Review: Le Magnetophone – Qualitätsmangement (Innerlich Elvis Records)

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Le Magnetophone haben ihr Förderziel bei Indiegogo mit lediglich 37% leider nicht erreicht, dennoch landete die neue CD Qualitätsmanagement am Donnerstag in meinem Briefkasten, also zwei Tage vor der Releaseparty im Kleinen Klub.

Ins Auge sticht zunächst einmal das schöne Cover-Artwork von Lisa Kistner, das so ein bisschen vowegnimmt, was einem beim Album erwartet. Musikalisch bezeichnet die siebenköpfige Truppe ihren Stil als Post-Singer/Songwriter und das passt schon ganz gut. Viele technische Spielereien auf althergebrachten Instrumenten, der neuen Tonkunst mit ihren ganzen Boards sei Dank. Melancholisch und ironisch ist das Album geworden. Es setzt vermehrt auf ruhige Klänge und abwechselnd weiblichen und männlichen Gesang. Ab und an wird die Stille durch kurze Indierock-Anflüge, Noise oder den Sprechgesang von Gast Trip (Saarpreme) unterbrochen. Textlich setzt man sich mit der Provinz auseinander, passend zum “Brandenburg des Westens”, wie sie das Saarland in ihrer Selbstbeschreibung titulieren. Am Besten gefällt mir der zweite Track Dorf im Herbst, das ganz anschaulich eine Jugend auf dem Dorf nacherzählt sowie Hard Knocks aus genau den gleichen Gründen sowie dem wunderschönen Hip-Hop-Part von Trip. Props gibts für die Hulk-Hogan_Nennung bei Martin. Mit Mammutbaum 1 und 2 befinden sich auch zwei Akustik-Demos auf dem ansonsten doch recht klar produzierten Album. Beim ersten Video zu Der größte Puff Europas wirds dann gegen Ende sogar ziemlich laut, während Hans Dieter Xylophon dann wieder sehr melancholisch ist.

Sicherlich kein Album zum Nebenbei hören und auch nichts, was einen fröhlich stimmt (im Gegensatz zu den tollen Konzerten der Gruppe), aber ein tolles Album auf jeden Fall. Wer intellektuelle Texte mag, mit Sigur Ros und Die Türen etwas anfangen kann, der ist hier genau richtig. Zum Ende des Reviews die Videos zu Dorf im Herbst und Hard Knocks.

Soulseller Birthday Party in Marl mit Bitch Queens, Golden Helmets und Sonic Beat Explosion

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Fünf Jahre gibt es mitlerweile das Soulseller Online Magazin, grund genug für die Seitenbetreiber eine Geburtstagsshow zu veranstalten.

Das Hagenbusch in Marl ist ansich eine coole Location, Punktabzug gibts aber direkt mal für das nicht verkaufen von Schnaps. Ob JUZ hin oder her, dann sollte man halt nicht an Minderjährige den harten Stoff verkaufen. Den Anfang machen hier heute Sonic Beat Explosion. Irgendwie hatte ich die Jungs wesentlich besser in Erinnerung, doch das hier ist ein reiner Hellacopters Abklatsch… Nach einigen Songs höre ich nichtmehr wirklich zu und mit über 45 Minuten Spielzeit viel zu lange und auch etwas nervig. Einzig positiv anzumerken ist die Stimme des Sängers!

Golden Helmets kommen aus Köln und spielen Garagenpunk. Geht mit der Orgel gut ins Ohr und macht unheimlich Spass! Da kam dann irgend ne Ansage bezüglich Turbonegro, diese habe ich garnicht verstanden. Der folgende Song hatte auch nichts mit Turbonegro zu tun. Ansich aber coole Show!

Den Abschluss des Abends machen die Bitch Queens. Es hab beim Sound einige Probleme was letztendlich auch dazu geführt hat dass es keine Zugabe gab, jedoch war die Show trotz allem technischen Versagen verdammt gut! Beim Publikum kommen die Schweizer auch verdammt gut an.  Nach der Show leert sich das Hagenbusch auch sehr schnell. Sehr gelungener Abend! Auf weitere 5 Jahre Soulsellermag!

 

Die schönen Bilder habe übrigens nicht ich gemacht. Ich kann das nicht. Dafür war der schöne Lars Lunde verantwortlich. Ich könnte ihn öfter mal mitnehmen!

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Review: Hate Me Tomorrow – The Bottom Of Society

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Hate Me Tomorrow – The Bottom Of Society (CD-R – 2015 – Away From Life)

Nach nur einem Jahr der Existenz haben Hate Me Tomorrow aus Schweinfurt ihre Debut auf dem Label des Fanzines “Away From Life” veröffentlicht. Die Hüllen drucken lassen, dafür die CD’s auf CD-R in Vinyloptik drucken lassen. Das ganze dann noch nummeriert um dem Sammler ne kleine Freude zu machen. Musikalisch ist das ganze schwer Hardcorelastig. Der Hauptgesang ist leider auf der CD etwas schwach. Dafür ist der Backgroundgesang schwer “Nations On Fire”-mässig. Leider klingen die Aufnahmen nicht so fett wie sie sollten. Das mag am günstigen selber machen liegen, doch manchmal sollte man n paar Euro in die Hand nehmen. Immerhin sind Aufnahmen etwas für die Ewigkeit. Wenn man irgendwann mal drauf zurückblickt, die Scheibe sich anhört erfreut man sich mehr einer geilen Produktion. Aber da es die Band erst seit 2014 gibt kommt sicher noch einiges von den Jungs.

 

Review: Forget Today – Heart & Head

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Forget Today – Heart & Head (CD-R – 2015)
Selbst produziert ist die Demo von Forget Today und klingt verdammt gut. Die vier melodischen Hardcoresongs treiben schön nach vorne. Sänger Erics Stimme setzt dem ganzen noch das Sahnehäubchen auf! Das saarländische Quintett hat die CD-R’s in Vinyloptik in eine selbstgebastelte, aus Fotopapier bestehende Hülle gesteckt. Beigepackt ist ein Sticker der befreundeten Band Saeven Sins. Mit diesen ist wohl auch eine Split geplant. Hoffen wir dass diese bald mal kommt!

Review: Liquid Breakfast – Let it be 77 again

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Liquid Breakfast – Let it be 77 again (7″ – 2015 – Still Unbeatable Records)

Eine neue Powerpop/77 Punk Band aus alten Herren ist Liquid Breakfast. Mitglieder aus Deutschland, England und den Niederlanden umfasst die Band. Proben ist hier wahrscheins nicht häufig angesagt oder sehr kostspielig. Die beiden Songs auf der Platte gehen ultra gut ins Ohr. Neben den bereits erwähnten Genres findet sich auch etwas Mod Sound wieder. Schade dass nur zwei Songs hier zu finden sind, ein Album würde das Hörvergnügen erhöhen.

Review: Strängen – Strängen

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Strängen – Strängen (7″ – 2016 – Lightning Records)

Ex Hellacopters Gitarrist Robert Dahlqvist veröffentlicht im April seine erste Soloplatte. Es handelt sich zwar “nur” um eine 7″, doch die beiden Songs haben es in sich! Musikalisch klingen die Songs ähnlich wie the Hellacopters auf “Rock’n’Roll is dead”, einfach grossartig! Auch die Stimme ist der von Nicke nicht ganz so weit entfernt. Die Scheibe macht unheimlich Spass zu hören, hoffentlich kommt auch ein Album in nicht alzuferner Zukunft!

Review: Garden Gang – Middle Class Symphony

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Garden Gang – Middle Class Symphony (CD/LP – Still Unbeatable Records / True Trash – 2016)
Garden Gang habe ich 2006 glaube ich im Stuttgarter Keller Klub gesehen. Garden Gang fand ich super öde und konnte mir das auch nicht ganz ansehen. Das Album kam beim ersten Durchlauf auch nicht an, doch nach drei- bis viermaligem hören kommt der Garagenpunksound im Ohr an. Teilweise wird etwas viel Orgel gespielt.  Am meisten bleibt durch seinen piratigen Gesang der Song “Make A Move Or Die” hängen. Ohrwurmgarantie! Auf dem Album wirkt u.a. auch TV Smith (bekannt u.a. von the Adverts) mit. In mehreren Auflagen erscheint das Album. U.a. auf farbigem Vinyl, mit einer 7″ Single, und als CD.

