Celesta und Muddy Porcupines Live im Hobbitkeller

Manche von euch werden jetzt sagen: Da fehlt doch eine Band im Titel!? Ja das liegt daran, dass ich mir 7th Day Davidian, die als erste Band am Abend spielte, nicht anschauen konnte. Ja…sagen wir es mal so. Näher möchte ich darauf jetzt nicht eingehen.

Insgesamt muss man sagen, ein gelungenes Konzert. Trotz diverser Konkurrenzveranstaltungen war es recht gut besucht. Celesta haben mal wieder eine Glanzleistung abgeliefert. Sehr professionell, der Sound war für den Hobbitkeller recht gut, die Band hatte sichtlich Spaß.

Begonnen mit dem Titel “Leave” war der Einstieg schon grandios. Weiter gings mit “Cuts me inside”, einem etwas neueren Stück, das etwas vom Celesta-Stil abweicht, aber durchaus seine Daseinsberechtigung hat. Mit dem Klassiker “Experience” war das Publikum dann schnell aufgewärmt und Vicky Schreiber zeigte mal wieder, dass sie’s gesanglich echt drauf hat.

Es folgten die Songs “Hunger”, “Bank of Karma”, “Sick Intensions”, die gewohnt auf den Punkt gespielt waren und selbst der letzte stocksteife Zuschauer wippte spätestens jetzt mit dem Fuß. Etwas ruhiger wurde es nun mit der gefühlvollen Ballade “Sweet Sin”, bei der mir Vicky einen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagte. Bei “The War” und “Endless” war dann wieder übelst Kopfschütteln angesagt und mit dem letzten Song ließen Celesta sprichwörtlich die Puppen tanzen. Der Song “Puppet” war ein krönender Abschluss.

Doch das Publikum ließ die Band noch nicht von der Bühne und forderte eine Zugabe. Mit der neu aufgelegten Version von “Paranoid Dreams” hat mich die Band echt vom Hocker gehauen. Die eher unspektakuläre Rocknummer wurde in ein neues Gewand gekleidet und zu einem knallharten Metalstück vom Feinsten gewandelt. Mit neuem Text, und harten Riffs, einem übelst geilen Solo und einem neuen Interlude lässt sich der Song nun mehr als sehen! Celesta haben mal wieder gegrooved wie die Hölle, auf gewohnt hohem Niveau.

Nach kurzer Umbaupause enterten “Muddy Porcupines” die Bühne, Stilecht mit Bierflasche in der Hand und Kippe in der Schnauze. Man muss ja mal sagen, die Band ist echt “hübsch”. Die zwei Sängerinnen sind wahre Augenweiden und auch die Jungs können sich sehen lassen. Man hätte sie nicht besser casten können.

Wem Größen wie “Janis Joplin”, “Four non blondes” und “Nirvana” ein Begriff sind, ist bei einem Konzert der Muddys gut aufgehoben. Sex, Drugs, and Rock’n'Roll – die Band ist sympatisch, authentisch, stilecht und die Musiker wirken wahrscheinlich chaotischer als sie sind.

Die Songs sind richtige Ohrwürmer und vor allem die Stimmen der beiden Mädels beeindrucken mich immer wieder. Ich glaube, bei Muddy Porcupines gibt es nur Fans oder Leute, die sie überhaupt nicht mögen.

Leider hatte der Mischer so spät am Abend anscheinend keinen Bock mehr denn der Sound war nach Celesta mehr als grottig. Viel zu laut, den Gesang konnte man stellenweise nur erahnen und ohne Gehörschutz war das Konzert nicht zu ertragen. Sehr schade.

Zur Location Hobbitkeller sind mir an dem Abend leider diverse Sachen negativ aufgefallen. Es hängen ein paar Scheinwerfer über der Bühne, die aber mehr als willkürlich dort angebracht sind und so überhaupt nichts bringen. Das bin ich von kleinen Locations aber gewohnt. Was mich massiv gestört hat war aber z.B., dass eine der Bedienungen mehr als unfreundlich zu den Musikern war.  Den Bands wurden “Freigetränkebons” ausgehändigt. Die zwei Sängerinnen der Muddy Porcupines fragten, ob sie statt Einzelgetränken für mehrere Bons eine ganze Flasche Wein bekommen könnten, worauf die Bedienung den beiden eine Standpauke hielt, dass die Bands die Bons nicht bekämen um sich zu besaufen und behauptete dann, dass das Hobbit gar keinen Wein in Flaschen führt. Da frage ich mich doch, hmm, worin sonst? Im Tetrapack!? Sowas geht gar nicht. Dann bekam jedes Bandmitglied nur drei Freigetränke obwohl 5 ausgemacht waren.

Als die Bands nachmittags eintrafen, war noch niemand da, der den Bands sagen konnte wie was geregelt wird. Eine andere Bedienung als die gerade erwähnte schank den Bands Getränke aus ohne dafür zu kassieren. Die Bands hatten jedoch ausdrücklich gefragt ob sie diese zahlen müssten was sie verneinte. Am Ende des Konzerts kam dann die “unfreundliche” Bedienung mit einem Zettel, auf der die nicht gezahlten Getränke aufgelistet waren, an und forderte die Bands auf diese zu zahlen. Man hätte ja jetzt 30€ Minus in der Kasse (da frage ich mich wie das geht) und das sollen die Bands doch jetzt bitteschön zahlen.

Unglaublich, also da kann man doch Bands nur abraten Konzerte dort zu veranstalten. Da lobe ich mir doch das Devils Place, die haben dort wenigstens ein bewährtes System. Da sollte sich das Hobbit mal eine Scheibe abschneiden!

 

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