Sommerabendmusik: Bayou Street Beat & Brass Band am 30. Juli 2015

Bayou Street beat & Brass Band

Bayou Street Beat & Brass Band

Die Illinger Sommerabendmusik vor dem Restaurant L’Aubergine ist eine tolle Sache. Vor zwei Wochen habe ich die tollen Nika & Karambolage gesehen,gestern war die Bayou Street Beat & Brass Band dran. Ich habe ja gewisse Vorbehalte gegen Blasmusik und Rhythmus-Sektion, was wohl vor allem an deutscher Blasmusik liegt. Nun, der Name der Band deutet es schon an. Wesentlich beeinflusst ist die Band von den Marching Bands aus New Orleans. Hat auch den Vorteil, dass ich von dieser Musik keine Ahnung habe, aber im wesentlichen spielt man wohl rhythmusbetont und im Gehen. Bläser und Perkussion tragen die Musik. Funk, Jazz und Soul sind die Hauptelemente und man bedient sich einer Mischung aus südafrikanischen und amerikanischen Rhythmen. Die BSB&BB mischt auch noch dezente Hip-Hop-Einflüsse in die Musik und trägt ihre Songs durch ein Megaphon vor.  Neun Leute sind normalerweise in der Band. Das klappt natürlich nicht immer, so waren am Donnerstag sieben, überwiegend gelb gekleidete Herren dabei (wenn ich mich nicht verzählt habe). Heute wars natürlich ein bisschen anders, die Band bewegte sich nur je zweimal durch das Publikum, das am Anfang des Sets noch dinierte und später applaudierte. Wie bei der Sommerabendmusik üblich, gab es eine kleine Pause. Neben eigenen, politischen Stücken wurden auch diverse Klassiker des New-Orleans-Sound (so vermute ich mal) angestimmt. Die Band war hoch motiviert und hatte viel Spaß an ihrem Auftritt, das Publikum, das zahlreich erschienen war, dankte es ihr.

Heute (31.7)  soll die Band in Basel spielen und am Sonntag folgt ein Auftritt auf dem Nauwieser Fest. Die Band arbeitet derzeit an ihrem Debütalbum. Es lohnt sich ein Like zu hinterlassen (Facebook) oder ihre Homepage in Augenschein zu nehmen

Review: Drei Meter Feldweg – Sommer Sonne Bier (Eigenproduktion)

sommer-sonne-bier-500x500
3 Meter Feldweg spielen Deutschrock im Stil von Frei.Wild und Unantastbar. So, jetzt habe ich alles gemacht, was ich laut Promozettel nicht darf. Naja, finde sowas etwas albern, wer nicht mit “Grauzonenbands” genannt werden will, soll eben nicht so Mucke spielen. Und naja, ich wäre auch nie auf die Idee gekommen, die Band mit solchen Gruppen zu vergleichen. Fangen wir einfach das Review an, wie ich es angefangen hätte, wäre kein Promozettel dabei:

Wer heuer nach draußen guckt, wird bemerken, dass der Sommer und mit ihm gemeinhin auch die Urlaubszeit angefangen hat. Wir hatten schon die ersten Hitzerekorde, manche sprechen schon von einer sogenannten Hitzewelle. Das blieb wohl auch nicht den Punkrockern von Drei Meter Feldweg verborgen. Wohl mit der Absicht, den Soundtrack zum Sommer zu veröffentlichen, erschien bereits im August 2014 die EP Sommer, Sonne, Bier. Von dem metereologischen Phänomen wohl sehr angeran,, möchte die Band auch diesen Sommer darauf hinweisen, das Punkrock, Bier und Sommer irgendwie zusammen gehören. Die EP beinhaltet die beiden Sommer, Sonne, Sonnenschein-Songs Urlaub vom Urlaub sowie den Titeltrack. Daneben sind noch die beiden Lieder Sehnsucht und
Im Herbst
(der kommt ja bekanntlich nach dem Sommer) auf der EP im schnieken Pappkarton. Musikalisch spielt man ziemlich sauber produzierten Punk mit dezenten Ska-Einflüssen. Die ersten beiden Lieder erinnern etwas an die Frühphase der Ärzte (remember Sommer, Palmen, Sonnenschein und Zitroneneis?), nur etwas härter. Ganz nette Scheibe. Für n Fünfer auf der Website erhältlich (Link). Wer noch 8,50€ drauflegt, bekommt auch noch das Debütalbum Randale in der Badewanne.

