Review: Feine Sahne Fischfilet – Bleiben oder Gehen

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Es war spannend, abzuwarten was aus Feine Sahne Fischfilet wird. Eine Band, die nach zwei recht unspektakulären Alben 2012 mit Scheitern und Verstehen, angekurbelt durch die völlig willkürliche und nicht nachvollziehbare Erwähnung im Verfassungsschutzbericht von Mecklenburg-Vorpommern quasi über Nacht zu Weltruhm gelangte. Diese kleine Band mit Bläsern, die aktiv gegen Rechtsextremismus vorging, der Underdog gegen die Rechtstendenzen in ihrem Bundesland. Die auf dem oft als antideutsch verschrienen Label Audiolith gegen Sonnenuntergang ritt. Nun, lange haben sie an ihrem Quasi-Zweitling, aber tatsächlich Viertling gearbeitet und was mir zum Review vorlag war, so viel sei vorweg genommen, ein im besten Sinne erwachsenes Album. Bleiben oder Gehen, schon im Titel wird Should I Stay or Should I Go von The Clash zitiert und das Lied bildet sozusagen den Rahmen des Albums. Ein gut gewählter Kunstgriff. Mit der ersten Singleauskopplung und erstem Song griff die Band gleich in die Vollen: Für diese eine Nacht ist ein Single-Hit. Auch ansonsten wesentlich reifer: Weg von klaren Ansagen, platten Parolen, mehr verklausuliert, metaphorisch ausgearbeitet, kein stumpfer Deutschpunk/Deutschrock, sondern ehrliche Musik mit klarer Aussage. Zweite Singleauskopplung ist Ich glaube dir, nicht unbedingt mein Lieblingslied auf dem Album, aber guter Durchschnitt.

Nein, verstecken tun sie sich auch auf diesem Album nicht: Wut und Nur Applaus sind sicherlich linke Hymnen, die klar Feindbilder benennen und angreifen. Aber der Rest des Albums ist vielfältiger. Es gibt Persönliches (Warten auf das Meer), die Thematisierung von eigenen Zweifeln (Am Ende), sowie Liebes – und Freundschaft-Lieder (Alles brennt, 48Knoten). Auch musikalisch experimentiert man etwas: so gibt es Rap-Passagen bei Wut und die Trompeten spielen oft genug ein trauriges Lied. Ich finde es sowieso beachtlich, wenn eine Band ihre Bläser-Sektion nicht einsetzt, um 08/15-Ska zu spielen, sondern die Trompete als eigenes Instrument wahrnimmt, dass wie Gitarre, Bass und SChlagzeug unterschiedliche Funktionen hat: mal treibend, mal getragen, mal fröhlich, mal traurig. Man merkt, die Band kann alles, bis auf Englisch (“business as uschuhal”).

Ein wirklich starker Auftakt in das Jahr 2015 für Audiolith. Hoffen wir, das deren Gespür für gute Musik uns auch den Rest des Jahres bei Laune hält. Ein großer Schritt auch für FSF. Hoffen wir, dass sie nicht den Weg von The Clash gehen. An alle Leser: Pflichtprogramm.

Anbei noch die beiden Videos:

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Review: Sky Of Calvaria – Bestiarium

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Sky Of Calvaria – Bestiarium (CD – 2015)

Ich bin schon lange ein Fan von Sky of Calvaria. Doch skeptisch war ich schon lange ob die Band im Studio genauso geil klingt wie live.
Tatsächlich haben sie ein richtig fettes Album herausgehauen. Ein fetter Mix aus dem Sound von Bands wie Kvelertak, Mastodon und (leider) auch etwas Metalcoresound prägen Sky Of Calvaria. Sänger Max, aka das Bärchen, brüllt mit seiner mords Stimme bei jedem Song sich die Seele aus dem Leib! Gittarrist Chrissi ist eh wahnsinnig! Ich glaube eigentlich hat er MINDESTENS so viele Arme wie ein Oktopuss, sonst wäre so viel Spielerei bei den sechs (manchmal auch zwölf) Saiten nicht möglich. Brutal klingt auch das Schlagzeug!
Die grossartigste Stelle findet man beim Solo zu “Hereditas Lucem”. Während ein bereits sehr geiles Gitarrensolo gespielt wird kommt schlagartig ein weiteres Solo dazu welchen komplett im Stil von Iron Maiden klingt! Ultrafett!
An dieser Stelle muss ich meinem Kollegen Chris zustimmen: Sky Of Calvaria sind tatsächlich die beste Metalband des Saarlandes!!

