Review: Riggots – s/t EP

Review: Riggots – s/t (CD/R – 2014)

Eine unheimlich schnelle Punkband bestehend aus zwei Köpfen sind die Riggots. Die Jungs aus Wigan / England verzichten auf die Bassgitarre, fehlen tut sie allerdings nicht! Drei sehr schnelle, innovative Hardcorepunksongs werden von Rob und Martin rausgehauen. Vergleiche zu anderen Bands kann ich leider nicht. Am besten hört man sich die Band mal unter www.facebook.com/riggots an! Lohnt sich!

Review: Only the Die Hard Remain Vol.2 Compliation

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V.A. – Only The Die Hard Remain Vol. 2 (CD – 2013 – Horror Business Records)

Auf dieser CD stellt das für lautstarke Musikbekannte Label seine ganzen Bands vor. Einiges ist dabei was sehr geil ist!

Als zweiten Track wird gleich einer von Power geboten. Das dazu passende Album habe ich ja erst besprochen und schon für cool empfunden.

Danach sind Tony Gorilla mit dem Song “Day In Day Out” vertreten. Auch ganz ganz grosses Kino!! Im Anschluss wird mit Bandswie “May The Force be with you” oder “Distance In Embrace” etwas in die Richtung Metalcore geboten. Leider garnicht ansprechend.

The Vaders sind im Anschluss wird es wieder punkiger. Schlicht und cool! Common Enemy und Vitamin X sind auch wieder Richtung Trash wie Power. Super cool!

A Time to stand sind dann fast schon vom Stil moderner Skatepunk. Bischen lahm. Ganz lustig dafür A Tale Of Amity. Verwirrend das sie deutsch singen, Text is aber super!

Yacoepsae, Madame Monster und Positive Stryke spielen alle drei coolen Punkrock! NXD sind im deutschen Punk keine unbekannten mehr! Die Jungs sind zwar eigentlich auf Spastic Fantastic Records glaube ich zu wissen, aber passen hier gut rein. Jaya The Cat folgen. Haben schon fast Legendenstatus solange sie dabei sind. Hemmond Orgel im Hintergrund und dem Ska-Beat angehauchten Sound fallen sie aus der Reihe, was aber ansich nicht verkehrt ist! The Coconut Butts klingen auch recht ähnlich. Hier gibt es sogar Bläser im Hintergrund!

Das Introriff des Song der Awesome Scampis erinnert mich etwas an Greenday. Jedoch auch eine Ska Band. Also keine weitere Parallele.

Rockig wird es wieder mit Damniam. Sum41 ähnlicher Punk. Vor 15 Jahren wäre das sicher eine grosse Nummer geworden. The Pauki bieten Celtic Punk. Der Song “Control” erinnert an Dropkick Murphys.

Dann ein krasser Übergang: A Hertiage Of Vergil  beginnen mit nem fiesen Metalcore Riff. Geht auch entsprechend weiter.

My Defense spielen dann wieder coolen Punkrock. Tinta Leal singen auf spanisch. Musikalisch recht moderner Hardcore.

Travels & Trunks klingen etwas wie eine englischsprachige Version der Broilers, nur nicht ganz so poppig. Sauberer Übergang zu Melodycore Sound von the Affected. Jetzt folgen drei Hardcore Songs von Sidetracked, Choose your path und Glaciersbax. Danach schlichter cooler Punk der Jungs von Addicted to machines. Geht richtig schön ins Ohr! Straight Corner sind etwas härter, aber gehen den selben weg!

Warum gibt sich eine Band einen englischen Namen und singt deutsch? Monstars Get Loaded machen dies so. Recht anstrengender Sound, aber hat was von Antitainment.

Paranoya spielen wieder Deutschpunk. Im Soloteil mit ausschweifung zum Surf Sound. Ganz nett, sehr 80er lastig.

Die Eule im Bad des Judas hat mich noch nie überzeugt. Beschissener Bandname, aber auch die Musik… nee nee. Habe erst die Songs des Samplers jeweils gehört und dann nachgelesen wer es ist. Auch im Blindflug hat die Eule mich als Ziel verfehlt.

Zielsicherer sind da Disobey. Düsterer Hardcorepunk, vielleicht eine moderne Version von Poison Idea?! Kann was!

Woof sind schnell unterwegs. Schöner, schneller Trashpunk. Geht gut rein. 1:01 ist auch eine angenehme Songlänge!

Jigsaw Uncompleted sind hingegen zu unverständlich. Wenn man vom Text nix versteht sondern nur Laute des Sängers, dann kann er sich auch Texte sparen.

142 ist ein interessanter Bandname. Doublebase und Geschrei treiben laut nach vorn. Zum Schluss dann Not enough. Cooler flotter Hardcorepunk. Könnte man fast AZ Punk nennen.

 

Ein cooler Sampler. Macht Spass zu hören und ist sehr abwechslungsreich!