Unten seht ihr das Video zum Titelsong:

Trial, By the Grace of God & Forget Today am 27. Juli 2015 im Kleinen Klub

Hardcore Monday im Kleinen Klub und ich war auch dabei. Als unsere kleine Reisegruppe ankam, waren wir tatsächlich die bisher einzigen zahlenden Gäste. Zum Glück füllte sich die Location dann doch noch langsam.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Forget Today

Forget Today existieren erst seit Februar 2014. Allzuviele Liveauftritte haben sie bisher noch nicht hinter sich. Ihr vor kurzem veröffentlichtes Demo (hier) lässt noch etwas den Druck vermissen, aber live ballert der Midtempo-Hardcore des Fünfers ganz gut rein. Sie sollten noch etwas an ihrer Stage-Show arbeiten, aber rein musikalisch ein toller Opener. Preis für das beste T-Shirt des Abends geht an einen der beiden Gitarristen für das fantastische Smiths-Shirt (siehe Foto). Sieben Songs bot die Band dem Publikum und erntete dafür weit mehr als nur Achtungsapplaus. Freue mich schon auf die nächsten Shows!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

By the Grace of God

Anerkennung gab es zusätzlich von By the Grace of God, die die Band gleich am Anfang ihres Auftritts fett lobten. By the Grace of God waren/sind eine politische Hardcore-Punk-Band aus Louisville. Teile der Band waren früher/sind auch als Endpoint unterwegs. By the Grace of God exisitierten etwa von 1996 bis 2001 und veröffentlichten drei Tonträger, unter anderem über Victory records. Ist eigentlich toll, dass sich so viele Hardcore-Recken wiedervereinigen, um ihren ganz persönlichen Traum zu leben. Das hat den Vorteil, das Männeken wie ich auch mal die “alten Legenden” sehen dürfen, die sie Mitte der 1990er verpasst haben. By the Grace of God haben viel zu sagen und das tun sie auch. “Preaching to the converted” war außer bei Forget Today heute Abend angesagt. Dazu kann man stehen, wie man will. Ich finde schon, dass dies im Hardcore wichtig ist. Einen klaren Standpunkt beziehen, eine Trennlinie ziehen. Aber das Ganze artet natürlich auch schnell in Phrasendrescherei aus. Musikalisch walzen By the Grace of God alles nieder. Ihre turbulente Mischung aus Metal und Hardcore lässt keine Langeweile aufkommen. Interessant finde ich die Stimme des Sängers, der für mich wie eine Mischung aus frühem Dickinson (Maiden) und Belladonna (Anthrax) klingt und damit so ganz anders als im typischen 90er Victory-Records-Hardcore ist. Die Band präsentierte Songs aus allen Phasen ihrer etwa fünfjährigen Karriere. Sehr bewegungsfreudig, die Gruppe. Insbesondere der Sänger verstand es die Musik mit passenden Gesten zu untermalen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Trial

“A Sober Mind is a Powerful Weapon” steht auf dem T-Shirt des Trial-Sängers. man sieht, hier regiert der SXE. Die Ansagen werden noch ein bisschen länger, es wird zu Toleranz aufgerufen, aber auch klar gesagt, dass man sich nicht als Teil der Gesellschaft sieht, sondern als Außenseiter in einer selbst gewählten Nische. Trial sind wie BtGoG eine Mid-90iger-Hardcore-Band, die eine ganze Zeit aufgelöst war. Die Band stammt aus Seattle und veröffentlichte drei Studioalben, bevor sie eine längere Auszeit nahm. Geboten wurde 1990er New-School-Hardcore im typischen Victory-Gewand, vergleichbar mit Strife, wer die noch kennt. Auch diese Band war voller Energie und ging gut nach vorne Zum Glück überlegte es sich der Slam-Dancer nochmal und ließ den Windmühlenscheiß dann nach kurzer Zeit bleiben. Man sah durchwegs zufriedene Gäste, zum Teil wurde auch mitgesungen. Wie uns Sänger Greg Bennick mitteilte, ist es ja auch Wurst – äh Tofu – ob man die Words remembered. Hauptsache abgehen oder so. Naja, pogofreudig war das Publikum jetzt nicht so, aber durchaus bewegt.

Insgesamt ein runder Abend mit drei fantastischen und auch durchweg sympathischen Bands, mit denen man sicherlich gerne mal ein Bier – äh, eine Limo trinkt. Cool auch, dass die beiden Hauptbands “Good Night White Pride” supporten und auch je ein Benefiz-Shirt im Gepäck hatten. Auch Hardcore Help und One Hundred for Haiti werden unterstützt. Also nicht nur preaching, sondern auch doing.

Review: Millencolin – True Brew

111

Millencolin – True Brew (CD/LP – 2015 – Epitaph/Indigo)

Eine der wohl wichtigsten und erfolgreichsten Punkbands Europas, Millencolin, haben nach 7 Jahren endlich wieder ein neues Studioalbum raus. Die Frage ob das Album mit Meilensteinen wie “Pennybridge Pioneers” oder “Home from Home” mithalten kann klärt schon der Opener “Egocentric Man”: Kann es! Gar würde ich so weit gehen und dies das beste Stück der Band nennen. Sehr frisch und schnell sind die neuen Songs der Schweden. Dreizehn Songs, kein Durchhänger, keine Schwachstelle; so könnte jede Platte sein! Mit absoluter Sicherheit eine der Überraschungen 2015!