Die Releaseparty findet übrigens am 31.1.2015 im JUZ Illingen statt. Mit dabei sind Dreamcatcher, Something To Eat und And I Saw The Desolation. Kommt rum!!

Review: The Severed Limb – If You Ain’t Lovin’ You’re A Dead Man

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The Severed Limb – If You Ain’t Lovin’ You’re A Dead Man (CD/LP – 2015 – Damaged Goods)

 

Das Trio spielt einen feinen Mix aus Blues und Soul. Die zehn Songs gehen sehr schnell ins Ohr und auch einige feine Ohrwürmer hat diese Scheibe zu bieten. Flotte Texte werden in tiefstem britischen Akzent gesungen. Beim hören dieses Albums hat man das Gefühl in einem verrauchten, englischen Pub zu sitzen. Ein sehr feines Werk!

Review: Die Dorks – Duschen auf Staatskosten

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Die Dorks – Duschen auf Staatskosten (CD – 2014 – sn-punx.de)

Bereits im September veröffentlichten Die Dorks ihr neues Album “duschen auf Staatskosten”. Deutschpunk mit vielen Melodien, teilweise viel geknüppelt, wird von den vier Jungs um Sängerin Lizal präsentiert. Die Texte sind doch sehr ausgelutscht. So typische Deutschpunktexte. Themen wie “Staatsfeind” haben einen längeren Bart als Gandalf der Zauberer! Leider ist auch ‘ne Stunde nach dem hören nicht mehr viel hängen geblieben.

Review: Mostrich – Zum mitnehmen, bitte (CD – 2014 – Puke Music)

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Das hallesche Punkkapele Mostrich hat auf ihrem neuen Album das Thema “Imbiss” musikalisch vertont. Drei Akkorde-Punkrock auf deutsch besingt gerne den Konsum von ungesundem Essen und günstigem Bier. Einige Texte sind kombinieren das auch mit Sozialkritik. Einige Songs behandeln auch 0815 Deutschpunkthemen die sowas von ausgelutscht sind. Muss man 2014 (da kam das Teil raus) noch über den Staatsfeind singen?

Zum lachen bringen einen kurze Ausschnitte von den Simpsons. Das gewisse Etwas fehlt dem Album leider!

Review: Veilside / Lowlife – Brothers Till We Die / Crime City Connection

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Veilside / Lowlife – Brothers Till We Die / Crime City Connection (CD – 2014 – Core Tex)

Hardcore ist leider im laufe der Jahre so vorhersehbar und langweilig geworden… Nicht nur dass lachen verboten ist (man beachte Bandfotos), alle gleich aussehen, jeder möglichst “true” sein möchte und der Härteste zu sein scheint, auch ist die Musik der Bands sowas von vorhersehbar! Noch nie habe ich bis dato etwas von einer der beiden Bands gehört, doch kannt man schon alle Lieder von anderen Bands.
Ok, Veilseide aus Frankfurt haben mich mit der Tatsache dass sie gelegentlich in deutsch singen überracht. Das wars aber auch schon. Musikalisch liegen beide Bands sehr nah aneinander. Blos der Drummer der Wiener Band Lowlife spielt etwas lieber Doublebase.
Ich würde mich freuen wenn mich mal wieder eine Band musikalisch voll überrachen würde. Braucht man in jedem Refrain Gangvocals? Was unterscheided sie von anderen Bollo/Hardcorebands? Das ganze klingt leider sehr nach Massenware. Wie am Anfang erwähnt ist der Sound und die Optik (fast) aller Bands dieses Genres identisch. Wagt es sich keiner mehr etwas aus dem Raster abzuweichen oder ist das ganze eine so sichere Bank dass man keine Abweichungen riskieren mag? Hierzu ein Zitat einer meiner Lieblingsbands: “Hardcore war gestern”!