Konzertbericht: The Truth + Jawknee Music (18.2.2015 – Thonet Saarbrücken)

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Mittwochs nach Fasching – keiner will mehr schlechte Witze hören! Drum gehts in die kleine Kneipe mit dem Namen Thonet in der Saarbrücker Altstadt. In dem Laden war ich bisher noch nie gewesen. Dieser ist sehr klein, auf Deko wird fast vollständig verzichtet und wer aufs Klo möchte muss sich den Schlüssel holen und ums Eck gehen. Fast wie an der Tankstelle.

Das Konzert ist bestuhlt, oder besser, bebierbankt. Bin ich kein allzu grosser Fan von. Ultra unbequem. Und stehen bei Konzerten macht auch mehr Spass. Vielleicht bin ich noch zu jung um mich bei Konzerten zu setzen.

Anfängen darf Jawknee Music. Den Namen hat er von einem NOFX Song, ansonsten gibt es aber wenige parallelen. Weder ist er fett, besoffen oder schlecht frisiert. Gute Musik macht er aber auch. Meist steht er mit einer seiner Bands auf der Bühne, A Hurricanes Revenge oder Röses of Fuck, heute alleine. Macht er gut. Gefällt mir. Schlichter Akustikpunk. Auch ein Cover von Leatherface gibt es auf die Ohren!

Danach kommt The Truth aus Berlin in die Ecke. The Truth ist Fabi, Sänger der Band Baretta Love. Zuvor hat er schon bei Classic Rock Radio sein bestes gegeben, jetzt hier. Einen ganzen Monat auf Tour und noch kein Anzeichen der Müdigkeit. Jegendlich das Auto seiner Freundin musste mal über Nacht in die Werkstatt. Adieu Konzerteinnahmen! Er präsentiert Songs die er mit seiner Band spielt akustisch, eigene Songs und auch einige Cover. Der Junge hat eine mords Stimme! Ultra laut – ultra cool! Verspieler werden mit lächeln überspielt. So macht das ganze Spass! Ich freue mich auf die Baretta Love Show am 16.3. im Synop!20150218_213943 20150218_204547 20150218_214443 20150218_205532

Review: Power – Overthrown By Vermin

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Power – Overthrown By Vermin (CD/LP – Horrorbusiness Records)

Ziemlich starken Bandnamen haben sich die Kieler Muschelschubser hier rausgesucht. Dieser ist auch programm. Ziemlich schnellen, lauten Punk der zwischen Municipal Waste und ganz frühen NOFX liegt wird hier geboten. Vor 30 Jahren wäre sicher der ein oder andere Song Kandidat für die Trasher Skate Rock Tapes gewesen. Leider ändert sich der Gesang bei manchen Songs von Geschrei zu richtigem Gesang was diese etwas schwächer wirken lässt. Macht sicher auch live unheimlich Spass!

Review: Love A – Jagd & Hund

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Love A –  Jagd & Hund (CD/LP – 2015 – Rookie Records)

Love A können einen Hatrick feiern! Drei sehr gute Platten hintereinander!

Eigentlich ist diese Platte wie die beiden zuvor, irgendwo aber auch nicht. Man bemerkt wie die Band sich entwickelt aber ihren roten Faden beibehält. Sind die Texte von Sänger Jörkk (welcher eine enorme ähnlichkeit mit Falco hat, nur mal so am Rande) auch nicht ganz so düster wie auf “irgendwie” treffen diese immer voll auf die Zwölf, auch wenn man manchmal zwei mal drüber nachdenken muss. Die Gitarren sind sich nichtmehr einander so ähnlich wir auf dem Debut. Kein schlechter oder gar mittelmässiger Song ist hier zu finden! Ich glaube ein weiter so kann man sich hier sparen, die Jungs machen eh was se wollen!

Live: Christmas & Boy im JUZ Illingen am 8. Februar 2015

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Das Konzert von Christmas & Boy sollte eigentlich bereits am 16. November 2014 in den heiligen Hallen des Juz Illingens spielen, sagten leider jedoch aus gesundheitlichen Gründen recht kurzfristig ab. Am 8. Februar wurde das Konzert nun endlich nachgeholt.

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Was soll ich zu Christmas noch schreiben? Das sie die beste Liveband des Saarlandes sind? Wisst ihr! Das sie schön dreckigen Punkrock zelebrieren? Wisst ihr! Dass ich sie hier regelmäßig feiere? Wisst ihr! Das Max momentan mit mir zusammen das Iamhavoc am Leben hält? Wisst ihr! Gut, was dann? Ah, vielleicht, dass Tommy Crack mittlerweile aussieht wie Johnny Depp? Gut, Fotos seht ihr unten und Max erwähnte das “ein paar Mal” beim Konzert. Neuer Schlagzeuger? Nee, diesmal auch nicht. Nun gut, brandheiss für alle, die Christmas nicht bei Facebook abonniert haben: die Jungs und das Mädel waren “zwischen den Tagen” im Studio und haben das neue Album “Lose Your Illusion” (wieder ein Gunners-Zitat) eingespielt. Die Platte soll am 8. Mai über Kidnap Music erscheinen. das Artwork kommt von Fischercupper und könnt ihr hier bewundern:

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Ein paar der neuen Songs stellte Christmas am 8. Februar vor. Was ich bisher gehört habe, klingt ganz angenehm nach Motörhead. Ich bin sehr gespannt, wie die Scheibe wird… Ansonsten ein solider Gig für Christmas, die den Anwesenden versuchten zu vermitteln, dass es eigentlich Freitag ist und das Wochenende erst begonnen hat. Leider war dem nicht ganz so und so gelang es Max zwar die Leute zum Mitsingen zu motivieren, aber das Tanzen klappte noch nicht so ganz. Dennoch gab es zwei Zugaben für die Meute. Es fehlte allerdings das obligatorische Turbonegro-Cover.