Review: Good Riddance – Peace In Our Time

111

Good Riddance – Peace In Our Time (CD/LLP – 2015 – Fat Wreck Chords/Edel)

Lange war es ruhig um die alten Herren des Melodycore Good Riddance. Ganze 9 Jahre ist es seit der letzten Release her und grundsolide wird abgeliefert. Der Fan wird sich über dieses flotte Scheibchen welches 14 Titel beherbergt. Beim hören fühlt man sich glatt 15 Jahre jünger. Geil, Good Riddance haben die Zeitmaschiene erfunden!

Review: Templeton Pek – New Horizons

111

Templeton Pek – New Horizons (CD – 2015 – Hardline Entertainment/Membran/Sony)

In schlichtem Digipack ohne Texte veröffentlichen Templeton Pek ihr viertes Album “New Horizons”. Anstatt ein schönes Booklet mit Texten und eventuell ein paar Bildern beizupacken wird man hierfür lieblos auf die Homepage verwiesen. Als Fan würde mich das sowas von ankotzen!

Musikalisch liefert das Trio aus Birmingham einen Alternativerocksound ab wie er seit 10 Jahren schon nicht mehr gehört wird. Disco Ensemble meets Lost Prophets. Auf dem Album gibt es auch keine Überraschungen, alles sehr vorhersehbar. Mag sein dass mich das Album so kalt lässt weil es absolut nich mein Sound ist, aber Monotonie mag sicher auch der Fan nicht!

Review: Rogers – Nichts zu verlieren

111

Rogers – Nichts zu verlieren (CD/LP – 2015 – People Like You/Universal)

Rogers; hab ich schon tausend mal von gehört aber nie wirklich Beachtung gefunden. Jetzt die CD in der Hand und denke mir nur “Cool, hörste die auch mal!”. Erstmal sehr attraktiv gestaltet ist das Layout. Hierfür ist Kai Özdemir verantwortlich (im Saarland vor allem als Videomacher für Pascows “im Raumanzug” und “diene der Party” bekannt). Super Job!!

Jetzt mal zur Musik! Oft wurde mir die Band als “die neuen toten Hosen” beschrieben. Zustimmen kann ich diesem leider nicht, auch wenn man die düsseldorfer Schule unschwer heraushören kann. Im gesamten spielt die Band soliden Punkrock, wenn auch etwas glatt produziert. Schöne Melodien legen die Gitarre hin. Macht Laune. Lyrisch manchmal sehr gut, manchmal auch ultra langweilig. In einer Zeit in der jeder Zweite sich als “anders als die Anderen” bezeichnet muss man nicht Texte wie “anders als ihr” singen, oder? Dann ist man ja schon wieder gleich wie alle anderen! An anderer Stelle vermittelt die Band meist Optimismus.

Im gesamten gute Platte, hat aber irgendwo im Durchschnitt ihren Platz gefunden.

Als Zugabe gibts zur CD noch einen Siebdruck-Patch.

Nika & Karambolage am 16. Juli 2015 in Illingen

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Illingen gilt im saarländischen Raum wol als sowas wie die heimliche Kulturhauptstadt. Eine namhafte Jazz-Szene, diverse Veranstaltungen in der Illipse, das schönste JUZ des Saarlandes… Die AG Nachtmusik organisiert in und um die Illipse nun insgesamt sieben Sommerkonzerte. Eins habe ich schon verpasst. Auf besondere Einladung der Band war ich am 16. Juli, einem der wohl heißesten Tage in diesem Sommer, zugegen. Das Konzert fand draußen auf einer kleinen Bühne vor dem Restaurant L‘Aubergine statt. So viel zum Rahmen…

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Nika & Karambolage

Die Band die mich einlud und die ich dem geneigten Leser sehr ans Herz legen will, ist ziemlich Iamhavoc-untypisch. Es handelt sich um Nika & Karambolage, die ich schon einmal im Rahmen der Großen Nachtmusik vorstellte. Ich persönlich mag den poppig-jazzigen Stil der jungen Formation, die soeben ihre erste Single über Amazon/iTunes/Spotify veröffentlicht hat. Ja, so geht Musikmarketing heute. Auch diese Single möchte ich euch ans Herz legen. 1,99 ist sicherlich nicht zuviel und ich weiß, ihr gebt auch für jeden Scheiß sonst Geld aus. Bier zum Beispiel… Das gabs beim Konzert auch… Gut, nun zum Wesentlichen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Nika

Nika & Karambolage ist noch eine sehr junge Band, so dass sie kein 90 Minuten-Programm stemmen konnten. Stattdessen gabs zwei Sets, die natürlich auch die beiden Singletracks Das ganze Bild und meinen persönlichen Favoriten Der Neue in der Stadt umfasste. Nicht ganz chronologisch jetzt, denn ich greife vor: Letzteres gabs auch zum Schluss und die Menge war sogar am Mitsingen. Nicht schlecht für so eine Band. Wer sich wundert, warum ich heute so viel springe im Text, ich versuche Nikas Ansagenstil zu imitieren, der mir ziemlich sympathisch erschien. Fast schon verschüchtert und immer wieder durch Gedankensprünge unterbrochen, erzählte sie zu vielen Liedern Hintergründe, Entstehungsgeschichte oder Intention des Stückes. Die Lieder selbst waren sehr ruhig und unspektakulär, und das in einem wirklich guten Sinne. Leicht naiv und getragen von einer bezaubernden Stimme. Wohl gemerkt, naiv und unspektakulär sind hier wirklich positive Attribute. Okay, ersetze unspektakulär vielleicht durch unaufgeregt. Schöne, ruhige, unaufgeregte Musik für warme Sommernächte eben, total passend für den Abend in wirklich sehr schöner Atmosphäre. Etwas aus der Reihe fiel das englische Stück GreenSoul Day (war es das?), das aber auch ganz nett war. Ein schönes Konzert. Der Band ist viel Glück zu wünschen. Check it out und so…