Review: Hell Nation Army – Songs For The Sick

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Hell Nation Army  – Songs For The Sick (CD – 2015 – Core Tex)
Hell Nation Army aus Berlin spielen “kick ass Rock’n’Roll”. Die Songs auf der fünf Titel umfassenden EP klingen wie langsamere Peter Pan Speedrock gemischt mit Gluecifer. Wobei das ganze leider nicht richtig bumst. Dies liegt jedoch wahrscheinlich an den Aufnahmen. Live bestimmt ganz gut. Das Artwork des Digipack erinnert an die letzte Scheibe von Peter Pan Speedrock. Etwas mehr eigenen Charakter hätte ich mir gewünscht.

Review: Telstar Sound Drone – Magical Solutions To Everyday Struggles

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Telstar Sound Drone – Magical Solutions To Everyday Struggles (CD/LP – 2016 – Bad Afro Records)

Telstar Sound Drone ist ein Nebenprojekt einiger Mitglieder der Band “Baby Woodrose”. Neun sehr düstere, schleppende Songs befinden sich auf dem im März erscheinenden Album. Dies wird als LP mit CD beiliegend erscheinen. Zum schreiben der Songs hat sich die Band tatsächlich vier Monate von der Welt abgeschottet und im Proberaum eingesperrt. Der Titel des Openers beschreibt das ganze recht gut: “Drugs Help”. Beim hören des Albums kann man Stroboskoplichter schon vor sich sehen. Aber das gehört beim Shoegaze ja auch irgendwo dazu. Nach einmaligem hören kann man garnichts hiermit anfangen. Nach mehrfachem hören reift das ganze dann!

Review: Eisenpimmel – Viva la nix!

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Eisenpimmel – Viva la nix! (CD/LP – 2016 – Kaputte Jugend Records)

Viva la nix! – der Untergang des monotären Wirtschaftssystems (aus Sicht eines Girokontos) kommt als Punkoper. Das 35 Titel umfassende Stück liegt irgendwo zwischen Punk, Rap, Hörspiel, Hardrock, Heavy Metal, Schlager, Kindermusik und sämtlichen anderen Genres. Wie der (Unter-)Titel bereits besagt geht es primär um das Finanzsystem. Kritisch und einfach verständlich wird dieses hier erklärt. Natürlich geht es auch um wichtige Eisenpimmel Themen wie Bier, Titten, Pommes, Ruhrgebiet und natürlich Bier! Gaststars sind Bela B (Mein Leben ist Scheisse), Dirk von Slime (Uninteressante Minderheiten) und bei dem Ultraohrwurm “Zeig mir den Weg zur nächsten Nichttrinkerkneipe” darf Gildo Horn ran. Ich würde sagen rundum super gelungenes Werk, wenn nich das Cover so unheimlich hässlich wäre. Aber das hier is Punk und darf alles! Doppel CD und dreifach Vinyl und vierfach geil!

10 Records Worth To Die For: #12 mit der Terrorgruppe

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Bisher hatten wir noch von keiner Band jemanden doppelt. Doch ist die Terrorgruppe wie eine andere Band? Gibt es eigentlich 2016 noch Bands die im Punk ihre Gitarren so wenig verzerren?

Mit neuem Album gibts die besten 10 (in Worten: ZEHN) Platten von der Terrorgruppe. Mc Motherfucker und Johnny Bottrop stellen jeweils ihre Lieblingsalben vor. DOPPELFEATURE! Das ist bei der Band aktuell auch angebracht denn die Zahl Zwei spielt momentan eine grosse Rolle bei der Band: Zweiter Anlauf durch die Reunion, zweiter Frühling (und vielleicht doch mal einen Sommer der Liebe?!) und Zip Schlitzer ist auch das zweite mal der Band beigetreten. Aber was erzähle ich? Hier die besten Platten von Berlins Bonny & Clyde aka Johnny und Archie!

 

MC MOTHERFUCKER‘s Top ten
 
 
1. The Sweet – Best Of 1971-1974
Diese meiner Meinung nach Beste aller Glam-Rock Bands mit den Hits des Autorenteams Mike Chapman und Nicky Chinn begleitet mich heute noch. Sie brachten mich schon als Kind zu härterem Rock und eichten meine Synapsen für den späteren Punk-Rock. Ich war 1973, 8 Jahre alt und mopste jede Woche die Bravo am Kiosk um Neues über diese Band zu erfahren. Das Taschengeld reichte nicht.  Das Songwriting, Andy Scotts Falsett-Harmonien und sein Gitarrenspiel beeinflussen mich noch heute bei meiner Arbeit. 
 
2. Thin Lizzy – Bad Reputation
Bis heute bekomm ich eine Gänsehaut wenn ich Phil Lynott singen höre und die zweistimmigen Gitarren-Leads haben sogar die Terrorgruppe schon des öfteren inspiriert. Meiner Ansicht nach das konkreteste Werk dieser Band. Und eine Platte die mich über 40 Jahre begleitet hat. Durch diese Platte bin ich zum Rock-Liebhaber und Nerd geworden. 
 
3. Sex Pistols – Never mind the Bollocks
Das ist die Quintessenz der Punkrock-Hochphase und das Album, das alle für mich wichtigen Ingredienzien des Punk vereint. Ein minimalistisches aber fettes Brett an Sound, ein aggressiver aber nie prollig wirkender und sehr eigenständiger charaktervoller Gesang. Provozierende, intelligente, nihilistische Texte mit etwas Sozial- und Gesellschaftskritik und einer Prise Dadaismus.
Und wirklich jeder Song ein Riesen Hit. Klar, The Stranglers, The Clash, Ramones, The Adverts u.v.m hatten alle ihre Hits, aber an dieses Monster von Punk-Album kamen alle nicht mit einer ihrer Platten ran. Dazu verkörperte die Band in den Medien den Punk wie keine Andere. Ich liebe dieses Album bis heute und es hat einen grossen Einfluss auf meinen Projekten.
 
4. Motörhead – The Ace of Spades
Während meine Klassenkameraden Kiss, Queen und AC/DC feierten, die ich zwar alle ganz cool fand, aber nie cool genug, um mir unbedingt auch eine Platte dieser Bands besorgen zu wollen, haute mich dieses Album vollends von den Socken. Das war so ein rauher, dichter und brutal-erdiger Sound. Und wie die Typen da in ihren mexikanischen Gangsterklamotten auf dem Cover in der Wüste standen. (Das war wahrscheinlich nur eine Sanddüne irgendwo an der englischen Küste) Jeder, dem ich diese Platte vorspielte, verzog die Fresse. Meine Punkfreunde waren der Meinung, das wär doofer Rockscheiss und meine Rockfreunde fanden das wär Punk. Ich fand’s übergeil und wieder ein Album mit ausschliesslich Hits. Leider hab ich die Band seit Orgasmatron aus den Augen verloren.
 
5. The Police – Reggatta de Blanc
Ich weiss nicht wie oft ich zu diesem Album gevögelt habe. 2-3 Dutzend Mal bestimmt. Das war die Vögel-Platte schlechthin. Du musstest nur die Platte auflegen und das Mädchen in deinem Zimmer wurde rattig. Das Album ist musikalisch wirklich bahnbrechend. Als ich dann noch einen glorreichen Auftritt der Band in einer Rockpalast-Nacht sah, war ich von diesen 3 Genies völlig beeindruckt, bis heute.
6. Discharge – Here nothing see nothing say
Diese Platte war mein persönliches Hardcore-Punk-Fundament. Die Scheibe lief 1982-83 bei mir in Dauerrotation und war  die grösste Inspiration und Motivation für meine damalige eigene Proto-Hardcore-Punk-Band „Inferno“. Wir wollten einfach nur schneller und härter als Discharge sein.
 
