“Ross The Boss” live in Kaiserslautern

Gestern verschlug es mich Saarländerin doch tatsächlich über die Grenzen des schönsten Bundeslandes der Welt hinaus nach Rheinland Pfalz. Ihr fragt euch nun sicher, und das mit gutem Grund, was zum Teufel mich dort hin getrieben hat. Nun, es war die Band Ross The Boss die im JUZ Kaiserslautern ein Konzert gab und um eine solche Größe des Heavy Metal wie Ross Friedman einmal hautnah erleben zu können, nimmt man selbst solch unglaubliche Strapazen auf sich.

Um mir bei diesem Spektakel einen Platz in der ersten Reihe sichern zu können, kam ich etwas verfrüht an, was mir das Vergnügen bescherte, die Band schon beim Soundcheck anzutreffen. Ich muss sagen, die Bandmitglieder sind allesamt äußerst sympatisch. Ross erzählte mir, dass er am gleichen Tag nach einem siebenstündigen Flug und zweistündiger Autofahrt erst vor kurzem in Kaiserslautern angekommen war und dass er sich trotz der Tatsache, dass er erschöpft sei, sehr auf das anstehende Konzert freue. Als sich die Band in die Backstageräume zurückzog, wurden die Tore um 20:00 Uhr geöffnet und das kleine Juz füllte sich sehr rasch. Mit ansteigender Zuschauerzahl stieg auch exponentiell die Temperatur an.

Um 21:00 Uhr stürmten die Jungs von Ross The Boss unter tosendem Applaus die Bühne. Von Anfang an gaben sie Vollgas. Zunächst noch trocken, was sich aber sehr schnell änderte. Die Luftfeuchtigkeit stieg dermaßen an, dass ich zunächst keine Fotos machen konnte da meine Linse beschlug. Es waren nun gefühlte 60°C und das Betriebsklima glich einer Dampfsauna.

Umso erstaunlicher, dass vor allem Frontmann Patrick Fuchs den gesamten Platz, den die eher kleine Bühne hergab, ausnutzte für ein unglaubliches Stageacting. In diesem Punkt würde ich ihn als den jungen Bruce Dickinson bezeichnen. Unglaublich, was der Mann da leistete. Mir war alleine vom stehen schon so heiß, dass ich triefend nass war. Während des gesamten Konzertes konnte ich bei keinem der Musiker Erschöpfung erkennen und darüber hinaus schien es mir, als hätten die Jungs mindestens genauso viel Spaß an dem Konzert wie das Publikum, das das ganze Konzert über lautstark und headbangend seine Begeisterung kundgab.

Der Sound war für ein Juz außergewöhnlich erträglich. Für meinen Geschmack hätte ich gern mehr vom Gesang gehört, aber insgesamt war der Sound ausreichend bis befriedigend. Bei der Umsetzung der Songs merkte man, dass da Profis am Werk sind. Alles sehr gut gespielt, schön auf den Punkt und Patrick sang wie ein junger Gott. Auch Ross’ Soli verfolgte ich mit Begeisterung.

Natürlich gaben Ross The Boss auch ein paar alte Manowar-Klassiker zum Besten die man als Laie schon an der Reaktion des Publikums von den eigenen Stücken unterscheiden konnte. Aber auch bei den Ross The Boss – Songs wie z.B. “Blood Of Knives” oder “Dead Man’s Curve” wurde – was meine persönlichen Highlights des Abends waren – lautstark mitgesungen.

Nach drei vom Publikum geforderten Zugaben endete das feucht fröhliche Konzert nach mehr als zwei Stunden Spielzeit. Was mich sehr überraschte war, dass die Bandmitglieder, obwohl sie sichtlich erschöpft und schweißgebadet wohl am liebsten gleich in die Backstageräume zurückgezogen hätten, sich sehr viel Zeit für die Fans nahmen. Vor allem Ross erfüllte nach dem Konzert noch etwa eine halbe Stunde einigen Fans einen großen Wunsch, indem er sich mit vielen von ihnen ablichten ließ und etliche Autogramme gab. Diese Geduld und Ausdauer ist wirklich bewundernswert und so manch anderes Sternchen am Heavy Metal Himmel sollte sich davon eine große Scheibe abschneiden! Insgesamt darf ich sagen, dass das Konzert durchweg positiv zu werten war. Großartige Stimmung trotz der wirklich unmenschlichen Hitze und die Band gab aus meiner Sicht wirklich alles.

 

 

Mein Fazit: Grandios! Und sollte ich mich mal zwischen Manowar und Ross the Boss entscheiden müssen, würde ich jederzeit wieder zu Ross The Boss gehen. Denn die alten Klassiker spielen die Jungs mindestens genauso gut wie Manowar selbst, die Bandmitglieder sind wesentlich sympatischer und ich höre mir viel lieber die Songs von Ross The Boss an, als alles was Manowar noch nach Ross’ Ausstieg produziert hat.

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