Review: Great Thiefes Escape – Get Dead / toyGuitar / the Uprising / Lost in Society Split

11

Great Thiefes Escape – Get Dead / toyGuitar / the Uprising / Lost in Society Split (2015 – 7″ – Flix Records)

Eine Split mit gar vier Bands gibt es nicht allzu häufig. Hier schon! Zwar kommt das Stück erst mitte Oktober, doch wenn ich das schon heute rezessiere habt ihr länger Zeit euch darauf zu freuen, right?!

Den Anfang machen Get Dead. Sehr eingängig dieser Song. Simpele “Wohoo”‘s und eine rauchige Stimme sind ein einfaches Rezept welches fast immer schmeckt. Auch in diesem Fall ist das so. Weit melodiöser sind hingegen the Uprising. An den Berlinern kommt man aktuell kaum vorbei. Hatten einige Mitglieder zuvor bei Far From Finished und Frontkick ihre Freizeit geopfert wird die Banderfahrung sinnvoll hier eingesetzt und die Stärken zusammen genutzt. Macht sehr viel Spass dieser Song!

Achgott, Seite A schon um. Diese verdammten Singles… Toy Guitar erinnern mich etwas an die schwäbischen Stereo Satanics (kennt die eigentlich irgendwer?). Schöner Garagensound, flach produziert aber voll passend. Und zum guten Schluss Lost in Society aus New Jersey. Wieder sehr rotzig und melodiös. Hat was von the Creetins aus Kiel, aber die sind wahrscheins auch lange beim Leser vergessen.

Schöne Single, am besten schonma vorbestellen hier: http://truetrash.com/shop

Review: Milenrama – Importencia Inducida

11

Milenrama – Importencia Inducida (CD/LP – 2013 – Rilrec/Sabrna Social)

Die Platte wurde mir schon vor einiger Zeit versprochen doch anscheinend hatte die Post diese verschlampt. Oder mein Postbote hat lange Finger bekommen? Kann auch sein, bei dieser LP auch nachvollziehbar!

Milenrama kommen aus dem nördlichen Spanien. Sehr schöner, schneller Punkrock wird geboten. Auch wenn die Tracklist vermuten lässt dass ein Song auf deutsch gesungen wird ( Ja Watt Den) schreien sich die Jungs in ihrer Muttersprache die Seele aus dem Leib. Viele Melodien, keine Langeweile, keine Durchhänger. Super Platte! Kommt das ganze noch auf grünem Vinyl daher und im aufklappbaren Textblatt werden die Texte ins englische übersetzt. Schöne Sache! Gerne mehr davon!!

Review: Das Homestory Magazin (Hörbuch) – Audiolith Records

AL233DasHomestoryMagazin Cover

Liegt mir auch schon etwas länger vor, aber bisher konnte ich mich noch nicht überwinden, das Review zu schreiben. Wer weiter liest, wird verstehen warum. Zu Beginn sollte vielleicht die Selbstdarstellung der Macher stehen:

Seit nunmehr zwei Jahren reisen wir durch die Bundesrepublik, um uns mit verschiedenen Männern mittleren Alters zu treffen. Alle diese Männer sind mehr oder weniger prominent (manche mehr, manche weniger) und die meisten davon spielen in Bands, deren Musik uns seit Jahren begleitet. Gerade deswegen waren diese Besuche wunderbare Erlebnisse. Oftmals waren wir aufgeregt und in Sorge, man könne uns schlecht behandeln oder gar schlagen. Aber jede Sorge war unbegründet. Alle waren so nett, wie wir es uns gewünscht haben. Und überhaupt niemand war ein Arschloch. Mittlerweile verbindet uns zu fast allen eine mehr als nur herzliche Beziehung, die weit über bloße Szenekooperation oder Sex hinausgeht.

Viele Stunden und Kilometer verbrachten wir in Autos und Zügen, an Bahnhöfen und Tankstellen. Auf Konzerten und in fremden Wohnungen, in Proberäumen und Gastronomiebetrieben. Lange Nächte saßen wir vorm Computer, dachten uns Fragen aus oder hackten die Homestories rein. Zusammenfassend lässt sich nur sagen: Es hat sich gelohnt.