7. Misfits – Walk Among Us
Wieder so ein Hit-Monster. Das war unsere Tourbus-Platte bei Inferno. Die lief über 3 Jahre auf jeder Konzertreise unserer kleinen Hardcore-Band im Bandbus und wir gröhlten alle die Hits mit, bis wir komplett heiser waren. Ein Geniestreich.” ….20 eyes in my head….20 eyes in my head…
 
8. The Replacements – Pleased to meet me
Als ich 1986 von Augsburg nach Berlin zog, hatte ich zu Anfang eine sehr schlimme Wohnung in Kreuzberg ohne Wasser und Strom. Nur der Kohleofen ging. Ich hatte aber ein Radio, dass mit Batterien lief und just in dieser Zeit kam dieses Album mit den Überhits Alex Chilton, Skyway, Red Red Wine, Can’t Hardly Wait… raus und wurde auf Radio100  rauf und runter gespielt. Ich verliebte mich sofort in Paul Westerberg’s Stimme, in die irgendwie destruktiven aber doch meist positiven Texte und in diese ganz speziell molligen Gesangsmelodien. Dieser dreckige aber poppige College-Rocksound war für mich die logische und sinnvollste Weiterentwicklung von Punk. Später erschloss sich für mich dann auch das Frühwerk dieser Band aber “Pleased to meet me“ ist für mich bis heute noch die wichtigste ihrer Platten. Ein Album dass mich von 0 auf 100 glückselig machen kann.
 
9. Sublime – Sublime
Sicher gab es Ende der 80er und auch über die 90er einige fantastische Punk-Platten die ich abgöttisch gefeiert habe. Suffer von Bad Religion, Somewhere Between Heaven and Hell von Social Distortion, Punk in Drublic von NOFX, Dookie von Green Day oder Smash von The Offspring. Aber Nichts kam an diese seltsame Reggae-Rock Platte  von Sublime ran. Deren selbstbetiteltes 96er Album ist bis heute ein Hitfeuerwerk. Ich brauchte mir die Platte auch nie zulegen, sie lief eh überall. Und diese übersexy Junkie-Stimme des Sängers, hammer. Ich fühlte mich an Police zurückerinnert, weil man zu diesem Album wieder ausgezeichnet vögeln konnte.
 
10. Swervedriver – Mezcal Head 
Nachdem ich 2005 mit der Terrorgruppe aufgehört  habe und für ein, zwei Jährchen Urlaub von Punk und Rockmusik machte,  entdeckte ich zufällig das 1993er Album dieser fantastischen Band für mich. Etwa 12 Jahre zu spät … und ich feier es bis heute hart. Diese Noise-Gitarren-Orgien und die äusserst geschickten und sexy Gesangs-Melodien beeindrucken mich immer wieder. Wer hätte gedacht das ich mal einen 12 Minuten Song wie „Last  Train To Satansville“ feiern würde?
 
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Johnny Bottrop seine Top Ten
1. MC5 – Back in the USA
Eigentlich eine völlig unspektakuläre und eher “understatement”-mässige Rock`n`Roll Platte, zwiespältig, unentschieden zwischen uptempo aufbrausend und ganz konventioneller Rock-Musik, zwischen Teenage-Liebeskummer und Revolte… Aber auch ‘ne Scheibe, die dich nach dem dritten Hören nicht mehr loslässt, weil unglaublich groovend produziert … ich leg seit 1998 mehr oder weniger selten und unregelmässig Platten in Berliner Bars und Klubs auf, vom kleinen Wiener Blut und Wowsville bis zu SO36 oder White Trash,  ein Abend ohne mindestens 2 Songs von dieser Platte wär unvorstellbar, der tanzbarste, rockigste, souligste und geschmeidigste Stoff, der je von weissen Industriestadt-Kids gespielt wurde. 1000 mal gecovert von vielen 77-Punk, 90ties Grundge- und modernen Rock-Combos. Zu recht.
2. Bad Brains – ROIR Tape
Selbst ein “atheistischer Agnostiker” wie ich muss mal für 5 Minuten die “Existenz Gottes” Anerkennen, zumindest hat er mal früher Anfang der 80er für ein paar Tage existiert und nannte sich “Jah” oder “Jah-Jah” und kam höchstpersönlich auf die Erde (Ostküste USA) in ein 4-Spur Tonstudio, um bei Produktion und Mix dieses bis heute grössten und mächtigsten Hardcore-Kolosses, der jemals über diesen Planeten gestampft ist, mit einem bekifften Smile hinter den Reglern zu sitzen und das alles auf Tape zu bannen. Mit alt-testamentarischer Wucht werden die Mauern von Babylon zertrümmert und jeder, der nur ein paar Takte dieses Tapes hört, in eine Mischung aus Raserei, Anfall, Gewaltausbruch und spirituellem Trance versetzt. Das Tape schlug in unsere kleine junge Punkszene ein wie the Sound of 10.000 Trombones auf die Mauern von Jericho. Danach war Hardcore König und Punkrock erstmal bloss noch lahmer Altherren-Sound.
3. Toots and The Maytals – Funky Kingston
Einfach nur sexy… sicherlich die beste Reggae-Platte aller Zeiten; mit dem besten und souligsten Reggae-Sänger und tollsten Harmonien und Hit-Hooks. Jeder, der dazu NICHT sofort mit tanzt oder zumindest mit dem Arsch wackelt ist entweder taub, dement, tot oder Voll-Nazi. Es ist auch definitiv the best Record ever für guten langen Sex (Repeat-Funktion nicht vergessen!).
4. Rolling Stones – Rolled Gold
Die Single-Compilation der Middle-Class-Delinquenten und Bürger-Schrecks, die dann ab 1966 sowas wie die Staatsfeinde Nummer 1 des spiessigen Nachkriegs-UK wurden. Dazu reichten damals schon ein paar Gramm Grass, ein paar Pillen und Papers und 2 unbekleidete Modells im bekifften Halbschlaf. Wohl keine Platte hat sich mehr in mein Unterbewusstsein eingegraben als diese Doppel-LP, nicht mal Ramones und Pistols und auch nicht die Beatles… hab sie mit 11 Jahren für 2 Mark auf einem Flohmarkt erstanden und dann einfach mal für 2 Jahre jeden Tag gehört… bis zu vier mal täglich. Falls sich irgendwann mal ein Musik-Professor mit unseren TG-Liedern befassen muss (der Arme), dann wird er wohl feststellen, dass ungefähr die Hälfte unserer Akkordfolgen mehr oder weniger auf das Stones Repertoire von 1963-69 zurückzuführen sind.
5. Sex Pistols  – Never Mind The Bollocks
Wenn die Bad Brains sowas wie ein auf die Erde zurückgekehrter alttestamentarischer Kampf-Koloss waren, die Rolling Stones eine grosse Teenage-Palastrevolution für schlechterzogene Bürgerkinder und Rotzlöffel, dann waren die Sex Pistols wohl die Wasserstoff-Bombe der Jugend-Rebellion schlechthin. Nie wieder in der Geschichte wird eine Band, die gerade mal für einen Zeitraum von 18 Monaten für die Aussenwelt wahrnehmbar existiert hat, mit Haltung, Lyrics, Sound, Optik und Zitaten so sehr Epicenter oder Dreh- und Angelpunkt von  Pop- und Jugendkultur werden, wie diese. Die Bandgeschichte ist so dermassen over-the-top, dass sie wie ein böses Märchen wirkt, von den Zeitungen zum Staatsfeind Nummer 1 erklärt, von Königshaus- und Bibeltreuen Mobs erst mit Boykott und später Mord bedroht, nichtmal genug Geld für eine Dose Bohnen auf der Tasche, aber gleichzeitig auf Nummer 1 der Charts, natürlich boykottiert vom Radio. Mit 13 bekam ich die dazugehörige Single “Holidays in the Sun” in die Finger. Damit war meine “Rolling Stones Phase” beendet.
6. The Modern Lovers – Rock ‘n Roll with the Modern Lovers
Folk? Folk-Punk?  Ein Genre, dass mir normalerweise nur ein here missbilligendes Achselzucken entlockt. Oh Weia… in mässig lustige gälische Kostümchen gekleidete Menschen, die mit Hilfe von Flöten, Pfeifchen, Akkordeonen, Dudelsäcken und Zupfgeigen prollige Rauf- und Sauf-Musik zelebrieren und dabei sowas wie “Unity” beschwören… dieser Ansatz von Punk bedeutet meistens nur das absolute Grauen und ich muss ganz schnell weglaufen. (Okee… es gibt ein paar Ausnahmen).  Auch die Modern Lovers  waren Folk UND Punk zusammen  (und zudem purer Rock`n Roll). Eigentlich haben sie dieses Genre sogar erfunden, wenn man es mal ganz genau nimmt. 4 Jahre vor den Pogues. Aber sie blieben dabei immer COOL, zurückgelehnt, minimalistisch und völlig unaufgeregt GENIAL. Understatement statt Mitgröhl-Pathos. Fast jeder Song dieser Platte taugt als Blaupause für
a) Welthit
b) primitiver Protopunk-Smasher
c) Kinderlied
d) Doo Wop / Rock’n Roll Evergreen
e) Film-Musik für Krimi / Western / Liebesfilm / Drama / Komödie
… und das alles gleichzeitg. Einer der Songs wurde dann ja auch Welthit… aber erst ein paar Jahre später.
7. Bob Marley and the Wailers – Natty Dread
Das essentielle Album des grössten Rockstars der Dritten Welt, ein Typ, der an die Zähne bewaffnete verfeindete Clans durch ein paar Songs zu Handshake und Versöhnung brachte und der nach Rhodesiens Befreiung von der Apartheid-Diktatur vor Hunderttausenden Afrikanern auf eigene Kosten die offiziellen Feierlichkeiten beschallte. Man begreift die Bedeutung dieser Musik erst, wenn man mal an einem heissen Nachmittag bei 40 Grad Celsius auf eine Busbahnhof, in einem Taxi, in einem überfüllten Zug oder einem hoffnungslos überladenen Kleinbus irgendwo in den entlegensten Regionen von Indonesien, Panama, Namibia, Brasilien, Ecuador oder Thailand sitzt. Bob Marley läuft überall.  Aus jedem Lautsprecher.
“Lively Up Yourself” hat sicher den groovigsten Basslauf der Weltgeschichte… und was für einen Text. Musik, die dich wieder von den Toten erweckt, wenn dich die schlimmsten Ereignisse, Lebensumstände und die ganze Gesamt-Scheisse so richtig herabziehen in ein tiefes schwarzes Loch.
Besser als jede Medizin und Therapie.
8. Hüsker Dü – Zen Arcade 
Wenn der Archi oben schon die Replacements genannt hat, dann muss ich ja zwangsläufig und wegen der Gerechtigkeit auch die zweite grosse Band aus Minneapolis listen. Hüsker Dü sind für den weiteren Verlauf von Alternative Rock, Pop-Punk, Rock-Core, Emo, Post-Punk und “Indie-Rock” ungefähr genauso wichtig wie Alexander Graham Bell für die Entwicklung des Telefonnetzes. Und obwohl teilweise wahnsinnig hi-speed und sehr aggro eingespielt, mit grösstmöglicher Verzerrung und herausgeschrieenen Vocals, sind weite Teile diese Doppel-LP der perfekte Soundtrack sowohl für tollen Beischlaf als auch für tiefste Liebeskummer-Depressionen. Für Parties eher ungeeignet.
9. Sly and the Family Stone –  Dance to the music
Habt ihr schonmal den “Woodstock”-Konzert-Film gesehen? Zugegebenermassen zu 75% ein Haufen hässlicher, lahmer und pathetischer Hippiescheisse hoch zehn. Aber irgendwann taucht in diesem Film eine bunte Truppe von aufgedrehten bizarren Funk- und Soul-Musikern auf, die mit ihren abgespacten Glam- und Phantasie-Outfits, ihren coolen Posen und einer etwas “over-the-top” Tanz-Choreografie wie Wesen vom anderen Stern wirken … und dazu noch ausgerüstet mit den schnellsten, härtesten und groovigsten Funk-Pattern, die man sich überhaupt vorstellen kann … eigentlich sowas wie ein “Boston Not L.A.” oder ein “Flex Your Head” auf Soul und Funk-Format. Irgendwie ist das alles sehr punkig… und gleichzeitig psychedelisch. Und hoch-politisch. Die Songs aus eben diesem Woodstock Film sind hier auf “Dance to the Music” in ihren Studio-Versionen erhältlich. Sly selber soll die Platte damals zu “mainstreamig” und “poppig” empfunden haben, er mochte es noch härter.
10. The Beatles – Rubber Soul
Man, fuck – welche der Beatles Platten soll ich nennen? Eine muss in die Top-Ten. White Album hat “Cry Baby cry”, “Everybody has got something to hide…” , “Helter Skelter”…  Abbey Road hat den Proto-Punker “Polythene Pam”,  Revolver kommt mit “Doctor Robert”  und A Hard days Night oder Beatles For Sale sind sowieso super…  kann mich nicht entscheiden, fuck, ich nehm jetzt einfach mal die erste Platte aus der mittleren Phase: Rubber Soul mit dem Oberhammer “Drive my Car”
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Vika Goes Wild am 23. Januar 2016 in der Stummschen Reithalle