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Über Boy aus Tschechien wusste ich mal wieder nix. Irgendwas mit Turbonegro, ah ja, ihr Debütalbum Darkest Visions wurde von Tommy Akerhold produziert. Musikalisch handelt es sich um harten Punk’n’Roll, eine Mischung aus UK Subs und Turbonegro oder so ähnlich war mal irgendwo zu lesen. Das passt. Live ist die Band der totale Hammer. Insgesamt zwei “Champagner”-Flaschen mit Luftschlangen wurden im Raum verteilt, dazu wurden haufenweise Geldscheine (wie bei Alice Cooper und AC/DC) im Raum verteilt. Dazu kamen (leider kaum verständliche) Ansagen von Sänger Martino from Mars. Die Band war komplett uniformiert bis auf die Mütze von Gitarrist Kelso, die ein “Little Shit” aus Bayern der band geklaut hat (Fahndungshinweise). Bei Boy war deutlich mehr Bewegung als bei Christmas, auch war das Publikum endlich direkt vor der Bühne. Eine ziemlich gute Performance, insbesondere vom Sänger und vom Gitarristen. Die Songs sind alle ziemlich klasse. Einziges Manko: als ich kurz draußen Luft schnappen war, war der Gig schon vorbei. Naja, sie haben eben erst ein Album. Großartige Band, großartiger Abend!

Review: Tony Gorilla – It Takes A Spark

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Tony Gorilla – It Takes A Spark (CD – 2015 – Horror Business Records)

Tony Gorilla waren für mich die Neuentdeckung 2014. Ihr letztes Album ist schon ein paar Jahre her und es sollte härter werden hies es von der Band. Genau so ist es auch geworden. Musikalisch ein Mix aus 80er Hardcore a la Minor Threath oder Unity stellenweise gepaart mit Metalriffs der alten Schule. Dazu kommt die grossartige Stimme von Sänger Chris! Das Album haut so richtig rein und stellt mindestens 95% aller Szeneklassiker in den Schatten! Elf Songs gehen voll nach vorne und sind alles andere als langweilig! Zeitloser Sound wird von dem Quintett aus dem Ruhrgebiet geboten.

Rein optisch kommt das ganze auch schön her: Im edelen Digipack mit fettem Booklet. Düstere Zeichnungnen ziehen sich durch das ganze Artwork. Gefällt sehr gut. Einziges Manko an dem ganzen Paket: Es gibt das ganze nicht auf Vinyl.

Im März/April sind die Jungs auf Tour. Kuckt euch die Jungs live an, denn auf der Bühne geht das ganze noch um einiges mehr ab!

27.3.2015 D – Wermelskirchen, AJZ Bahndamm
28.3.2015 D – Koblenz, JamClub
31.3.2015 D Zweibrücken, Erdgeschoss
1.4.2015 D – Kaiserslautern, Clearing Barrel
2.4.2015 D – Landau, Fatal
3.4.2015 CH – Spiez, das O
4.4.2015 D – Ludwigsburg, Rock n Roll Bar
5.4.2015 D – Zittau, Emil
8.4.2015 D – Hamburg, Kraken Punkrockkneipe
9.4.2015 D – Chemnitz, Subway to Peter
10.4.2015 B – Peer, the other side

 

www.Tony-Gorilla.de

Review: VCPS – VCPS

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VCPS – VCPS (CD – 2015 – Dangerous Rock Records)

Eine sehr schöne EP mit sechs Songs haben sich die Schweden von VCPS zusammengerockt. Dies ist die zweite Veröffentlichung unter dem neuen Bandnamen. Die letzte Release war eine Single und zuvor kam noch unter dem Namen Vietcong Pornsurfers das auch hier rezessierte Album heraus uns ist bereits 2 Jahre alt.

Schon lange spielen die Jungs soliden Schweden-Schweinerock. Irgendwo zwischen späten Hellacopters und der Baboon Show liegt auch diese EP musikalisch. Der rauchige Gesang erinnert etwas an the Peepshows. Die Songs gehen allesamt steil nach vorne und trotzdem sind sie sehr abwechslungsreich. Schade dass es das gute Stück nicht auf Vinyl gibt!