Wir wünschen Euch viel Vergnügen,
Euer Reporterteam

Der Leser ahnt es schon. Es handelt sich um fiktive Interviews mit Szenekoryphäen. Das Konzept ging auf. Das Magazin wurde mit dem Rocco Clein Preis für Musikjournalismus ausgezeichnet (mit dem ehemaligen, vor kurzem verstorbenen Birth-Control-Gitarristen Rolf Klein hat das nichts zu tun). Ehrlich gesagt konnte ich den Hype um das Magazin nicht verstehen, habe aber das Audiolith-Hörbuch dennoch mal angefordert. Die Stimmen werden dabei sämtliche von Roland und Ferdinand, den beiden Initiatoren des Magazins gesprochen. Ich gebe auch zu, das ein oder andere Mal habe ich schon geschmunzelt und sogar zweimal gelacht, aber ehrlich gesagt fehlt mir da einfach der Sinn. Die fiktiven Geschichten haben eigentlich nix mit dem Menschen dahinter zu tun. Da wird Tobias Scheiße (Hammerhead) zu einem grenzdebilen Schlägertypen und Dirk von Tocotronic zu einem armseligen Kifferidioten. Bezug zu den jeweiligen Bands wird gar nicht erst versucht. Eigentlich kann man Southpark zitieren:

Alle Figuren und Ereignisse in diesem Hörbuch – besonders die, die sich auf lebende Personen beziehen – sind gänzlich frei erfunden. Die Stimmen der Gaststars sind nur imitiert – und zwar schlecht. Das Hörbuch enthält viele schlimme Wörter und aufgrund ihres Inhalts sollte es von niemandem angehört werden.

Sicher, das ein oder andere Interview ist ganz nett gemacht. Eine Autofahrt wurde ich auch ganz gut unterhalten und wer das Magazin feiert, wird sicherlich auch vom Hörbuch überzeugt sein. Ich bin es leider nicht.

Interviewt werden:

  • Turbostaat
  • Claus Lüer (Chefdenker)
  • Andy Kulosa (Impact Records)
  • Nebula Fünf Enterprises Int
  • Stefano Stiletti (Pankerknacker)
  • Nagel (Muff Potter)
  • Bert & Frank (Supernichts)
  • Pascow
  • Carsten Friedrichs (Superpunk)
  • Tobias Scheiße (Hammerhead)
  • Dirk von Lowtzow (Tocotronic)

Link: Das Homestory Magazin

Konzertbericht: Danko Jones, John Coffey & The Denim Demons im Exhaus Trier am 18.6.2015

20150618_212810

Danko Jones bittet Donnerstag Abend zum Tanz. Ursprünglich war das Konzert für das grosse Exil angesetzt. Durch die neuen Brandschutzauflagen musste das Event jedoch auf die Freilichtbühne im Hof verlegt werden. Schade, denn primär habe ich mein Ticket gekauft um den Kanadier mal in ganz kleinem Raum zu sehen.

Den Anfang machten die Denim Demons. Die Turbonegro Coverband aus Trier fing einige Minuten früher an, so durfte ich die ersten Songs auf dem Weg vom Auto zum Eingang hören. Der Hof ist mäßig gefüllt und die Band auch nicht in Bestform. Aber es ist auch noch sehr früh und halt eben ein Wochentag. Ready for some darkness sind noch nicht allzu viele Leute. Trotzdem solides Set mit Hits wie “Sailor Man”, “Dungaree High”, “Prince of the rodeo”, “Ride with us”… Nur vom aktuellen Album und den ersten beiden wurde nichts gespielt. Zur Überaschung auch kein “I got erection” am Schluss. Nicht schlimm, doch unerwartet. Am 24.10. spielen die Jungs übrigens im MJC Trier!

Danach John Coffey. Um ehrlich zu sein: auf Platte so gar nicht meins. Live musikalisch wesentlich besser! Punkiger, wilder. Die Show ist sehr gut, auch wenn der bereits legendäre Bierfang Move vom Pinkpop nicht wiederholen kann. Schwer hat die Band es trotzdem. Bewegung findet immernoch primär auf der Bühne statt. Vor der Bühne eher kopfnicken.

Immernoch ist es hell als endlich der Mann des Abends mit seiner Band die Bühne betritt. Das letzte von mir besuchte Konzert war eher beschissen und langweilig. Viele neue, lahme Songs gab es damals in Saarbrücken. Heute fängt er mit vielen alten Hits an. Direkt geht das Publikum mit. Mittlerweile ist der Hof aus sehr gut gefüllt! “The Rules”, “Sugar Chocolate”, “Forget My Name” um nur ein paar zu nennen. Etwas unter gehen Songs der letzten beiden Alben und vor allem der “Never too loud” Platte. Aber die ersten vier Alben sind halt einfach Meilensteine. Wer Danko schonmal live gesehen hat wird bemerkt haben: Der Typ labert ja das selbe Zeug wie das letzte mal! Und das mal davor! Und das mal davor!! Leider ist er in dieser Hinsicht sehr unkreativ. Wobei andererseits haben die Ansagen es so RICHTIG in sich. Erst sich ausbuhen lassen um sich dann noch mehr feiern zu lassen ist schon geil. Und auch in allem gesagten hat der Mann recht. Für zwei, drei Zugabenkommt die Band dann wieder auf die Bühne. Zum Schluss dann wie immer the Mountain. Ein Schande über Trier dass beim nennen des Namens von Lux Interior nur wenige klatschen. Aber der Mann hat auch nicht wie Cliff Burton in der Bekanntesten Pop-Trashmetalband der Welt gespielt…

Grundsolide Show muss man aber auf alle fälle sagen. Die beschissene Show in Saarbrücken vor 4-5 Jahren ist wieder wetgemacht. Danko und ich sind wieder cool miteinander und es geht heim. Freitags muss man ja arbeiten.