24. Große Nachtmusik in der Illipse Illingen – 30. Dezember 2014

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Am 30. Dezember 2014 öffnete die Illipse in Illingen wieder mal die Pforten zur Großen Nachtmusik der AG Nachtmusik, einer Vereinigung Illinger Künstler, mit besonderem Augenmerk auf der Jazz-Avantgarde. Das hört sich schlimmer an, als es ist. Die Veranstaltung präsentiert Künstler aus den verschiedensten Stilrichtungen und schreckt auch vor lauteren Tönen nicht zurück.

Leider konnte ich nicht pünktlich bei beginn vor Ort sein und so müssen das Schulorchester des MV Limbach und Fukushima Fish sowie das Blechbläserensemble Clemens Scheidt auf meine fundierte Meinung verzichten.

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Phase IV ist ein Projekt des musikalischen Tausendsasas Christof Thewes und der Rocksängerin Sabine Noß. Auch die restlichen Musiker sind im Umkreis Illingen und wohl auch im Saarland bekannt. Wie bei Thewes üblich gibt es viele Freejazz-Einflüsse, doch im Gegensatz zu anderen Bands sind Phase IV bis auf einige Solopassagen sehr gut hörbar und schon fast eingängig. Die verraucht-ruhige Stimme von Sabine Noß passt gut in eine Bar-Atmosphäre. Die Musik erinnert stellenweise an Filmsoundtracks, kein Wunder, stammen die Texte doch von Regisseur und Schriftsteller Alfred Gulden. Hat mir sehr gut gefallen. Mehr davon!

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Über Vox Populi werde ich dann mal den Vorhang des Schweigens hüllen. Chormusik, dann auch noch auf italienisch, da bin ich zu wenig kompetent und zu wenig zugeneigt.

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Nika & Karambolage waren dann, sieht man mal vom Schülerchor ab, die jüngste Band des Abends und sichtlich froh auf diesem Festival spielen zu dürfen. Musikalisch irgendwo zwischen Pop, Rock, Groove, Soul bis zum Jazz, verzauberte das Quartett das Publikum mit dem tollen, dazu noch deutschen Gesang von Annika Jonsson den Saal. Wenig nervös, sondern hochprofessionell gestalteten sie ihr kurzes Set. Zieht euch mal das Demo rein.

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The Real Thing war dann leider keine Faith-No-More-Coverband, sondern eine instrumentale Jazzband um Stefan Münzer und Udo Lovisa. Nicht unbedingt mein Fall bildete die Band den Abschluss des Programms im Konzertsaal und leiteten über zum musikalischen Abschluss.

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Rescue the Anne existieren seit mindestens 100 Jahren (na gut, von 1988 bis 1995, und seit 2000) und sind eine der traditionsreichsten Underground-Bands im Saarland. Frank Altpeter dürfte in der Szene bekannt sein wie ein bunter Hund und auch die anderen Mitglieder waren und sind in diversen Bands aktiv. Ich weiß noch, bei ihrem Abschlusskonzert 1995 in der Stummschen Reithalle fand ich sie ganz furchtbar, aber damals war ich ja auch ein kleiner Schwarzmetaller, der alles und jeden hasste und nicht der große Sonnenschein (hust) von heute. Ich weiß nicht, ob es an meinen veränderten Hörgewohnheiten… Oh, Moment, ich mach mal gerade das Mayhem-Tape aus… So, wo war ich? Ach so, genau, ich weiß nicht, ob es an meinen veränderten Hörgewohnheiten gelegen hatte, oder ob sich Rescue the Anne heute anders anhören, aber die Mucke fand ich extrem eingängig und gut gemacht. Indie-Rock ist hier nicht als Schimpfwort zu verstehen. Mit Hitel Womb von the Church hatte man außerdem noch einen Top-Geheimtipp am Start. Ein schöner Ausklang, der nicht nur die älteren Herrschaften (siehe Bilder) begeisterte, sondern auch mich. Nur etwas lang wars, so dass ich erst gegen 1:00 Uhr den Heimweg antrat (und damit auf drei Zugaben verzichtete).

Summasumarum wieder eine tolle Veranstaltung. Freue mich schon auf die 25er Ausgabe.

