Saarbrigga vs Hochwällerer 26.06.2011

Bereits seit der guten alten Zeit, als Probleme noch mit Keulen gelöst wurden und ich mit meinen Malkünsten DER Star am Höhlenwandmalereihimmel gewesen wäre, gab es die ewige Frage wer den unverständlicheren Dialekt hat. Saarbrigga oder Hochwällerer. Da bis heute keine Antwort gefunden wurde versuchte man nun etwas neues… Das Problem soll auf der Bühne des Devils Place endgültig geklärt werden.

Dreadful Prophecy eröffneten den Kampf für die Hochwällerer und boten direkt die erste Überraschung an dem jungen Abend. Die Band feuerte einem derartig guten Death Metal mit einem klasse Sound gegen die Rübe, dass es eine wahre Freude war. Schade fand ich nur, dass der Sänger viel die Bühne auf und ab gewandert/geschlendert ist, wobei mehr Aktion in Richtung Publikum wünschenswert gewesen wäre. Angesichts der Bemalung der Arme und den Showeinlagen der Instrumentalisten hat man sich anscheinend auch im Vorfeld entsprechend Gedanken über den optischen Eindruck, den man hinterlassen möchte, gemacht. Besonders in Erinnerung geblieben sind bei diesem Konzert noch ein sehr großes Drumset, einem Drumstick, der plötzlich nach vorne auf dem Boden lag und man trotz flottem Spiel absolut nicht gemerkt hat, dass hier etwas passiert war oder etwas gefehlt hätte und ein sehr flinker Bassist, der sich zwischendurch mit den Haaren in der Lichterkette an der Decke verfing ;-)

Dreadful Prophecy

  1. Intro
  2. Last Apocalypse
  3. Shred The Humans
  4. Rising Shadows
  5. Ripping Out The Toungue Of Lies
  6. Dreadful Prophecy
  7. Throne Of Destruction
  8. Downfall
  9. I Won’t Atone
  10. Killing Spree

Heralder versuchten als nächstes den Saarbrigga zu zeigen wer hier den Abend für sich endscheidet. Wer weiß… vll. sollte dem Gegner mit diesem Doppelpack bereits die Lust an der Gegenwehr genommen werden  ;-) Wie in letzter Zeit häufiger gab es wieder Veränderungen in der Besetzung. Erneut half Patrick Meyer von Bitter Atonement aus, interpretierte die Songs etwas technisch anspruchsvoller und hinterließ unzählige Male Kopfschütteln, Tränen, ungläubiges Staunen und immer wieder sah man die Versuche des Publikums die Gitarrengriffe auf der Luftgitarre nachzuvollziehen um das eben gesehenen begreifen zu können…. Aber das kennt man ja schon ;-) … viel interessanter war der Einsatz eines neuen Keyboardes, Matthias Warkus, der innerhalb kürzester Zeit mit minimalsten Proben für das Konzert vorbereitet wurde und der eine tolle Leistung geliefert hat. Es ist wirklich beeindruckend was Heralder für eine Ersatzbank hat wenn verdiente Kräfte wie Volker oder Antje mal ein Konzert nicht wahrnehmen können.

Das Set von Heralder war eine bunte Mischung aus bekannten Hits wie Battleground, The Forest, usw. und Songs, die es auf das neue Album 2012 schaffen sollen. Hier hat die Gruppe wieder zu härteren Gitarrenriffs gegriffen, was die Songs meiner Meinung nach interessanter und reifer macht. Nichts desto trotz kann man als Zuschauer natürlich immer noch ausgiebig in die Show mit einbezogen werden. Heralder hat sich mit einem tollen Konzert in ihre Liveauszeit für das Album verabschiedet.

Heralder

  1. Sand of time
  2. Edge of life
  3. A legend of victory
  4. Wraith hunter
  5. Lost in another world
  6. Battleground
  7. Future gods
  8. The forest

Nach der üblichen Umbaupause stieg nun Bitter Atonement in den Ring um zusammen mit den darauf folgenden Gravety die Saarbrigga zu vertreten. Da deren EP bereits seit Wochen zu Hause und unterwegs rotiert, habe ich mich entsprechend auf den Auftritt gefreut und wie erwartet wurde eine zufriedene Kundschaft hinterlassen. Es kommt einem definitiv zu Gute, wenn man wie ich nun so langsam die Songs kennt und somit beim kollektiven Köpfe schleudern mit den progressiven Songbausteinen rechnet und nicht ständig neu reinfinden muss. Auch merkt man, dass die Gruppe noch besser zusammen hamoniert (soweit das möglich ist, da bereits bei ihrem ersten Konzert alles sehr professionell war) und auch einfach einen Mordsspaß dran hat ihre Musik unters Volk zu bringen.

Leider muss ich an der Stelle gestehen, dass ich meine journalistischen Verpflichtungen in der Mitte des Sets etwas vernachlässigt habe um an der frischen Luft ein längeres Gespräch zu führen…. Von da an gab es Bitter Atonement für mich nur noch als gern gehörte Hintergrundmusik… .. fast wie dahemm :-)

Bitter Atonement

  1. Vicious circle
  2. Meggiddo
  3. Notion of ease
  4. Decisions
  5. Caught up in conscience
  6. Forevermore
  7. Crowned with ashes
  8. Retourture
  9. To my servant (Zugabe)

Ganz dumm gelaufen ist es aber für das Review, dass sich das Gespräch auch über den kompletten Auftritt von Gravety hingezogen hat und sich somit mein musikalischer Eindruck des Abends auf Toilettengänge und als erfreuliche Hintergrundmusik reduziert. (Sorry Jungs!) Meine Möglichkeiten hier zu schreiben sind damit gar net mal sooo groß… Daher möchte ich für diejenigen, denen die Band nichts sagt (shame on you) auf meinen damaligen Ersteindruck verweisen, den ich in einem anderem Review im Oktober 2010 geschrieben habe:

„Gravety spielen sauberen Heavy Metal der selten mit tiefen Growls „aufgelockert“ wird. Für mich als Death-/Black-Metal Hörer auf jeden Fall ein Plus. In wie weit dies aber vll. die eigentliche Klientel verschreckt kann ich nach gestern nicht wirklich einschätzen. Das Publikum ist aber darauf angesprungen und somit rotierten die ersten Köpfe für diesen Abend und „…wackelst mit die Hufte, dann mache das schön geschmeidig und sexy!““

Als Ergänzung sei noch erwähnt, dass sie selbst ihren Stil als Thrash’n’Doom Metal bezeichnen, was ich im Nachhinein für die gelungenere Kategorie finde. Außerdem gab es in Gesprächen nach dem Konzert nur positive Rückmeldungen von Zuschauern. Alle Songs werden in (naher?) Zukunft auf ihrem Debutalbum landen. Eine Ausnahme stellt „Keeper of souls“ dar. Dieser Song war bereits auf dem Saarland Underground Sampler 2010 vorhanden und soll nicht verwendet werden… Vll. ein Bonustrack für die Japan-Edition ;-)

Gravety

  1. Stroke Of Fate
  2. Judge Your God
  3. Axe Of Execution
  4. Curse Of The Catacombs
  5. The Asylum
  6. Into The Grave
  7. Summoning Ritual
  8. Decay Of Life
  9. False Messiah
  10. Keeper Of Souls

Einen Sieger gab es übrigens an diesem Abend nicht und ich hoffe das wird als Anlass genommen diesen absolut genialen Abend zu wiederholen !

 

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