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Das zweite Konzert für mich dieses Jahr und im Prinzip mein zweites Klassisches. Also wenn man Beatles als klassisch ansieht ;-) Aber zu den Cavern Beatles in ein paar Tagen mehr. Hinter Vika Goes Wild verbirgt sich die Ukrainerin Viktoriya Yermolyeva, eine klassische Musikerin, die irgendwann angefangen hat, verschiedene Metal- und Rock-Songs auf dem Piano zu spielen und auf YouTUbe hochzuladen. Das brachte ihr eine große Fanbase ein und sorgte dafür, dass sie beispielsweise auf dem Summer Breeze vor einer tobenden Headbangermeute performen durfte. Klar, dass ich mir sowas nicht entgehen lasse. Klassische Musik ist zwar nicht so mein Fall, aber bestaunen wollte ich das Musikgenie dann schon… Ich entschuldige mich schon mal für die schlechte Qualität der Bilder. Hab leider meine andere Kamera zu Hause gelassen… Naja, erfreut euch am Promoshot weiter oben oder lest den Neckbreaker-Bericht, die waren nämlich auch vor Ort.

Mit 20 Tacken war das Konzert schon ordentlich teuer. Naja, die Pianistin muss natürlich auch irgendwie bezahlt werden… Die Dame betrat Punkt 20 Uhr dann auch die Bühne. Ihr unaufdringlicher Charme und die leise Stimme ließen noch nichts daran erkennen, was nun folgen sollte. Sie legte mit Master of Puppets los und man muss schon sagen, das war ein gigantischer Auftakt. Blitzschnell sausten ihre Finger über die Tasten. Das Stück wurde sehr gut eingefangen. Die Songauswahl in Neunkirchen war recht gut, muss man schon sagen. Leider waren auch ein paar Standards dabei, die man so oder so ähnlich schon in klassischem Arrangement kennt, wie Nothing Else Matters, Space Oddity und Wish You Were Here. Überraschend fand ich God Is Dead? von Black Sabbath, versteckt sich doch darin anscheinend in der Mitte ein kleiner Cartoon-Song. Beeindruckend auch ihre Version von Smells Like Teen Spirit. Relativ unspektakulär blieb ihr Auftreten. Nach jedem Song hielt sie kurz inne, wartete den Applaus ab, ging an den Bühnenrand und verbeugte sich. Dann folgte eine kurze Ansage, bei der sie das Lied meist nur ansagte. Lediglich bei ihrem eigenen Lied Stone (glaube ich) und zu Beginn des zweiten Sets erzählte sie etwas länger. Ihr eigenes Lied war übrigens überraschend gut. Zunächst begann es wie ein klassisches Stück und wurde dann immer wilder. Super! Toll war auch Toxicity, das mir besser gefällt als das Original (bin kein SOAD-Fan). Hurt war schon ziemlich von der Johnny-Cash-Version beeinflusst, aber auch sehr schön gestaltet. Highway to Hell war in seinem klassischen Arrangement schon fast zu fröhlich, aber machte daher auch Spaß. Standard dagegen Stairway to Heaven. Mit Ace of Spades endete der offizielle Teil. Vika kam jedoch nochmal für Bohemian Rhapsody (zweites Queen-Lied nach Who Wants to Live Forever zurück, das in seiner Klavierversion auch überraschend gut kommt. Die Menge wollte aber noch mehr und so machte schließlich Paranoid den Rausschmeißer. Während der Recherche fiel mir auf, dass sie eigentlich auch Stoff von Rammstein und Die Ärzte im Programm hat. Schade, das hiervon nichts gespielt wurde. Ansonsten aber ein wirklich toller Abend. Mit zwei Stunden Spielzeit wurde auch was fürs Geld geboten…

Vika bereitet sich im Übrigen gerade auf ihr Debütalbum vor, das wohl über Crowdfunding finanziert wurde (Pledgemusic) und viele Eigenkompositionen enthalten soll. Es lohnt sich sicherlich ihre Website VKgoeswild zu beobachten. Sollten die Lieder im Stile des heute vorgestellten sein, wird das Album bestimmt großartig.