Unplugged Konzert mit Danjo Fernandez + Degovic + Special Guest – 23. Dezember 2014

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Man schreibt ungern Reviews über Konzerte, die einem nicht so recht gefallen haben, aber die Musiker und/oder die Location immer toll/freundlich/cool ist. Leider trifft dies auch auf das Unplugged-Konzert zu. Ich erwähne es gerne nochmal: das JUZ Illingen ist meine Lieblingslocation, ich bin dort sehr gerne, alle Menschen sind über den Durchschnitt engagiert, meinen Aufenthalt dort angenehm zu machen. Dazu kommt noch, dass ich mir den 23. Dezember immer gerne warm halte. An diesem Tag ist nämlich das obligatorische Weihnachtskonzert und man hat meist das Gefühl, dass die komplette Dorfjugend von früher an diesem Tag im Illinger Juz versammelt ist. Wahrscheinlich ist das auch so. Die jungen Erwachsenen (schlimmer Ausdruck, oder?) oder auch etwas älteren, besuchen an Weihnachten ihre Eltern und so gibt es einen tag vorher das große Wiedersehen im JUZ. Leider ruiniert das manchmal auch die Stimmung während der Akustik-Konzerte. Heuer schafften das aber die Bands auch alleine. Wie immer gab es leckere Getränkespecials, d.h. Guiness und einen sogenannten “Malibu”. Keine Ahnung, musste leider fahren… Dekoriert war das JUZ betont weihnachtlich und auch Sitzmöglichkeiten waren geschaffen.

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Los ging es mit dem “Special Guest”, der sich als “Sandmann” vorstellte. Mhm, ob der Name bei dieser Musikart angebracht ist? Es handelte sich wohl um den ersten Auftritt des jungen Mannes, der normalerweise das Schlagzeug bei In the Event of Fire einhämmert. Ich will auch nicht zu scharf mit ihm ins Gericht gehen, obwohl der Name durchaus passend gewählt war. Leicht depressiv und melancholisch angehauchter langsamer Liedermacherkram, ein paar Coverversionen, unter anderem von Jupiter Jones eingepackt. Wird seinen Weg finden und dann auch gehen, wir müssen den ja auch nicht zusammen bestreiten.

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Degovic dagegen machte seine Sache richtig gut. Man merkt dem Mann an, dass er seit 2012 schon einige Konzerte auf dem Buckel hat. Neben seinen eigenen Liedern hatte er auch einige, passend gewählte Coverversionen von Matze Rossi und Olli Schulz fantastisches Koks & Nutten. Ich fand aber vor allem seine eigenen Lieder relativ großartig, insbesondere Assrocket Love und Nie so ganz. leider störte hier die Geräuschkulisse des Publikums doch etwas. Sonst war alles großartig! Bester Gig des Abends. Seine drei Eigenkompositionen könnt ihr auf Soundcloud hören.

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Was Danjo Fernandez sich danach abhielten, war leider schon etwas peinlich. Ich steh auch nicht unbedingt auf Coverversionen bekannter Chartsstürmer, aber das war nicht das Schlimmste. Viel schlimmer waren die ständigen Spielfehler und die darauffolgenden Entschuldigungen. “Zu wenig geprobt”, “keine Zeit gehabt”… Ja, toll, das kann man meinetwegen als 08/15-Punkband mit Drei-Akkord-Schrammelmucke machen, dann fällts nicht auf, aber wenn man nur zu zweit auf der Bühne ist und ein Gerät, wie ein Cajun bedienen will, dann sollte man es wenigstens ein bisschen drauf haben. Nach dem Ärzte-Cover hatte ich dann keine Lust mehr, lümmelte noch ein bisschen rum und machte dann die Biegung.

Review: U.K.’s Lowest – s/t

U.K.’s Lowest – U.K.’s Lowest (CD – 2014 -U.K.’s Lowest Records)

Bei U.K.’s Lowest handelt es sich um vier junge Punks aus Bristol. Ihr Album fängt mit einem Ohrwurm an, welcher den Gehörgang auch nicht mehr verlässt: “Radio”. Dieser klingt nach 77′ Punk mit einer Prise Rancid. Ansonsten bietet das ganze Album weiterhin soliden Punkrock im 77er Stil. Komplett selbst sind die zwölf Songs produziert, was dem ganzen noch mehr Vintage Style verleiht. Dazu gibt es noch einen Hidden Track. Nervig ist nur dass man etwa fünf Minuten Stille nach dem letzten Song hat. Da bin ich eher der Freund von leeren Tracks.