Review: Five Minute Fall – Centuries Wasted

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Five Minute Fall stammen aus Salzburg und wurden bereits 2010 gegründet. Nach zwei EPs und ihrem Debütalbum Close to Collapseerscheint heuer das zweite Album Centuries Wasted über das mir bislang unbekannte Label Ride & Hun, die wohl bald auch die von mir geschätzten Saeven Sins verlegen. Nun, die Musik von Five Minute Fall ist alles andere als einzigartig, handelt es sich doch um eine Melodic-Hardcore-Punk-Gruppe, die ihren Stil den ehemals sehr belieben boysetsfire und Defeater entlehnt hat. Oder wie sie es selbst ausdrücken: “They are way too old, they don‘t look cool on stage and are not as pretty as your lovely new metalcore band from the US.” Alright, so siehts aus. Wer schon lange den guten alten Screamo-Sound vermisst hat, Metal-Einflüsse nicht ganz verabscheut, aber gut gemachten Punk liebt, der sollte Five Minute Fall eine Chance geben. Ich habe das Album jetzt ein dutzendmal gehört und es geht noch runter wie Öl. Abwechslungsreich und gut gemacht. Bin zwar kein Freund von cleanen Gesangspassagen, die den gutturallen Schreigesang konterkarieren, aber hier sind sie dezent, dafür effektvoll in Szene gesetzt. Die Texte sind zivilisationskritisch und sinnsuchend, eher negativ gehalten und wütend. Oder um es wieder mit ihren Worten zusagen:

this is just another story
of everyone`s life
so where is your paradise
where is your paradise
this is from the streets
rolemodels just don`t exist

Einige Texte sind auch persönlich gehalten. Ein ziemlich gelungenes Zweitwerk für den Fünfer aus Salzburg. Auf jeden Fall mal anchecken. Das Album ist über Ride & Hun Music oder Last Exit Music erhältlich.

Tourdaten:

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Review: Octobus – Theater Exakt am 24. Januar 2015 in der Freien Waldorfschule Bexbach

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And now for something completly different… Warum dieser Einleitungssatz gut gewählt ist, werdet ihr später merken. Tja, ich wurde von einem befreundeten Menschen eingeladen, dieses Amateurtheater-Stück zu besuchen. Dieser befreundete Mensch war einer der Schauspieler, um gleich klarzustellen, welchen Interessenskonflikt ich beim Abfassen des Artikels gehabt habe. Aber zunächst zur Vorgeschichte: Theater exakt wurde ursprünglich 2006 in Pirmasens gegründet. Nach drei Stücken zwischen 2006 und 2008 wurde es ruhig um die Theatertruppe. Das erste Stück in neuer Besetzung wurde nun Octobus.

Der Plot ist etwas diffizil. Ich zitiere einfach mal die offizielle Stückbeschreibung:

Es ist Zeit, die wahre Geschichte zu erzählen…
Rom im Jahre 43 v. Chr. Caesar ist tot. Die Republik befindet sich im Bürgerkrieg. Über das Reich herrscht das mächtige zweite Triumvirat. Doch hinter der Fassade strebt der listenreiche Octavian ebenso nach der alleinigen Macht wie der ruhmreiche Heerführer Marcus Antonius – bis sich ihr Schicksal und das der gesamten Welt in der verhängnisvollen Schlacht von Actium entscheidet.
Doch ist das nicht die ganze Wahrheit…denn die Geschichte verschweigt uns eine der schillerndsten Figuren der Weltgeschichte, den Zwillingsbruder des mächtigen Octavian – den unfähigsten Herrscher aller Zeiten: Octobus. Dem Wein und der Völlerei ergeben, politisch ein Leicht-, ansonsten ein Schwergewicht, schwach an Entschlusskraft und ohne Erfolg bei den Frauen, so arglos wie unbeholfen, obendrein mit höchst empfindlichem Magen – kurzum der größte Versager der Antike. Wen wundert es, dass der Mantel des Schweigens über ihm ruht. Doch waren es Octobus und sein tapferer Sohn Liberius, deren verhängnisvolle Wege über Leben oder Tod der Republik bestimmten.
Alfred Shakespeare, der längst vergessene Bruder des William Shakespeare, schrieb dieses längst vergessene Epos über Octavians längst vergessenen Bruder und dessen längst vergessenen Sohn. Es ist eine Geschichte über Macht und Verlangen, voller Schmerz und Blut, es ist eine Geschichte von Anstand und Mut, die Geschichte einer unheilvollen Liebe, voller Sehnsucht und Poesie, voller Klang und Wut , ebenso tragisch wie komisch -

Jaja, Alfred Shakespeare, genau. Nun ja, das Amateur-Theater fand dann tatsächlich einen Auftrittsort, der ob seiner verSteinerten Ideologie (sorry, den musste ich einfach klauen) eigentlich nicht ganz für den anarchischen Nonsense geeignet schien. Als ich pünktlich vor Beginn dann das Ambiente betrat, und die geschwungenen Pfade derWaldorf-Schule Bexbach hinunter bis zur Aula ging, fiel es jedoch auf: genau dieses Ambiente war geeignet für das Stück, quasi der perfekte Einstieg in das alte Rom. Die Aula war auch tatsächlich gut gefüllt. Ausverkauft war es zwar nicht, aber die Reihen waren vor der Bühne zumindestens bis zur hinteren befüllt, lediglich die Seiten-Ränge waren etwas dünner besiedelt. Das Team hatte im Vorfeld Werbung gemacht, in der Saarbrücker Zeitung konnte man davon lesen und natürlich war auch Lehrer- und Schülerschaft anwesend. Umso seltsamer, das ich bisher keine Rezension gefunden habe… Naja, mache ich mal den Anfang