Review: The Tex Avery Syndrome – Wolfcity

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The Tex Avery Syndrome – Wolfcity (CD – 2016 – Finest Noise)

The Texas Avery Syndrome, benannt nach dem Comiczeichner Tex Avery, spielen Metalcore und kommen aus Frankfurt und Offenbach. Ist diese EP so uninspirierend dass ich ihr rein garnichts abgewinnen kann. Man hört nicht dass der Gesang von einer Frau stammt, genau so wenig erkennt man, ganz dem Musikstil treu, was hier gesungen wird. Ultra langweilige Scheibe! Warum muss man das eigentlich immer speziell als “female fronted” angeben wenn ne Frau singt? Ist das nicht Schnuppe? Bands mit Mann am Mikrofon verkaufen sich ja auch nicht als “male fronted”, oder?

Review: Terrorgruppe – Tiergarten

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Terrorgruppe – Tiergarten (CD/LP – 2016 – Destiny Records)

Zehn Jahre ist es her dass die Terrorgruppe ein Album veröffentlicht hat, dabei handelte es sich jedoch nur um die (mehr oder weniger) englische Version der “Fundamental” Platte. 2014 kam dann nach der Reunion die EP “Inzest im Familiengrab”. Ich fand sie cool, in meinem Freundeskreis kam sie jedoch eher weniger an. Oft heisst es “Terrorgruppe ist auch nichtmehr das was es einmal war!”. Doch was hat sich verändert? Es gibt nen Keyboarder/Saxophonist/Orgelspieler welcher sich auf dem neusten Werk sehr austobt. Aber sonst? Highlights hat jede Band und Titel wie “die Gesellschaft ist schuld…”, “Opa” oder “mein Skateboard ist wichtiger als Deutschland” sind absolute Hightlights und einfach Meisterwerke des deutschen Punkrocks. Da ist es nicht einfach mitzuhalten. AC/DC sind auch noch immer geil, trotzdem wird kein zweiter “Highway to hell” jemals von den Australiern geschrieben werden.

“Tiergarten” wird von Durchlauf zu Durchlauf besser! Zu Beginn dachte ich es wäre durchwachsen, mittlerweile halte ich es für ein Prachtstück! Aktuelle Themen wurden aufgegriffen. Das Album wurde bereits vor einem Jahr aufgenommen und leider haben viele Songs an Aktualität zugenommen. Opener “Blutbürger” beschreibt den politisch offenen, Deutschen ganz gut. 14 Titel liefert das Album. Schwachstelle ist leider nur “Schmetterling”. Hier singt ein “Skinhead Black” mit und eben sein Gesang ist nur so lala. Desweiteren ist Crackhure Luise Fuckface u.a. bei “der Maximilian” mit dabei. Ansonsten alles super! Geile Scheibe! Die Special Box kommt übrigens als fette Pappbox mit Bandana, LP, CD und Buch. Preis/Leistung hier sehr fair!

Review: The Baboon Show – The World Is Bigger Than You

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The Baboon Show – The World Is Bigger Than You (CD/LP – 2016 – Kidnap Music)

Was soll man zu the Baboon Show noch sagen? Seit der Veröffentlichung von “Punkrock Harbour” ist die Band mindestens zwei mal jährlich in Deutschland auf Tour. Ausserdem noch in Cuba, Spanien und natürlich Schweden. Das mitlerweile vierte Album auf Kidnap Music umfasst elf Songs. Etwas aus der Reihe fällt “the Hermit”. Mit seinem Beat erinnert es mich stark an Alice Coopers “Disco Bloodbath Boogie Fever”. Dies ist auch schon die einzigste Überaschung auf dem Album. Ansonsten spielt sich die Band gewohnt stark durch. Ähnlich wie Motörhead kommt jährlich eine neue Platte welche den anderen vom Stil her sehr ähnelt. Keine Hänger, viele Ohrwürmer. Highlight ist die erste Veröffentlichung “Me Myself And I”. Die Vinyljunkees bekommen auch noch was ab, denn wer schnell ist kann sich die special Edition zulegen. Diese beinhaltet neben dem Album noch die in skadinavien bereits auf CD erschienene Platte “Havanna Sessions”. Sehr gute Scheibe.

Preordern kann man hier: http://tanteguerilla.com/The-Baboon-Show-The-World-Is-Bigger-Than-You-Havana-Sessions-Limited-Vinyl-Set

Review: Deep Shining High – Victim Of Time

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Deep Shining High – Victim Of Time (7″ – 2015 – Subzine Records)

Vor einigen Wochen habe ich von Subzine Records ein schönes Paket zum rezessieren bekommen. Die beste Platte aus dem Päkchen habe ich mir für den Schluss aufgehoben. Die vier Dresdener von Deep Shining High haben vier richtig coole Songs auf der Platte die irgendwo Richtung Radio Dead Ones, frühen Billy Idol Sachen oder US Bombs musikalisch sich wiederfinden. Auf Platte ist die Stimme von Sänger Willi etwas verzerrt. Ob er das braucht weis ich nicht, denn auf der Bühne hat mich seine Stimme in natura schon umgehauen. Besonders in den hellen Tonlagen fühlt er sich wohl und klingt sehr geil! Die Platte gibt es 400x auf scharzem und 109x auf grünem Vinyl. Sollte man sich zulegen, auf kurz oder lang kommt man gottseidank nicht an den Jungs vorbei!

10 Records worth to die for: #11 mit Alex Caverliere (Disidente)

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2012 durfte ich Alex in einer Kneipe in Guadalajara, Mexiko, kennen lernen. Schnell kamen wir auf das Thema Musik und er erzählte dass er auch in einer Band spiele. Ein Kumpel warf in den Raum dass die Band recht bekannt sei, doch das leugnete er. Am selben Abend schaute ich mir ein Livevideo an. Massen die die Gitarrenmelodien mitsingen, der Wahnsinn! Am nächsten Tag trafen wir den bescheidenen Alex wieder und an diesem Abend kamen sogar Fans um ein Bild mit ihm zu machen. Alex hat sich seine Liste stark zu Herzen genommen und etwas länger gebraucht, doch das war es wert! Chinga su madre con Alex Caverliere y sus discos favoritos!

 

AC/DC – High Voltage

Well… Its AC fucking DC man, what else to say

Fugazi – Argument

Is their last album and the perfect culmination of their work. Beside their working ethic, Fugazi also made great records. The dynamic between guitars, bass and drums, are just perfect. Every time I listen to this album I learn something new, this guys have a lot of tricks on their songs.

Ramones – Ramones

Misleadingly primitive. Catchy songs with easily played chord progression. Beach Boys meets the MC5, way ahead of their time. I love Ramones. One, two, three, four!

Turbonegro – Scandinavian Leather

Punk, glam rock and great sense of humor shaking hands. Turbonegro does it all, actually you can hear a flute solo on this record. “Fuck the world” thats it.