20150618_193444  20150618_203021 20150618_203411 20150618_203802 20150618_212713  20150618_21292520150618_21281020150618_195325 20150618_213034  20150618_22084520150618_214455 20150618_213106 20150618_223817 20150618_223829

 

 

Review: The Other – Fear Itself

11

The Other –  Fear Itself (CD/LP – 2015 – Steamhammer / SPV)

Vor fast zehn Jahren durfte ich die Band das erste mal live sehen. Damals im alten JUZ Illingen mit Blitzkid. 2010 dann auf dem Wacken. Nicht nur Showmässig hat sich da sehr viel entwickelt! Mit ihrem sechsten Album hat die Rheinländische Horrorpunk Combo wieder neue Schritte gewagt. Einer ist sicher der, dass der nach dem grossartigen Intro kommende Song auf deutsch gesungen wird. Ich hatte es nicht erwartet und ehrlich gesagt auch nicht direkt erkannt. Dieser Song klingt auch weniger nach Horrorpunk sondern mehr nach Volbeat. Ganz furchtbares Stück. Im zweiten Stück geht es eher wieder in alte gefilde. Wohoo-mitsing-Midtempo Nummer mit klassisch besungenem Horrorpunk Thema. “She’s too young to be a bloodsucker – she’s too young to drink blood”. Auch die restlichen Song sind wieder auf englisch. Wie beim deutschen Song bereits erwähnt geht die Band bei einigen Songs in die Stadionrockrichtung a la Volbeat. Im gesamten finde ich die Produktion auch zu fett! Horrorpunk assoziiere ich mit Dreck, sprich Spinnenweben, Staub, was auch auf alter und vergangenheit hinweist. Hier ist musikalisch alles bis aufs oberste hochpoliert. Bei we are who we eat (die einzige Platte die ich sonst von der Band kenne) war dies noch anders.

Review: Notgemeinschaft Peter Pan – Dirigenten. Dompteure. Diktatoren.

11

Notgemeinschaft Peter Pan – Dirigenten. Dompteure. Diktatoren. (LP – 2015 – Kidnap Music, Riot Bike Records, RilRec, Cargo Records)

Die drei Nordlichter um Notgemeinschaft Peter Pan haben mit Dirigenten. Dompteure. Diktatoren. ihr neues, zweites Album veröffentlicht. Warum drei, die sind doch zu viert fragt der Fan jetzt. Ganz einfach: Sänger Sippe hat sich in den Ruhestand verabschiedet und nurnoch ein paar der Shows mit dem Album mitgespielt.

Jetzt aber mal zur Platte. In witziger, aufmachung, nämlich mittig zu öffnendes Booklet im Zirkus Style. Ziemlich coole und passende Idee!

An zwei Wochenende hat das (zu diesem Zeitpunkt noch) Quartett elf flotte Punksongs eingespielt. Kanz klassisch im Stil der alten Hamburger Schule. Dackelblut, EA80, vielleicht auch etwas Mr. Burns haben bei den Einflüssen sicherlich mitgewirkt. Nichts neues, aber mit Sicherheit eine gut gelungene Ausarbeitung des Beeinflussenden. Vergleiche zur Vorgängerplatte habe ich leider nicht da mir die Band bis dahin nur von T-Shirts bekannt war. Macht Spass und lässt auf den Kauf der anderen Releases freuen!!

Review: Pascow + Lygo in Karlsruhe am 12.06.2015

20150612_224420

Ursprünglich war dieser Abend für den 3.5. angesetzt. Leider hatte die Band aber die Tour mittendrin abbrechen müssen da Drummer Ollo unheimlich krank war. Als kleines Dankeschön gab es für die Gäste beim Einlass ein Feuerzeug mit dem Raben vom Albumcover. Nette und schöne Geste! Ausserdem war der ursprüngliche Termin Wochentags gewesen, da kommt mir der Freitag persönlich doch lieber!

Eröffnen durften den Abend Lygo. War persönlich nicht so meins, daher hab ich mich nach drei Songs oder so an die frische Luft begeben. Zu späterer Stunde war dies Mangelware.