Ich will nicht zu viel von der Story erzählen, sondern mich eher auf den künstlerischen Aspekt beschränken. Die Komödie war in Versen verfasst worden, was schon mal schier unglaublich ist. Alle Dialoge, die Rahmenerzählung, jedes Pfitzelchen Text musste und tat sich reimen. Eben wie es ein wirklicher Shakespeare getan hätte. Ich stelle mir das als Möchtegernschreiberling recht schwer vor. Meine kleinen Gedichte klangen für mich immer nach Haus-Maus-Reimen und der große Lyriker vor dem Herrn war ich nie. Ein ganzes Stück nur aus Reimen und das für eine Handvoll Vorstellungen… Riesen-Respekt! Auch die Besetzung war gut gewählt. Hervorheben muss man in erster Linie Sascha Niehoff als Geschichtsschreiber Sueton, der auch am meisten Text vorzutragen hatte. Aber auch das restliche Ensemble war überraschend treffsicher. Octavian (Oliver Minakaran) und Octobus (Matthias Schwartz), das ungleiche Brüderpaar, harmonierten perfekt zueinander. Matthias Schwartz’ Darstellung des Octobus war effektiv und sehr professionell. Den trunk- und fresssüchtigen, einfältigen Bruder des Octavian spielte er perfekt. Super auch Liberius (Moritz Spang) und vor allem Antonia (Sarah Klemm). Auch Alexander Ruff als Marc Anton hatte einige imposante Auftritte. Marie Biehl-Ruff spielte Fulvia, die intrigante Ehefrau des Marc Anton, mit der gewissen Bösartigkeit, die für eine solche Rolle notwendig ist. Hier fand ich nur die Stimme zu gestellt, ansonsten eine perfekte Performance. Auch die Nebenrollen waren gut besetzt und sorgten für den ein oder anderen Lacher. Wenn man weiß, das einige zum ersten Mal auf der Bühne standen: sehr, sehr geil! Ich hatte gerade mal drei Versprecher und einen Lichtfehler zählen können. Das meiste kriegt man aber als Zuschauer wohl eh nicht mit.

Die Requisiten waren sparta…nisch (ha, ich konnte nicht anders), aber effektiv. Neben wenig Mobiliar, dass die Schauspieler selbst verrückten, wenn es dunkel wurde, führten animierte Schattenbilder (vor einem Blue-Screen gedreht) durch die Handlung. Die Schattenbilder waren darüber hinaus überraschend blutig. Die Story selbst erinnerte bisweilen an Monty Python, daher auch mein Eingangszitat. Das Stück war an manchen Stellen vorhersehbar, entfaltete seine Wirkung aber vor allem durch seinen Dialogwitz, das freche Spiel mit den Reimen. Etwas langweilig war die Fortführung der Handlung nach dem eigentlichen Ende, vor allem weil die schicksalsschweren Worte von Sueton mir dann etwas zu gestelzt herüber kamen und so die Handlung etwas konterkarierten. Dennoch: den Schlussapplaus hatten sich alle Schauspieler redlich verdient. ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Großes Lob an alle Theaterschaffenden. Ein sehr gelungener Abend.

Es soll noch mehrere Auftritte geben, bislang steht nur ein zweiter Auftritt in Bexbach fest: am 14. März soll die zweite Aufführung, wieder in der Waldorfschule Bexbach erfolgen.

Review: The Apemen – Live at das Modul Saarbrücken

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The Apemen – Live at das Modul Saarbrücken (CD – 2015 – Paisley Archive)

Viele Veröffentlichungen gab es von the Apemen noch nicht und doch veröffentlichen die Jungs schon ein Livealbum. Mag daran liegen dass die Band sich primär als Liveband sieht. Immerhin haben sie (vorwiegend im letzten Jahrtausend) schon halb Europa betourt. 2013 gab es dann die Reunion nach jahrelanger Abstinenz. Seitdem gab es auch vereinzelt Shows in England, Belgien und Deutschland.

13 Song haben die Saarbrücker im letzten Mai im Modul Club live eingespielt. Die Band klingt sauber, sicher und auch gut. Flotter Mod-Sound wird präsentiert! Einige Cover haben es auch in die Setlist gepackt. Das bekannteste mag wohl “Fire” von Jimi Hendrix sein. Sehr schöne Eigeninterpretation!