Review: Vietcong Pornsurfers – We Spread Diseases

Vietcong Pornsurfers – We Spread Diseases (CD – Dangerous Rock Records – 2013)

Diese Scheibe ist schon ne Weile raus, seitdem hat sich auch einiges bei den vier Schweden getan. Unter anderem hat man sich in VCPS umbenannt. Die Musik hat sich seither jedoch nicht geändert. Geilen Schweinerock wird einem um die Ohren gehauen. Zwölf Songs in typisch skandinavischer Manier wie man sie sonst von den Backyard Babies oder the Hellacopters kennt! Macht Laune!

Einen Blick ins Booklet sollte man sich auch mal gönnen, denn hier präsentieren sich die jungen Schweden splitterfasernackt! Schönes Ding!!

Review: Los Pepes – Los Pepes for everyone

Los Pepes – Los Pepes for everyone (LP – 2014 – Wanda Records)

Sauberen Bubblegum/Garagepunk spielen Los Pepes auf ihrem neuen Album. 250 schwarze und rote Exemplare wurden von diesem Album gepresst und ein sehr chices Albumcover im Collagenstil umfasst das Ganze. Die Songs gehen durchweg ins Ohr und das Album schwächelt an keiner Stelle. Sehr schönes Ding. Sicherlich was für Fans von den Ramones oder Johnny Thunders!

Review: Black Sheriff – Party Killer

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Black Sheriff – Party Killer (CD – Rookie Records – 2015)

Black Sheriff durfte ich das erste mal vor bestimmt 7-8 Jahren das erste mal live erleben. Direkt verliebt! Da hatten die Jungs das „alte Kino“ in Sohren (Hunsrück) in Grund und Boden gerockt! Seitdem hat sich viel an der Besetzung geändert, was auch in der Musik bemerkbar ist. Wurde das ganze etwas langsamer, weniger Punk, mehr Hardrock. Doch das steht der Band recht gut! Sänger Glen Raviolo (ob der Name von dem Sänger der Supersuckers inspiriert ist?) hat eine unverkennbare Stimme. Das Album macht viel Spass und lässt Fuss und Kopf durchgängig im Takt mitwippen!

Review: Bums – Artikel 5

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Bums – Artikel 5 (CD – 2014 – Puke Music)

Leicht überascht war ich beim hören der neuen CD der Deutschpunkern von BUMS. Ende der 80er gegründet hatte die Band sich durch Beiträge zu den „Schlachtrufe BRD“ Samplern etc. zu einer festen Grösse im Deutschpunk entwickelt, doch so wirklich gross waren sie nie. Das neue Album erinnert teilweise jedoch an die alten, noch geilen, Slime Platten! Textlich sind die BVB Fans aus sehr sozialkritisch unterwegs. Eine DER Überraschungen des Jahres!

Review: Serpent Eater – Hyena

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Serpent Eater – Hyena (LP – Alerta Antifascista Records – 2013)

Bäm, hier bekommt man ganz schön was um die Ohren geknallt. Bisher haben die Mitglieder der Band in anderen Bands wie Hammerhead oder Tumult ihr bestes von sich gegeben. Titel wie „Ebola“ oder „Hyena“ sagen eigentlich schon alles zum Sound der Band welcher irgendwo zwischen Crust und Hardcorepunk Richtig geiler Radau! Macht ne Menge Spass, drum hoffe ich dass die Band auch mal den Weg auf die Bühnen des Saarlands findet!

Review: Sirens Of Crisis – s/t

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Sirens Of Crisis – Sirens Of Crisis (Download – 2014)

Sirens Of Crisis präsentieren auf ihrem Debut, welches sieben Songs umfasst, eine geballte Ladung Radau! Die Texte versteht man nicht und das muss hier auch so sein! Im Schnitt umfasst ein Song etwa drei Minuten, erstaunlich lange für solch einen Sound. Wahrscheinlich auch live sehr geil! Macht absolut Spass zu hören. Ein MUSS für Fans von Saint Vitus und Konsorten!

