Sirens of Metal II im Flexibel

Vergangenen Samstag war mal wieder Nacht der Walküren im Flexibel Saarwellingen. Zu den vielen schönen Bildern, die Sebastian geschossen hat, hiermit auch ein paar Worte.

Es spielten auf: NEMESIS, CELESTA und UNE. Rein musikalisch ne gesunde Mischung, die jedem was bietet, der gerne Metal hört. Und Female Fronted geht eh immer. Bei -12 Grad machten wir uns also auf den Weg ins Flexibel, löhnten die 5 Euro Eintritt und waren rechtzeitig zum Linecheck von Nemesis im Raum. Schnell ein paar Hände geschüttelt und Bier geordert und ab in Zuschauerposition.

Der Linecheck dauerte schonmal gefühlt zu lange und brachte zu wenig. Nemesis hatte durchweg mit Monitoringproblemen zu kämpfen und kam mit zuviel Bass und zu wenig Mitten beim Publikum an, was bei dem – ACHTUNG Zungenbrecher – “neoclassical influenced Progpowermetal“, der da so lebhaft praktiziert wurde, ein bisschen ungünstig kam. Die vermutlich zahlreichen Soli und Melodieeinlagen (man konnte den Gitarristen publikumsseitig links dauernd abgefahrene Fingerübungen machen sehen) gingen leider total unter.

Für meinen Geschmack zu präsent war hingegen der Gesang von Rubina Amaranth, der, zwar abwechslungsreich und wohltönend, aber manchmal doch penetrant und gräzig durch die Boxen tönte. Insgesamt eher unrund der Sound. Schade, aber vertretbar.

Dafür, dass es der erste Gig der Band war, schlug man sich mehr als gut. Man sah der Band an, dass sie Spaß bei der Sache hatte. Highlights der Auftritts waren eine Ballade und ein Duett zwischen Rubina und Celesta-Frontfrau Vicky, das sich später nochmal wiederholen sollte.

Als Zugabe und nächstes Highlight spielte Nemesis einen Song von Iced Earth an, begleitet von Celesta-Gitarrist Manni. Mit insgesamt 3 Guitarreros ging man lautstark zu Werke und drückte das Publikum in die Sessel – oder zumindest wäre es so gewesen, hätte es Sessel gegeben. Am besten so schöne rote mit großen Lehnen. Und Goldverzierungen. Und…ja…abgeschweift. Gutes Bühnendebut insgesamt – wir verbleiben in der Hoffnung, dass sie bei künftigen Auftritten mehr Glück mit dem Sound haben.

Slot 2 wurde von Celesta bespielt. Nur Gott weiß, ob da Magie im Spiel war oder die Band einfach mit ihrer Technik und Instrumentalisierung umzugehen weiß, aber das Soundgewand, in das Celesta die live gespielten Songs kleidete, war immens geil und reichte schon fast an Studioqualität heran. Alles in allem wurde einem ein durchdachtes und gut einstudiertes Programm geboten, wie man das von Celesta eben gewöhnt ist. Absolut hohes Niveau, das hier sicher schon in einigen Artikeln ausreichend gewürdigt wurde.

Highlight des Auftrittes war wieder ein Duett zwischen Rubina und Vicky, das deutlich fetziger lospreschte, als man es von den restlichen Songs als Zuhörer gewöhnt ist.

Une etablierten sich an diesem Abend als Headliner. Mit 2 Frontfrauen und 3 Kerlen als musikalische Rückendeckung konfrontiert Une das Publikum mit Goth-Rock, garniert mit opereskem Gesang, was insgesamt eine richtig fetzende Mischung ergibt.

Mit entsprechend düsterem / fetischhaftem Bühnenoutfit rundete man das Goth-Bild noch etwas ab, wenngleich musikalisch eher weniger Goth als viel mehr schneller Heavy Metal den Unterbau für die sirenenhaften Gesänge von Jenny und Ilka gibt.

Mit bekannteren Songs wie “Obey” (vom SUMS 2010) und wenigstems einem Nightwishcover (das bleibt mir wohl nie erspart) wusste man dem Abend einen würdigen Abschluss zu geben und kurz vor der Entlassung in die eisige Kälte dem Publikum nochmal kräftig einzuheizen.

Was noch zu erwähnen bleibt ist, dass das Flexibel an diesem Abend in kunterbuntem Glanze erstrahlte. Upeh von Arctic Winter hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Bands auch lichttechnisch ein positives Erlebnis zu bescheren und sein Vorhaben für alle – Bands und Zuschauer – merklich gut umgesetzt. Das Flexibel war selten so gut ausgeleuchtet. Das Licht war vermutlich mit verantwortlich für die schönen Bilder, geschossen von Sebastian Mörz.

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