Etwas nervig ist blos dass nach jedem Song das Soundlevel runtergefahren wird und eine kurze Pause ist. Das hätte der Produzent sauberer lösen können. Mag nett sein wenn man Songs einzeln hört, doch beim Durchlaufen des Albums nervt das etwas. Schade auch dass man das Publikum nur etwas zum Ende der Songs hört. Auch das Booklet fällt als Vierseiter etwas mager aus.

Ansonsten ist diese CD eine runde Sache! Macht Spass zu hören!

Review: Antares – Sloth

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Antares – Sloth (LP – 2013 – Annoying Records/Rancore Records)

Vor Jahren hatte ich mal das Album “start your engines” von Antares in die Hand bekommen und fand es eher öde. Doch das aktuelle Album spielt in einer ganz anderen Liga! Ein ultraschneller Mix aus Electric Eel Shock und Peter Pan Speedrock lässt nichts anbrennen! Die drei Italiener wissen zu überzeugen! Auch live eine mords Band!! Schwer zu empfehlen für Leute die gerne Freitag Abend unter der Bierdusche verbringen.

Review: Blind Bastards – Timebomb Future

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Blind Bastards – Timebomb Future (CD- 2015)

Blind Bastards aus dem wunderschönen Wahlen im Nordsaarland präsentieren endlich ihr Debutalbum. Dieses zeigt sich recht abwechslungsreich. Die Band ist fest im Grunge hängen geblieben. Stellenweise liebäugelt man aber auch mit anderen Genres, so beispielsweise bei “Crap For The Masses”, hier zieht ein Hauch Hardcore durch den Song. Dieser meldet sich mit Doublebase zu Wort und das obwohl der Song eigentlich zu den langsameren gehört. Bei “Far Away” sind verträumte Gitarrenmelodien angesagt.

Alleine die Produktion schwächelt etwas, denn stellenweise klingt der Sound recht leer. Bei lauterem Hören fällt das besonders auf. Musikalisch kann sich das zehn Titel lange Erstlingswerk der Blind Bastards jedoch sehen lassen!

Review: Fractal Universe – Boundaries Of Reality

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Fractal Universe – Boundaries Of Reality (CD – 2015)

Frankreich ist ja weniger für Punkrock bekannt sondern eher für lauten Metal. Beste Beispiele hierfür sind das Hellfest und die Band Gojia. Ebenso spielen Fractal Universe fiesen Metal mit viel Doublebase, Gitarrensolis, Gegrunze, Geschrei und gar geflüstert wird. Leider wiederholt sich hier alles und jeder der vier Songs dauert eine Ewigkeit. Keine Spontanität, keine Überaschungen, keine Besonderheiten. Den vier Jungs aus Nancy muss man zugute halten dass sie die Band erst 2014 gegründet haben. Meinen Geschmack wird es aller Wahrscheinlichkeit jedoch nie treffen! Dazu kommt die CD auch im Cardsleeve daher (und das nicht nur für Promozwecke). Auch schade, macht also auch optisch wenig her!

Konzertbericht: Bitch Queens und X-Bomb Factory am 28.1.2015 in Saarbrücken

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Seit ner Weile veranstaltet Alex von Rück n Roll Records kleine Konzerte für kleines Geld in Saarbrücken. Viel Herzblut wird reingehangen und so schafft er es dass an diesem Mitwoch das Synop zumindest annähernd gut gefüllt ist.

Den Beginn machten die Briten X-Bomb Factory. Musikalisch kann ich die Band schwer einschätzen, ist aber auch nich meins. Beim Publikum kommen die älteren Herren gut an. Der Sänger legt ein tiefst britischen Englisch an den Start und ich verstehe ihn besser wenn er schreit als wenn er singt. Groovt irgendwie, auch wenns ich wie gesagt nichts mit anfangen kann.

Im Anschluss kommen die mid-20er von den Bitch Queens aus Basel. Den Vier ist es egal ob da 30 oder 300 Leute vor der Bühne stehen, das Synop wird ins Stadion verwandelt! Ein fetter Sound der schwer nach ner Mischung aus the Creetins aus Kiel und den Backyard Babies zu besten Zeiten klingt. Die Jungs tragen Jeans und Makeup, auf den Jacken steht in Nieten hinten der Bandname drauf und die Boxen und Basedrum sind mit rotem LED verziert. Macht einiges her! Es werden fast alle Songs vom neuen Album “kill your friends” gespielt und als Zugabe dann noch ein “too drunk to fuck” Cover der Dead Kennedys welches sich mehr nach Skadinavien als nach vereinigten Staaten anhört. Ich denke hier wird man in Zukunft noch einiges hören!