 

https://sirensofcrisis.bandcamp.com/

Review: Daily Riot/Scars Come Clean – Gegen die Tradition / Hold Fast CD

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Ach, die besinnlichen Feiertage. Da hat man endlich mal Zeit ein paar liegen gebliebene Reviews rauszuhauen. Naja, so der Vorsatz. Nachdem ich schon im Rock Hard und im Ox ein Review der Daily Riot/Scars Come Clean Split-CD Gegen die Tradition / Hold Fast CD lesen durfte, ist es nun an mir das Werk der beiden Bands zu bewerten. Daily Riot gibts schon seit über 20 Jahren. Sie stehen für kompromißlosen Hardcore-Punk aus Saarbrücken und haben schon Platten veröffentlicht als die ganzen Kickboxer von heute noch im Kindergarten ihren Pogo getanzt haben. Seit einigen Jahren setzen die fünf Mitglieder auf deutsche Texte. Die drei Lieder Gegen Die Tradition, Bis hierher und In bar sind dementsprechend auch in deutscher Sprache. Man muss agen, das tut gut und hebt damit die Band aus dem Gros der Masse hervor. Mir persönlich gefallen die ersten beiden Songs am Besten, die knallen auch schön rein. Mit das Beste, was Daily Riot jemals veröffentlicht haben. SBHC rules!

Scars Come Clean stammen aus der Saar-Westpfalz-Hood (Wortneuschöpfung von denen ;-) und sind eine SXE-Band, allerdings ohne Berührungsängste zum trinkenden Rest der Szene. Auch ihre Mucke ballert gut rein. Die Band kennt ebenfalls keine Kompromisse. Gut gemachter schneller Hardcore mit korrekten Texten und tollen Crew-Shouts. Auf facebook gibts auch ein Video zu Behind the Scene zu sehen. Leider ist die Split-CD mit knapp 15 Minuten etwas kurz ausgefallen, allerdings stellt das im Hardcore wiederum fast ein Doppelalbum dar ;-)

Die Split-CD ist für saarländische HC-Fans sicherlich unverzichtbar und sollte in jedem Haushalt stehen. Leider ist sie auf 200 Stück limitiert. Man sollte sich also beeilen. Das Album ist über Mistletree Records verfügbar. Ansonsten ist sie digital auch über beide Bandcamp-Seiten für einen geringen Obolus erhältlich.

Toxoplasma im Juz Illingen am 13.12.2014

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Konzerte habe ich im Laufe der Jahre einige besucht. Die, welche ich als “legendär” bezeichnen würde, sind sicherlich rar. Eines davon war sicherlich der Toxoplasma-Gig im AJZ Homburg für den Chaostage-Film. Und da habe ich nur “Asozial” mitbekommen, denn es (nicht ich) war einfach zu voll an diesem Tag. Als 8 Jahre später der gute Mike von Last Exit Music ein Konzert in Illingen ankündigte, limitiert auf 100 Karten, musste ich nicht lange überlegen und orderte eine der begehrten Karten.

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Den Abend eröffneten Mufasa Ozora. Ihren letztjährigen Auftritt hatte ich mit folgenden Worten besprochen: “Musikalisch war das alles gar nicht so schlecht, zumal es sich ja um eine junge, aufstrebende Band handelt. Eben eine typische Juz-Band. In einem Jahr vielleicht.” Nun, über ein Jahr später kann man sagen, dass die Band an sich gearbeitet hat. Musikalisch ging es für den Vierer aus Nuhrweiler (Wadern) ein gutes Stück nach vorn. Man präsentierte sich tight auf der Bühne und spielte die paar Songs recht gut runter. Inteliligenten Deutschpunk der nicht so üblen Sorte. Als Opener konnte man sogar ein paar der angereisten (Alt-)Punker zum Pogo überreden. Sicherlich keine schlechte Leistung. Für nächstes Jahr ist das Debütalbum angekündigt. Ein manko gab es dennoch: wie schon im letzte Review sind es die Ansagen. Einstudierte Anti-Nazisprüche braucht auf solchen Konzerten niemand. “Preaching to the converted” war noch nie mein Fall und dementsprechend gelangweilt war ich in den musikalischen Pausen.