Metallica – Kill Em All

When I hear Kill Em All for the first time, it totally killed me and change my life, for sure. Great songs, with great riffs, with great lyrics, right up in your face. Listening to this album, always make me scream: I give a damm!!!

Iron Maiden – The Number Of The Beast

At first I was scared by the album cover, I just say: Shit, this is música del diablo( Devils music ). Then I Hear it and it totally blow my mind. Twin guitars all the way with a killer bass and hellish drums. They wrote anthems, enough said.

The Hellacopters – By The Grace Of God

First of all, I must say that I love all of their albums and beside mention the greatness of Nicke Andersson. By the grace of god is packed of strong songs with a great sense of melody. This is classic rock, played with class.

Black Sabbath – Paranoid

When I was ten years old, one of the first riffs that I can actually play kind of well on the guitar was “Paranoid” and “Iron man”. They look pretty simple, but they’re not. They take their blues influence to the next level.Tony Iommi’s guitar riffs are so growlingly low and sinister, the sound of doom. They just do so much for heavy music.

Baroness – Blue Record

Since you play it, everything works well with the Blue Record. Start with an intro that almost make me cry, and then bang, bang!. The whole sound of this record it’s insane, a truly consistent piece of work.

Graveyard – Hisingen Blues

This was release in 2011, but with no problem it could be made in 1970. Blues, psychedelic rock, hard rock covered with a Sabbathesque sauce. Hisingen Blues it’s fresh air.

 

 

Review: Poison Heart – Strong Ties

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Poison Heart – Strong Ties (CD – 2016 – Zodiac Killer Recordings)

Poison Heart aus Polen veröffentlichen nach “Wasted” ihre zweite CD. Ganz klar hat sich die Band weiterentwickelt. Das ganze hört sich mitlerweile wesentlich mehr nach einer Band an, ein roter Faden ist gefunden (was nicht heissen soll dass das Debut nicht gut war, im Gegenteil!!). Leider haben es nur acht Songs auf die Scheibe geschafft, im Schnitt dauern diese jedoch über drei Minuten. Ein Tief gibt es hier nicht, ein Highlight ist jedoch eine Coverversion von Turbonegro’s “Destination Hell”. Richtig gut gelungenes Werk! Im Mai kommen die Jungs übrigens wieder auf Tour, sollte man sich ansehen!

25. Große Nachtmusik am 30. Dezember 2015 in der Illipse Illingen

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Neben dem jährlichen Akustik-Gig im JUZ bietet Illingen in der Weihnachtszeit beziehungsweise zwischen den Tagen ein weiteres Highlight. In der Illipse findet jährlich am Abend vor Silvester die Große Nachtmusik statt. Dies jährte sich am 30. Dezember nun zum 25. mal und auch wenn diesmal wenig für mich dabei war, habe ich die Reise angetreten und mich gar königlich amüsiert. An die 25 Jahre erinnerte im Foyer eine kleine Ausstellung der 24 Plakate zur Nachtmusik. Oben angekommen stellte ich esrt einmal fest, wie jedes Jahr den Eröffnungsakt verpasst zu haben. Dieser war Multicore – Jazz ohne Barrieren – made in Saarland! Schade eigentlich.

Drinnen waren gerade Klassik mit FuF am werkeln da ich aber keine Klassik mag, blieb ich draußen und unterhielt mich gut mit meinen Bekannten. Leider viel zu angeregt, so dass ich den Auftritt meines alten Musiklehrers verpasste, der wohl bei Klassik mit FuF federführend war und wohl auch Blowin’ Up Stones, die ich gerne gesehen hätte. Versprach doch die Mischung aus Rolling Stones und Kammermusik einiges an Spaß. Leider an diesem Abend nicht für mich.

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Flauto Furioso

Selbstredend war auch das Flötenquartett Flauto Furioso nix für mich, aber hier kann ich euch wenigstens ein Bild präsentieren. Die Damen haben sich extra für das 25-jährige Jubiläum nach rund 20 Jahren reformiert. Das ist ihnen hoch anzurechnen.

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DoubleBlebAssCompAny

Vor der Pause war dann noch die DoubleBlebAssCompAny dran. Auch diese reformiert, spielte sie doch bereits bei einer früheren Nachtmusik zusammen. Das krasse ist, hier spielen damit Lehrer und Schüler erstmals seit mehreren Jahren wieder zusammen. Bei seinem ersten Auftritt war Dirk Kunz damals 13 Jahre alt. Deutlich gealtert oder sagen wir gereift, traf er wieder auf seinen Lehrer Martin „Schmiddi“ Schmidt. Die beiden traten als Bassduo auf und dementsprechend Tieftönend wurde es dann auch. beide Virtuosen am Bass, schöne Vorstellung. Letzter Auftritt vor der Pause.

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Friede Freude Eierband

Die Pause war gut gewählt, denn danach war Schmiddi schon wieder dran. Für mich das Highlight des Abends: Die Friede Freude Eierband in der Besetzung Christof Thewes (Posaune), Martin „Schmiddi“ Schmidt (Bass), Martial Frenzel (Schlagzeug) und Hartmut Oßwald (Saxophon). “Powerjazz vom Feinsten”. Thewes ließ es sich nicht nehmen, den zwei Tage vorher verstorbenen Lemmy seinen Auftritt und damit jedes einzelne Lied zu widmen. Einige Lieder klangen auch wirklich ziemlich metallisch, so dass der Vergleich nicht ganz so unorthodox war, wie man gemeinhin vermutet. Jedenfalls jazzte sich die Eierband durch ein wunderbares Set und erntete auch viel Applaus.

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MXV Concordia Zwietracht

Der MXV Concordia Zwietracht ist auch reformiert und präsentierte ein paar Trinklieder aus allen Epochen nach 12 Jahren Abstinenz (oh, der ist gut). Leider nicht so mein Fall…

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Brandy

Brandy war dann schon eher nach meinem Geschmack. ich würde sagen 1990er Alternative Rock mit Vocal, die dezent an Elvis erinnerten. Leider konnte ich nix über die Band in Erfahrung bringen. Hatten leider etwas Soundprobleme. Vielen Anwesenden wurde es aber auch zu laut und es zog sie zu den Ausgängen, so dass ich mit einigen Unerschrockenen, darunter ein echter Fan, im Saal verblieb. Haben sie gut gemacht, die Jungs…

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Big Sound Express

Traditionell endete die Party weit nach Mitternacht im Foyer. Der Big Sound Express, angeführt von Thewes, präsentierte einige Perlen aus ihrem Programm. Selbstverständlich wurde auch hier Lemmy gehuldigt, denn dieser musste als Vergleichgröße mit Basie als “der Lemmy der 1950er Jahre” dienen. Ich würde aber mal sagen, das war dann wohl eher, naja, Bill Haley oder so. Hier mal kurz die Setlist, die sich sehen lassen kann:

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Einiges davon stammt auch von Thewes anderen Bands, nun eben im Big-Band-Stil und rein instrumental. Thewes leistet auch hier gute Arbeit und führte durch das Ende des Abends. Für mich die zweitbeste Leistung des Abends. Kurz vor Fanfare for the Common Man bin ich dann aber los und nach Hause.

Fazit: Musikalisch war die diesjährige Nachtmusik im Gegensatz zu den Vorgängern leider weniger für mich geeignet. Der Abend war aber dennoch sehr angenehm und auch nächstes Jahr werde ich wohl wieder mit einem launischen Review am Start sein. Schließlich geht es um die Freude an der Musik und diese war an diesem Abend recht deutlich bei allen Anwesenden zu spüren. Ich hoffe, die AG Nachtmusik bleibt uns noch etwas erhalten und dies war nur der Auftakt zu 25 weiteren Jahren.

Interview mit Oi!Port: “In eine Schublade stecken kann man uns so einfach nun wirklich nicht.”

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Tja, da dachte ich, mit einer absoluten Newcomer-Band zu sprechen, stellt sich heraus, dass die schon seit neun Jahren existieren. Naja, gut, Haben oder Sein ist dennoch das Debütalbum der nicht ganz typischen Oi!-Band Oi!Port. Nachdem ich sie letztens auch live gesehen habe, bin ich der Ansicht, dat ist eine sehr feine Band, die zu dem Oi!-Kram einiges Positives hinzufügen können.