Review: Donots – Karacho

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Donots – Karacho (CD/LP – 2015 – Solitary Man Records)

21 Jahre gibts die Jungs aus Ibbenbüren schon und vieles haben die Jungs mitgemacht und geprägt. Vom gemeinsamen touren und wachsen von der kleinen Band zu einer richtigen Grösse mit den Berliner Beatsteaks, vom Tennisspiel mit den Toten Hosen um ein Video von ihrem ersten Auftritt bis zum Headliner auf Festivals wie dem Rocco del Schlacco, was hätte es da neues geben können? Man singt einfach mal deutsch! Bereits letztes Jahr wurde eine 7″ auf deutsch veröffentlicht und ein grosser, mutiger Schritt gewagt. Wenn man nach so vielen Jahren plötzlich in seiner Muttersprache singt ist das wie Hose runter lassen: Man wird von den Fans, Freunden und Familie auf einmal auf anhieb gut verstanden, man singt vielleicht über andere Themen und nicht mehr über albernen Quatsch! Das Songwriting wird wahrscheins anders angegangen und alles kann sich ändern! Gedankengänge was der treue Fan von dieser Wandlung halten wird gehen einem durch den Kopf. Wird dieser das ganze gut finden? Oder ist das vielleicht ein riesen Fehler? Eine mutige Entscheidung war es allemal und die Rechnung geht auf! Auch wenn die Texte plötzlich sehr düster, fast schon depressiv sind klingt die Band immernoch 100% nach Donots. Wird auch gar einmal ein Wink zu den Kollegen von PASCOW gebracht, denn auch im Teutoburger Wald muss alles kaputt sein!

Musikalisch ist die Band weiter abwechslungsreich. “Problem kein Problem” weist sogar karibischen Sound auf und einige ruhige Songs sind auch auf “Karacho” zu finden! Gelungene Scheibe welche mit Sicherheit nicht nur zu den besten der Band sondern auch zu den besten 2015 gehören wird!

Konzertbericht: Sky Of Calvaria Release Party mit Something To Eat, Dreamcatcher und And I Saw The Desolation am 31.1.2015 in Illingen

Zum neuen Album von Sky Of Calvaria haben sich die vier Lebacher einige ihrer lokalen Lieblingsbands zur Releaseshow im Illinger JUZ eingeladen. Da es in Lebach wohl keine gescheite Location mehr gibt weicht man einfach in eine oder gar die coolste Location im Saarland aus.

Den Beginn machen Something To Eat. Von den Jungs hab ich noch nie etwas gehört. Die Band war recht tight vom Zusammenspiel her, doch wenn der Sänger mit Händen in der Hosentasche auf der Bühne steht dann geht das garnicht! Man kann seine Unlust höchstens mit verschränkten Armen besser ausdrücken… Ich geh dann mal lieber was trinken, der Wirt hat wenigstens Spass an seiner Aufgabe!

And I Saw The Desolation sind mir auch noch recht neu gewesen. Auch hier wird sich kaum bewegt auf der Bühne. Der Katzengeschrei ähnelde Gesang ist leider genauso wenig mein Fall wie moderner Hardcore-/Metalsound wie er hier präsentiert wird.

Durch viel Engargement machen Dreamcatcher auf sich aufmerksam in letzter Zeit. Zuvor unter dem Namen FIST OF CHANGE unterwegs wurde sich im Frühjahr umbenannt und die erste Show unter neuem Namen auf dem Volcano Festival gespielt. Musikalisch nicht meine Welt, doch ärgert es mich erst zur zweiten Hälfte der Show rein zu kommen, denn was mich hier erwartet hat mich durchaus sehr positiv überrascht: Keiner auf der Bühne steht still, der Bassist rennt von links nach rechts und der Sänger steht mitten im Publikum welches auch in Schwung gekommen ist und Windmühlenübungen am machen ist. Das Engargement zahlt sich aus und drum habe ich gesehn kommt die Band endlich auch mal aus dem Saarland raus! Freut mich für die Fünf!

Eine sichere Nummer sind heute Sky Of Calvaria. Das Album ist eine richtige Bombe (Review kam ja neulich schon) und auch hier hat man sich entwickelt. Gitarrengott Chrissi kommt mit einer ultra heissen Jacke im Stil eines Torreros auf die Bühne ohne Shirt drunter, Drummer Micha glänzt durch lässigkeit, Bassist Antonio sieht so böse aus dass kleine Kinder beim anblick wahrscheins schon Tränen auf den Backen haben und das Bärchen ist einfach nur der Antichrist in besoffen! Das ganze Album wird runtergespielt und die Jungs haben ihren Fanclub, die Jungs und Mädels von Atomsuff, die immer vollkommen ausrasten, auf ihrer Seite! Das ganze Album wird runtergespielt, bei Problemen mit der Gitarre vom Publikum laut Kassierer gesungen und Bier fliesst in Strömen! Grossartig! Auf der Besprechung der Platte geht der Gesang von Bassist Antonio leider unter. Durch enorme Ähnlichkeit seiner Stimme zu der des Bärchens (dieser hat übrigens einen Fuchsschwanz!!) bin ich von nur seiner Stimme ausgegangen. Live föhnt jedoch sein Geschrei einen sowas von weg! Als Zugabe wird noch Turbonegros “I Got Erection” gefordert und gespielt. Die Version ist noch fieser als die von Satyricon.

Guter Abend mit vielen coolen Leuten und zwei vollkommen überzeugenden Bands!!