Bei Pascow waren die Hütte dann voll! 200 Leute in der alten Hackerei lassen dem einzelnen nicht viel Platz. Gut so! Die Band spielt, wie gewohnt, ein grundsolides Set! Im Gegensatz zu vielen Shows 2014 auch mehr Klassiker dieses mal. Paris fällt, Hollywood, Nach Hause, Punk ist tot und Trampen nach Norden lassen die Herzen der älteren Fans höher Schlagen. Bei the Strongest of the Strange reicht es Sänger Alex auf der Bühne, drum verschwindet er flott mal auf die Theke. Bassist Flo hats auch satt und stellt sich in die Menge. Eigentlich war die Band sich nach Punk ist tot schon am umziehen, doch die Karlsruher gaben keine Ruhe und riefen die Gimbweilerer Merkeljugend zu einem letzten Song erneut auf die Bühne.

Eine der besten Pascowshows die ich bisher gesehen habe, und ich habe die Band schon etliche male live gesehen!
This was Karlsruhe, not LA!!!

20150612_214137 20150612_222226 20150612_222336 20150612_222709 20150612_223053 20150612_223117 20150612_224420 20150612_233358

Review: Maid Of Ace – Maid Of Ace

111

Maid Of Ace – Maid Of Ace (CD – 2014)
In Eigenregie haben die vier Schwestern (!!!) aus der südbritischem Hafenstadt Hastings ihr selbstbetiteltes Album “Maid Of Ace” auf CD veröffentlicht. In chicem Digipack kommt das gute Stück daher. Grafiken gibt es eigentlich beim ganzen Layout keine, überall findet man Bilder der Mädels beim saufen, posen, rumalbern und rocken. Besonders lezteres können sie gut und beweisen dies auf dem Tonträger. Elf Songs werden geboten, alle von der flotteren Sorte. Der Gesang klingt stets schön rotzig doch den femininen Toutch (positiv gemeint) zeigt man auch gerne.

Leider sind ein paar wenige Songs etwas langweilig, vielleicht zu monoton. Im gesamten allerdings recht gut gelungenes Debut. Wenn die Mädels dran bleiben kann durchaus was grosses hieraus werden!!

Sky Sharks – Kickstarter-Kampagne

0531bd596806225e7690e2ac0a24c696_original

> Ein Geologen-Team legt tief im Eis der Antarktis eine Höhle frei, wo sie ein noch intaktes Nazi-Labor entdecken, in dem man anno dazumal modifizierte Haie – natürlich zu Welteroberungszwecken – gezüchtet hat, die zu fliegen in der Lage und deren Reiter genetisch mutierte untote Super-Menschen sind. Eine Taskforce aus reanimierten, in Vietnam gefallenen US-Soldaten – die Dead Flesh Four – wird zusammengestellt, um die Erde vor dem sicheren Untergang zu retten.

Nazis, Zombies und Haie? Call me in! Klingt trashig? Wird es hoffentlich auch. Es handelt sich bei Sky Sharks um ein ambitioniertes Filmprojekt des Regisseurs Marc Fehse (Kultfilm: Killerbus) und des saarländischen Produzenten Yazid Benfeghoul, vielen vielleicht durch die Splatterday Night Fever-Reihe im Cinestar oder als einer der Menschen hinter der Videothek Tape-O-Mania oder dem Deadline-Magazin bekannt.

Du kannst das Projekt unterstützen, denn eine Kickstarter-Kampagne läuft noch bis zum 13. Juni 2015. Für eine kleine oder größere Spende gibt es diverse Belohnungen, unter anderem DEIN NAME im Abspann. Wie geil ist das denn? Aber auch kleinere Beiträge helfen und bringen dir etwas, von einem Newsletter über T-Shirts und DVDs bis zum Namen als Executive Producer ist alles drin. Sei auch du ein Teil davon und schreibe deutsche Filmgeschichte! Fertig finanziert heben die Haie 2017 ab…

Hier im Übrigen der Trailer:

