Horses. Zwei Coverversionen gab es auch zu bestaunen: zunächst einmal Goodbye Cruel World von der später noch auftretenden Band InfiNight und zum Schluss eine superbe Version von Run to the Hills der Eisernen Jungfrauen, die an selige P1-Zeiten (Gruß an Wanderreigen-Benny) erinnerte.
Jo, und dann kamen auch schon InfiNight, die mit einem superbem Video-Intro anschließend begannen die Halle zu rocken. Leider gerieten sie dabei in die unheiligen Zeiten des NVG-Busverkehrs, so dass es noch ein paar Besucher weniger wurden. Nun, ehrlich gesagt, es fällt mir schwer, einen Bericht über das nun Folgende abzuliefern. Und zwar aus zwei Gründen: a) ich mag Infinight nicht und b) ohne mein Innerstes ganz nach außen kehren zu wollen, muss ich leider anmerken, dass mich gewisse Umstände doch ein bisschen an ein stilles Örtchen im Saal fesselten. Nicht schön, aber leider unvermeidlich. Jedenfalls war ich doch ein paar Minuten im Saal und kann so meine Eindrücke schildern. Mir erschien es, dass Infinight an diesem Tag auch nicht besonders fit waren. Jedenfalls hörte ich ein paar Spielfehler oder zumindest unakkurates Spiel heraus. Positiv hervorzuheben ist das Auftreten der Band, das sehr sympathisch rüberkommt. Zudem gefallen mir ihre neueren Kompositionen besser, als die Sachen, die ich von früher kenne. Leider werde ich aber dennoch mit ihnen nicht so richtig warm. Schön aber das Duett mit dem Hellowed-Sänger. Durch die geschlossene Tür hörte ich auch noch ein nettes Cover von Paradise City, einem meiner Gunners-Lieblingsstücke.
Schade war definitiv, dass an dem Abend nicht so viel los war, aber zumindest die letzten beiden Bands haben tapfer ihr Programm durchgezogen. Hoffen wir, dass der Metal irgendwann auch nach Neunkirchen zurückkommt. Immerhin war er ja schon mal da (1990 zum Beispiel). Und irgendwann gab es mal sogar drei Metalkneipen. Also, up the Hellowed! Nächster Versuch bitte!




…ist doch das Cover von Savatage (Chance) glatt unter den Tisch gefallen. Trotzdem rundes Review, schade dass so wenige da waren.
Schönes Review! Und in der Tat schade, dass nicht mehr Leute da waren…. BTW: Neunkircher Kulturgesellschaft (www.nk-kultur.de / http://www.nk-halbzeit.de), nicht Neunkircher Kulturverein! ;-)
mist, wusste doch, dass da noch was war… bin aber auch nicht so vertraut mit savatage…