DCVDNS live im Kleinen Klub / Albumrelease-Party ohne Album am 8. Februar 2012

Er trägt Pullunder und Brille und spielt im Kleinen Klub. Dieses Magazin ist ja eher für den rockenden Underground bestimmt, aber ich verwette das nächste Live-Review darauf, dass jemand, der sich im saarländischen Underground auskennt auch DCVDNS, den pollundertragenden Gangsta-Rapper aus Dingbert kennt. Und sei es nur von der coolen Gang und ihren grenzdebilen, aber sehr witzigen Videos. Nun, DCVDNS ist gerade dabei sich einen Namen im Rapgame zu machen, so dass auch euer geschätzter Gripweed (der sowieso eine Schwäche für Hip Hop hat), den Ruf vernahm und zum supergünstigen Preis von 6 Euronen ein Ticket zur Albenreleaseparty einlöste. Dass das Album eine Woche vorher bereits auf den 24. Februar 2012 verschoben wurde, tangierte mich nicht, schließlich habe ichs bei Amazon bereits vorbestellt. Also, Playaz, jetzt gehts los. Also fast, einigen wird der nachfolgende Text ein paar Probleme bereiten, deshalb empfehle ich vor Genuss des Artikels eine Vokabelstunde mit Onkel Wikipedia.

Erst einmal rein in die gute Stube, und das auch nicht zu spät. Der kleine Klub ausverkauft, lange nicht mehr erlebt. Natürlich zieht ein Hustler wie DCVDNS nicht nur Homeboys an, sondern auch Angehörige anderer Subkulturen, die allerdings wirklich in der Unterzahl blieben. Auch ein paar Fanboys mit Lacoste-Pullunder und Fellmütze waren im Publikum zu sehen, sowie natürlich alle Homies aus dem berühmten Halt-die-Fresse-Fakevideo. Hater waren aber keine zu sehen. Stattdessen war das Publikum sehr zuvorkommend und ließ einen alten Mann wie mich auch schon mal an der Theke vor. Los gings um 20:45 mit den Worten “Dass ihr so zahlreich erschienen seid… ist mir scheißegal.” und mit dem das Phänomen DCVDNS selbsterklärenden Track Interview mit sich selbst. Klar, von Anfang an: diesen Klub erobert er im Sturm. Direkt sind alle Hände in der Luft und es wird energisch mitgewippt.  Auffällig ist neben den witzigen Texten, dass es sich vornehmlich um Zitatrap handelt, der von Nichteingeweihten nur bis zu einem gewissen Grad verstanden werden kann. So ist der Single-Hit Mein Mercedes offensichtlich angelehnt an My Adidas von RUN-D.M.C..

Pullunder und Brille dagegen zitieren Frauenarzt und dessen Überhit T-Shirt und Jeans. Auch Doppelzitate gibts, so ist das Lied Was ist Tweef? , über Auseinandersetzungen im Web 2.0 und hier am Beispiel von Twitter, eine Version von Was ist Beef? von Fler feat. Alpa Gun und Sido, was sich wiederum auf What’s Beef von Notorious B.I.G. bezieht. Kommt ihr noch alle mit? Egal. Feature-Gäste sind auch anwesend, so sogar Frauenarzt bei Hier kann ja jeder tanzen. Leider war der etwas schüchtern und musste hinter dem Vorhang singen ;-) Nee, unterstützt wurde DCVDNS lediglich von einem Backup-Rapper, sowie zwei (realen) Gastrappern, deren Namen ich aber vergessen habe. Die Feature-Gäste Eric Cartman (sic!), MC Basstard und Blokkmonsta waren nur per Sample anwesend. Ein paar Punchlines gab es noch gegen Haftbefehl (yeah), der angeblich für den verschobenen Release verantwortlich ist. Aber dafür wird das Album auch besser, weil wir alle ja auch länger warten ;-) Leider dauerte die ganze Chose nur etwa 45 Minuten und nach einer Zugabe (Mörderfurz) entließ uns DCVDNS in die kalte Saarbrigger Ghetto-Luft. Mein erstes Rapkonzert ging damit zu Ende… Rap-Deutschland kann sich warm anziehen… DCVDNS übernimmt das Game!

Links: DCVDNS

Veröffentlicht von

Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf Blogspot.de, veröffentlicht seine Beiträge aber jetzt hier und nutzt seinen alten Blog http://gripweedsgems.blogspot.de/ nur noch selten.

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

Hinterlasse eine Antwort