1. Fangen wir doch einfach mal mit den Basics an. Wer seid ihr und seit wann gibt es euch?

Uns gibt es seit ca. 2006. Gründer der Band waren unsre zwei Brüder Sven und Tobias. Seit her haben uns leider 2 alte Mitglieder verlassen. Norbert spielte anfangs zweite Gitarre bei uns und gründete dann nach Austritt aus Oi!port die Band Pisskanister. Auch unser ehemaliger Drummer Josef musste uns leider verlassen da er nach Hamburg zog. Seinen Platz nahm dann Jan ein, der seither viel bei Oi!port eingebracht und die Band ein Stückchen weiter brachte. Derzeit sind Oi!port: Jan (Drums), Tobias (Gitarre), Andy (Bass) und Sven (Gesang).

2. Standardfrage Nr. 1: Woher kommt euer Bandname und was ist der tiefere Sinn dahinter?

Sven: Einen tieferen Sinn gab es damals nicht. Oi!port enstannt aus der Wortkombination Oi! und Export. Um ein Haar hätten wir Oi!Pils gehießen xD. Mit 16 hat das auch gereicht.

Tobi: Auch ging es darum Oi! zu transportieren und das im Namen zu manifestieren .

3. Was zur Hölle bringt vier Menschen im Saarland dazu ausgerechnet 2015 (2014?) eine oi!-Band zu gründen?

Sven: Was Menschen dazu bewegen könnte weiß ich nicht, da wir unsere Band bereits 2006 gegründet haben :)

Tobi: Flagge zeigen und Protest

4. Einer eurer Recken spielte vorher bei Heizöl. Wie ist denn da der aktuelle Stand?

Sven: Heizöl ist derzeit aufgelöst und der liebe Jan spielt ganz gerne bei Oi!port. Derzeit seit 2 Jahren.

5. Wie seht ihr euch in der saarländischen Underground-Szene verortet?

Sven: Schwer zu sagen, da es meiner Meinung nach nicht mehr viel gibt. Zu AJZ Homburg-Zeiten war halt noch viel viel mehr los. Leider ist das vorbei. Ich denke das unsere Texte unsere Standpunkte ziemlich klar machen und man als Zuhörer weiß, wo man dran ist. Uns irgendwo einzuordnen fällt mir schwer. Wenn mich Leute fragen was für Musik wir machen, sag ich meistens: keine Ahnung :). Ich persönlich freue mich immer, wenn ein paar bunte Haare und Glatzen auf unseren Gigs zu sehen sind, freue mich aber natürlich über alle, die kommen. Solange die Faschos fern bleiben und wir etwas vermitteln können durch unsere Texte, bin ich persönlich schon ziemlich glücklich.

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6. Euer erstes Demo heißt Haben oder Sein. Sowohl ich als auch Max haben die musikalischen Qualitäten erkannt (kein Standard-Oi! usw.), aber wir mussten auch lange suchen (Review hier). Selbst für eine Proberaumaufnahme ist die Produktion gelinde gesagt mies. Dem Ganzen lag aber ein Vierfarb-Booklet mit 16 Seiten bei… Wie kommts zu dieser Diskrepanz? Anders gefragt: Hätte man die Kohle nicht in die Produktion stecken können?

Sven: Wenn es auch manch einen schockieren mag, ist „Haben oder Sein“ unser erstes „Album“. Wir haben alles komplett selbst aufgenommen und abgemischt, auch das Booklet ist komplett selbst designet, von daher günstig. Leider hatte niemand von uns irgendwelche Vorkenntnisse in diesem Bereich. Wir definieren uns halt als Punkrockband und nich als Sportfreunde Stiller. Mussten halt erstmal unsere Erfahrungen sammeln und kostet auch nur ‘nen 5er. Das nächste wird besser.

JAN: Die „Kohle“ waren 150 Euro für Booklet und Inlay. Also nicht viel Geld. Wir haben so was zum ersten mal gemacht, und müssen uns halt reinarbeiten. Uns befriedigt die Aufnahme absolut. Wem’s nicht gefällt, dem können wir nicht helfen. Die nächsten Aufnahmen werden allein deswegen schon besser, weil wir aus vergangenen Fehlern lernen können. Bei einem Preis von 5 Euro pro Tonträger gibt’s aber wirklich keinen Grund zu schimpfen.

7. Eure Musik bezeichnet ihr als “Abgefahrener Blues-Oi!punk-Ska-Gedöhns-Mix”. Äußert euch mal dazu.

Sven: Angefangen hat alles als Oi!punk-Band und über die Jahre hat unsere Musik viele verschiedene Einflüsse bekommen. Recht schnell hatten wir keinen Bock mehr uns nur dem Klischee zu bedienen und haben das gemacht, worauf wir gerade Lust hatte nund jeder hat seine musikalischen Einflüsse eingebracht.
Tobi: Wenn diese Band jemals vorgehabt hätte, irgendwelche Klischees zu übernehmen, wäre ich wohl früher oder später ausgetreten. Denn es lebe die Kreativität. Und ich kann, denk ich mal, ankündigen, dass es noch bunter wird !
Andy: Dieser Unsinn ist wohl auf meinem Mist gewachsen^^ Aber in eine Schublade stecken kann man uns so einfach nun wirklich nicht. Es wird aber, wie Tobi schon sagte, nicht langweilig. Bei uns sind neue, „andere“ Lieder am Start.
JAN: Ich bezeichne es lieber: Blues-Oi! vs. Funk-Punk. Zwischen TALKING HEADS und SMEGMA ist halt noch viel Platz…

8. Würdet ihr eure Texte als typischen Oi! bezeichnen?

JAN: Die Texte sind absolut Oi!, weil es Texte sind, die unsere Gedanken und unser Handeln wiederspiegeln. Das echte Leben also! Wir brauchen keinem Arschloch gerecht zu werden, der die Augen vor allem verschließt, keine Stellung bezieht und einfach auch nicht sehen will, was um uns ‘rum abgeht. Wer nur über’s Saufen und Bumsen hören will, der ist bei uns verkehrt. Wer Anleitungen zum Ficken braucht, soll ERIKA BERGER kucken, und wenn’s mit der Sauferei nicht so klappt, können wir ihm auch das gerne beibringen xD. Es gibt halt noch mehr im Leben…..leider!

9. „Unity“, thematisiert bei „Vereint“, hohle Phrase oder Lebensmaxime?

Andy: Beides.
Tobi: Auch geht’s bei dem Text nicht nur um den Zusammenhalt zwischen Punks und Skins, auch wenn das textlich so ausgesprochen wird, sondern auch um den allgemeinen Aufruf zusammenzuhalten in einer Ellbogengesellschaft, in der Zusammenhalt nicht mehr viel zählt.

10. Positiv aufgefallen ist das antifaschistische Stück „Ekelhaft und faul“. Warum musste so ein Lied aufs Album?

Sven: Weil so ein Lied auf jedem Album sein sollte. Faschismus ist leider immer ein Thema weil Idiotie nie aussterben wird.
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11. Versteht ihr euch als politische Band?

Sven: Unpolitisch gibt es nicht.
JAN: Wer sich in der Arbeiterklasse wiederfindet, sollte sich zwangsläufig etwas für Politik interessieren. Der Kampf gegen Ausbeutung und die ganzen anderen Schweinereien muss ewig andauern. Viele hier im Land halten gewisse Standards für selbstverständlich, doch dem ist nicht so. Es sind jahrzehntelange Errungenschaften von Gewerkschaften und sozialer Politik. Soviel zum Verhältnis von Oi! und Politik. Das Desinteresse vieler ist für mich arrogant, unverständlich und zeigt, dass sie in ihrer Ersten-Welt-Haltung festgefahren sind. Ich habe viel internationale Szene-Musik gehört. Je prekärer die Situation in den Herkunftsländern dieser Bands, umso kämpferischer die Texte. Eine Auffälligkeit, die meine Erste-Welt-These bestätigt. Sad but true.