Review: The Boatsmen – City Sailors

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The Boatsmen – CIty Sailors (LP/Download – 2015 – No Balls Records/Rookie Records)Hier könnte eine neue skadinavische Undergroundgrösse entstehen: the Boatsmen aus Schweden sind keine Unbekannten im Punkrock! Sänger und Bassist Hakan spielt beispielsweise bei Square und Durango Riot (diese sind übrigens im März auf Tour, u.a. auch im Kammgarn Kaiserslautern). Zwölf Songs mit klassischen Rockthemen wie Suff, Herzensbruch und Seefahrt werden auf der zweiten Platte der vier Jungs aus Örebro präsentiert. Die Band zeigt viele Parallelen zu Psychopunch auf. Musikalisch liegt das ganze sehr nah aneinander, leider aber auch die Enge zwischen Hit und Langeweile. Ok, mehr Hits als Schlaflieder werden hier geboten, doch manch ein Song ist sehr schleppend und zieht den Finger auf die “Weiter” Taste. Um so mehr hauen die Hits rein! Songs wie “are you ready for heartbreak” oder “Sailin” gehen so schnell nicht mehr aus dem Ohr. Nette Platte, jedoch noch Luft nach oben!

Veröffentlicht wird der Spass am 20.3. auf Platte und MP3.

Review: Bitch Queens – Kill Your Friends

2nd district

Bitch Queens – Kill Your Friends (LP/CD –  2014 – Lux Noise Records)

 

Die erste Platte der Bitch Queens aus Basel ist irgendwie voll an mir vorbeigegangen. Doch das neue Album, Kill Your Friends, hats so richtig in sich! Es werden massig Ohrwürmer geboten. Eigentlich ist fast jeder Song ein Ohrwurm und ein Hit!!

Musikalisch klingt das ganze sehr nach Backyard Babies zu “making enemies is good” Zeiten oder Hellacopters auf “payin’ the dues”. Richtig fetter Rock wird geboten. Sehr originell und doch auch ordinär!

Kaufempfehlung!!

Review: Feine Sahne Fischfilet – Bleiben oder Gehen

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Es war spannend, abzuwarten was aus Feine Sahne Fischfilet wird. Eine Band, die nach zwei recht unspektakulären Alben 2012 mit Scheitern und Verstehen, angekurbelt durch die völlig willkürliche und nicht nachvollziehbare Erwähnung im Verfassungsschutzbericht von Mecklenburg-Vorpommern quasi über Nacht zu Weltruhm gelangte. Diese kleine Band mit Bläsern, die aktiv gegen Rechtsextremismus vorging, der Underdog gegen die Rechtstendenzen in ihrem Bundesland. Die auf dem oft als antideutsch verschrienen Label Audiolith gegen Sonnenuntergang ritt. Nun, lange haben sie an ihrem Quasi-Zweitling, aber tatsächlich Viertling gearbeitet und was mir zum Review vorlag war, so viel sei vorweg genommen, ein im besten Sinne erwachsenes Album. Bleiben oder Gehen, schon im Titel wird Should I Stay or Should I Go von The Clash zitiert und das Lied bildet sozusagen den Rahmen des Albums. Ein gut gewählter Kunstgriff. Mit der ersten Singleauskopplung und erstem Song griff die Band gleich in die Vollen: Für diese eine Nacht ist ein Single-Hit. Auch ansonsten wesentlich reifer: Weg von klaren Ansagen, platten Parolen, mehr verklausuliert, metaphorisch ausgearbeitet, kein stumpfer Deutschpunk/Deutschrock, sondern ehrliche Musik mit klarer Aussage. Zweite Singleauskopplung ist Ich glaube dir, nicht unbedingt mein Lieblingslied auf dem Album, aber guter Durchschnitt.

Nein, verstecken tun sie sich auch auf diesem Album nicht: Wut und Nur Applaus sind sicherlich linke Hymnen, die klar Feindbilder benennen und angreifen. Aber der Rest des Albums ist vielfältiger. Es gibt Persönliches (Warten auf das Meer), die Thematisierung von eigenen Zweifeln (Am Ende), sowie Liebes – und Freundschaft-Lieder (Alles brennt, 48Knoten). Auch musikalisch experimentiert man etwas: so gibt es Rap-Passagen bei Wut und die Trompeten spielen oft genug ein trauriges Lied. Ich finde es sowieso beachtlich, wenn eine Band ihre Bläser-Sektion nicht einsetzt, um 08/15-Ska zu spielen, sondern die Trompete als eigenes Instrument wahrnimmt, dass wie Gitarre, Bass und SChlagzeug unterschiedliche Funktionen hat: mal treibend, mal getragen, mal fröhlich, mal traurig. Man merkt, die Band kann alles, bis auf Englisch (“business as uschuhal”).

Ein wirklich starker Auftakt in das Jahr 2015 für Audiolith. Hoffen wir, das deren Gespür für gute Musik uns auch den Rest des Jahres bei Laune hält. Ein großer Schritt auch für FSF. Hoffen wir, dass sie nicht den Weg von The Clash gehen. An alle Leser: Pflichtprogramm.

Anbei noch die beiden Videos:

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