Spirits, Thinner & Daily Riot – Juz Illingen am 12. Mai 2015

Puh, drei Konzerte innerhalb von fünf Tagen sind doch etwas zu viel, muss ich leider zugeben, deshalb musste dieses Review auch etwas länger warten. Also, an einem Dienstag riefen drei Bands im Illinger Juz zum Tanz (bzw. zur After-Work-Party) auf.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Daily Riot, Saarbrückens älteste noch aktive Hardcore-Punk-Band eröffnete den Abend mit einem Mix aus alten Klassikern und den brandneuen deutschen Liedern. Mir persönlich gefallen ja die deutschen Lieder am besten, vor allem, weil es in diesem Bereich nicht wirklich viele Bands gibt. Aber wie immer sind hier die Meinungen geteilt. Ein kollege von mir meinte, da gäbe es eben immer einen Beigeschmack. Durch ihre konsequent antifaschistische Grundhaltung und ihre politisch eindeutigen Texte ist es für DR allerdings kein Problem eben nicht in diesem Fahrwasser zu schwimmen. Mitsingkompatibel sind im Übrigen alle ihre Texte. Daily Riot spielten ein sicherlich solides Set, das mit Die Welt brennt auch einen brandneuen Song bot. Freue mich schon auf die nächsten Konzerte der Band.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Thinner aus Berlin waren mit ihrem Debüt Say It! sicherlich das interessanteste Signing auf Midsummer Records. Nun traten sie an, um ihr, zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlichtes, aber am Merchstand schon vorrätiges zweites Album Paintime and Glory zu präsentieren (Review hier). Nun, man nennt das Ganze wohl konsequente Weiterentwicklung. Ich fand ja ihr erstes Album richtig gut, das neue Album ist mir etwas zu poppig geraten (Max sieht das in seinem Review anders). Ich würde jetzt nicht soweit gehen, wie ein Kumpel von mir, der das ganze mit den Beatsteaks (würg) verglich, aber eine deutlich kommerziellere Orientierung ist wahrnehmbar. Das macht die Songs aber nicht wirklich schlecht, nur eben anders, als beim doch recht harten Debüt. Man merkt der Band bei der Show an, wie sie sich freuten, an einem Dienstag so viele Zuschauer ins (ach, ich liebe diese Phrase) wohl schönste aller saarländischen Juze zu locken. Dementsprechend gut abgefeiert wurde die Band auch. Schöner Gig!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Spirits aus Boston ballerten danach ein wahres sXe-fest um die Ohren. Metallischer, rasend schnell gespielter Hardcore, der einfach nur Spaß macht. Inklusive allen üblichen Klischees und einem wirklich tollen Sänger, dessen Gesicht allerdings kaum zu sehen war (siehe Livebilder). Die Band war energetisch aufgeladen und lieferte eine bewegungsfreudige Performance, die das Publiku, mitriss. Es machte einfach Spaß dabei zuzuschauen, wie sie das JUZ an einem Dienstagabend in Grund und Boden spielten. Nach lediglich 20 Minuten war die Chose schon vorbei und ein komplett glückliches Publikum wurde in den Illingen Nachthimmel entlassen. Ich jedenfalls bin ein Fan von Dienstagbaned-Shows, die pünktlich enden. mehr davon!

Review: Inkasso Moskau – Motorsäge

111

Inkasso Moskau – Motorsäge (LP – 2015 – Bakraufarita Records, Pest und Cholera, Anarcho Punx)

2007 rum habe ich auf dem Turbolenz Festival (heute Stockrock) als Opener eine Band namens INKASSO MOSKAU erleben dürfen. Die Band bestand aus drei Jungs welche, zumindest optisch, rein garnicht zusammen passten. Der Sänger war glaub ich eher kräftig, der Drummer ein Hungerhaken, den Gitarrist hab ich garnichtmehr auf dem Schirm. Auf Bass hat man verzichtet. Den gabs aber auch mal. Nachdem er Gesetzeshüter werden wollte wurde dieser aber entsorgt und ist nie wieder aufgetaucht. Gut so!

Jetzt hat die Band endlich mal ne Platte raus und direkt fett und mit Liebe aufgezogen. Einseitig wurde das schwere Vinyl liebevoll mit Siebdruck verziehrt. Sieht nicht nur geil aus, verkauft sich auch gut bei Plattensammlern! Musikalisch liegt das ganze in der düstersten Schattenecke, teils ultraschnell, teils sehr schleppend. Zwischen Doom und Hardcorepunk, zwischen Kannibal Krach, japanische Kampfhörspiele und Iron Walrus.

Artwork und Musik haben bisher ganz gut abgeschnitten, Highlight ist allerding die Lyrik! “Wir kommen in Frieden, abgesehen von dem ein oder anderen Zwischenfall”, “aufregen – zum wohlsein aller” – Sehr gut! Sozialkritisch – aber mit Humor den nicht jeder versteht!

Review: Thinner – Paintime And Glory

cover_neu

Thinner – Paintime And Glory (CD/LP – 2014 – Midsummer Records)

Gestern kam die Platte raus und heute erst das Review. Blame on me!

Thinner sollte dem Punkrocker im Südwesten mitlerweile ein Begriff sein. Mit Auftritten auf dem Ex Fest in Trier 2013 (u.a. mit Masked Intruder, AC4, Riverboat Gamblers,…) und dem St Wendeler Traditionsfestival Saarlopalooza 2014 (mit Baboon Show, Hysterese, Baby Lou,…) hat Labelchef Tim ihnen ein schönes Fundament geschaffen dass sie vor zwei Wochen endlich ihre erste Headlinershow hier spielen konnten (iamhavoc.de berichtete NICHT verspätet (blame on us again)!).

Jetzt endlich die zweite Platte. Ausgereifter als der erste spielen die drei Berliner Punkrock der doch sehr an Streakknife erinnert. Recht vielfältig zeigt sich die Band auch dadurch, dass in einem Song gar Bläser eingesetzt werden, was bei dieser Musik eher unüblich ist. Aber was interessiert die Band was sonst so üblich ist? Immerhin hat Sänger Adrian jahrelang für das schönste Skateboardfanzine, die BOARDSTEIN, die “Anleitung zum revolutionären Verhalten” geschrieben. Durchweg gute Scheibe und die zwölf Songs gehen gut ins Ohr. Wer nach Pfingsten noch 10-15€ über hat sollte schnell zugreifen – heisses Ding!!

 

Thinner Homepage