12. Der erste Auftritt kam wohl ganz gut an. ich selber habe ihn ja leider verpasst. Wie ist euer Resümee? (Gemeint hatte ich Wiebelskirchen, hehe, sollte mich besser vorbereiten).

Wie, du warst damals nicht in Ottweiler am 21.05.11 in der Bodega? Sogar unser jetziger Drummer Jan war damals im Pogo. Denn da war unser erster Auftritt. Aber zum Resümee: Wir fanden es in Wiebelskirchen geil, hat Spaß gemacht und würden jederzeit nochmal dort spielen.

13. Heraus sticht auch das lustige Zombielied. Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Sven: Das schöne Stück stammt von mir. Ich habe es morgens früh nach einer durchzechten Nacht geschrieben, in der ich einen Traum hatte, in dem ich mit Freunden gegen Zombies kämpfte. Als ich morgens aufstand und nen ordentlichen Kater hatte dachte ich das wäre doch ne lustige Idee für nen Trash-Film. Da ich aber keine Filme drehen kann, hab ich halt ein Lied draus gemacht.

JAN: Der Text ist von Sven. Bei solchen träumerischen Ergüssen, ereilen mich von Zeit zu Zeit gewisse Bedenken bezüglich seines psychischen Gesundheitszustandes.

Andy: Wir haben eben eine gute Mischung auf der Platte. Viele Lieder sind aus unserer Anfangszeit, manche noch im Original, manche, wie z.B. auch Sanduhr, schwer überarbeitet. Das macht unsere Musik aber auch aus. Auch Ekelhaft und faul wurde ein wenig aufgefrischt. Da darf ein Blödsinn wie das Zombielied oder Schwarze Farbe neben ernsten Texten natürlich nicht fehlen.

14. Standardfrage Nr. 2: Wie geht’s jetzt eigentlich weiter?

Sven: Wie gewohnt. Auftritte an Land ziehen und Proben. Fürs nächste Album sind schon einige Lieder am Start die wir auch derzeit live spielen.

15. Wann kommt die Premiumedition mit Oi!-Port-Rum und getragener Unterhose über Amazon für 50€?

Sven: Erst wenn die Soundqualität noch schlechter ist.

JAN: …und erst wenn meine Unterhose richtig vollgekackt ist, damit ihr auch vom Postboten verprügelt werdet, wenn ihr das Paket entgegennehmt xD

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16. Ein paar Stichworte, zu denen ihr hoffentlich die „richtigen“ Antworten habt:

Christmas:

Sven: Macht Laune, immer wieder gerne.

JAN: Wer gerne POISON IDEA und TURBONEGRO hört, dem würde ich diese Band sofort empfehlen. CHRISTMAS machen ihr Ding richtig gut. Mit Max’ jüngerem Bruder Paul hab ich meine erste Band gegründet. Max und ich kennen uns ja schon seit der Schule. Netter Kerl war er schon immer, aber dass er auf der Bühne so ne Rampensau ist… Coole Sache ! Ich muss manchmal etwas schmunzeln, weil sein Bruder Paul eher das Gegenteil ist ^^. Paul ist ein toller Musiker und ich hoffe doch, dass er immer noch mit seiner Band MODERN DAYS musiziert…

Iamhavoc:

Super so, macht weiter.

Sven: Danke für euer Interesse. Finds klasse das sich auch noch jemand für die kleinen Bands im Saarland interessiert.

Heizoel:

War geil ist nicht mehr.

JAN: Wenn drei Menschen in unterschiedlichem Tempo miteinander Musik machen, dann hat das fast schon was progressives ^^. Ich war der erste, der versucht hat, das ganze mehr unter einen Hut zu bekommen. Es ist mir nicht ganz gelungen xD

Cock Sparrer:

JAN: „England belongs to me!“ Komisch. Bei deutschen Künstlern stößt solche Heimatkunde immer etwas unangenehm auf ^^. Mein persönlicher Lieblingssong ist nach wie vor „Riot Squad“. (Anm.: Zu England Belongs to me habe ich einen Wikipedia-Artikel verfasst, in dem die Thematik auch angesprochen wird)

Krawallbrüder:

Sven: Letzte Cd, die ich noch gehört habe, war “Die Fäuste hoch”. Danach wars für mich zuviel Grauzone.

JAN: EMP-Oi! für Menschen, die gerne auf Wutbürger-Niveau provozieren. Lass mal gut sein…

Good Night:

Jan: Schloof gut, brauni Brut.

17. 5 Alben für die Ewigkeit (kann gerne jeder seine eigenen geben oder fünf als Band, völlig egal)

JAN:

1. KREATOR – Pleasure to kill
Bin ja der einzige Metal-Begeisterte in der Band, deswegen fang ich mal mit diesem Album an. Die jugendliche Aggression auf dieser Platte, macht „Pleasure to kill“ zu meinem Thrash-Metal-Favorit. Das Schlagzeug prügelt auf die Gitarrenwand ein, und alles scheint sich immer minimal zu überschlagen. Dieses Album hat Thrash Metal, Death Metal, Grindcore und Black Metal nachhaltig geprägt. Das Nachfolge-Album war schon etwas filigraner und büßte deswegen an Brutalität ein. „Death is your saviour“ ist mein Lieblings-Track. Kult!

2. KING CRIMSON – In the court of the crimson king
Gefunden in der Vinyl-Sammlung meiner Mutter. Für mich das beste und abwechslungsreichste Album aller Zeiten, sogar Stil-übergreifend.

3. V.A. – Schlachtrufe BRD 1
Dieser Sampler hat mein Leben verändert. Die erste Deutsch-Punk-Platte, die ich in meinen Händen hielt. Da war ich 13. Vorher hörte ich viel METALLICA, SLAYER, NAPALM DEATH und ganz frisch auch THE EXPLOITED. Neben massenhaft billiger Parolen, bietet die Platte auch Songs über Tierschutz, Arbeitslosigkeit, Nationalismus und mit „White Rose“ auch ein Gedenk-Stück an den Saarbrücker Willi Graf. Mit 13 waren allerdings die Parolen von NORMAHL und den BOSKOPS essentiell. Genau der richtige Soundtrack zum Aufbruch. ‚Still love it.

4. PUKE – Back to the stoneage
Bin auch der einzige Hardcore-Punk-Begeisterte in der Band, deswegen fallen mir einige Hardcore- und Punk-Platten für die Ewigkeit ein. Ich dachte an „Screams from the Gutter“ von RAW POWER, “Arise!” von AMEBIX oder “Ristiinnaulittu Kaaos” von KAAOS. Doch diese Platte ist so einzigartig, dass ich sie hier erwähnen muss. Die schwedischen PUKE verknüpfen das Schweden-Punk-Feeling von ASTA KASK mit Heavy-Metal-Melodien der frühen IRON MAIDEN und tragen das ganze so progressiv und gleichzeitig aggressiv, wie die VOIVOD der späten Achtziger, vor. Diese Platte muss man gehört haben. Pflicht!

5. CAN – Future Days
Von CAN mag ich alles. Eine der bedeutensten deutschen Bands, wie ich finde. Obwohl ich genau so gut MONSTER MOVIE, TAGO-MAGO oder EGE BAMYASI nennen könnte, fällt mir grade auf, dass ich FUTURE DAYS doch am häufigsten auflege. Is’ halt nur was für Kraut, Avantgarde und Psychedelic-Fans.

Tobi:
tay mahal – the real thing
chocolate watch band – are you gonna there
ton steine scherben – IV
jethro tull – this was
jimmy page and robert plant – no quarter

Andy:,

Chaos Z – Dunkle Straßen
Talking Heads – ’77
Ton Steine Scherben – IV
Jethro Thull – This was
Die Ärzte – Le Frisur
und 5 Alben reichen da leider nicht… da fallen mir doch noch die Misfits ein… und Slime… und viele mehr.. achje…

Sven:
Viva la Muerte – Slime,
Auswahl 1 – Ton Steine Scherben
Alte Kacke – Eisenpimmel
Schleimkeim und viele viele mehr.

18. Famous Last Words:

Danke an alle, die unsere Konzerte besuchen, uns unterstützen und mit uns feiern!