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Burt sind ja eine meiner erklärten Lieblingsbands aus der region und enttäuschten mit ihrem Hochgeschwindigkeits-Grind auch diemsal nicht. Obwohl die Band musikalisch etwas aus dem Rahmen fiel, hatten sie viel Zuspruch und beherrschten während ihres gefühlten 50 Lieder langen Gigs in den 20 Minuten ihr Publikum. Wohlwollend wurde sicherlich auch das Crossed-Out-Cover wahrgenommen (zwei Sekunden). Wahrlich ein schöner Auftritt, bei dem Fronter Marc malo wieder alles gab. Manchmal konnte man sogar die Texte verstehen. Progressive Metal, ick hör dir trapsen. Ich freue mich schon auf die nächsten Releases. Hier noch die Setlist:

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Was danach bei Toxoplasma abging, war schlicht unfassbar. “Boah, war das geil!”, habe ich, wie ich zu Hause war der Welt via Facebook verkündet, und nun, noch Tage später kann ich nicht abstreiten, dass dies sicherlich eines der besten Konzerte war, die ich je besucht habe. Ich bin ja nicht so der Pogo-Tänzer, aber an diesem Abend verließ ich das Pit nur, um die Bilder zu schießen, Wasser (SXE) zu trinken (na gut, ich hatte vorher schon etwas Gerstensaft, außerdem war Wasser aus, Cola halt eigentlich) und aufs Klo zu gehen. Toxoplasmas Wally Walldorf ist sicherlich in die Jahre gekommen, das merkte man ihm aber nur äußerlich an. Einen perfekten Gig spielen, das kriegen nicht alle alten Altstars hin. Von Beginn an brannte Illingen, als gäbe es kein morgen mehr. Die erste Pogowelle war so hart, dass die Box umkippte und erstmal wieder aufgestellt werden musste. Danach gab es keine Pogopause. Sowohl die alten Klassiker wurden abgefeiert als auch die Stücke des neuen Albums Koeter, sehr zu empfehlen im Übrigen. An diesem Abend lief alles richtig für die Band aus Neuwied. Auch die ersten Diver flogen tief und Klassiker wie Asozial, Ordinäre Liebe und Schwarz Rot Braun wurden frenetisch mitgesungen. Ab und an gab es Bier und Schnaps für das verwöhnte Publikum. Leider mussten zwei Mann rausgetragen werden. Ich gklaube aber, die beiden später wieder im Publikum entdeckt zu haben. Kreislauf und/oder Alk, beim Pogen nicht aufgepasst… keine Ahnung. Nach dem regulären Set folgte ein kurzer Zugabeteil. Das Lied Wir warten beendete ein wirklich perfektes Konzert.

Review: Duncan Reid & the big heads – the difficult second album

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Duncan Reid & the big heads – the difficult second album (LP, 2014, Wanda Records)

Duncan Reid wurde als Bassist der britischen The Boys bekannt. Nachdem the Boys dieses Jahr seit ewigkeiten wieder ein Album veröffentlicht haben zeigt sich Duncan in den letzten Jahren wesentlich fleissiger. Immerhin hat er sein zweites Soloalbum veröffentlicht und tourt auch viel.

Im gesamten wirkt das Album eher durchschnittlich. Auf der A-Seite sind einige etwas bessere Songs, jedoch finden sich auf dem ganzen Album keine Hits. Die B-Seite hingegen ist sehr langweilig. Man hat alle Songs schonmal irgendwo gehört, keine Überraschungen, keine pfiffigen Ideen. Ähnlich wie beim aktuellen Album seiner Ex-Kollegen. Vielleicht gibt es ja ein drittes Album, da kann man dann mal was neues probieren!

Terrorgruppe, Radio Havanna, Lulu & die Einhornfarm in Wiesbaden am 13.12.2014

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Leicht angetüdelt mit ner Hand voll Freunden kommen wir rechtzeitig am Wiesbadener Schlachthof an um die Helden meiner Jugend zu sehen. Der neue Schlachthof ist leider von der Atmosphaire recht kühlt. Wenig Bilder wurden von mir geschossen, denn das Handy macht es dem Smartphonepunker nicht so einfach scharfe Bilder von noch schärferen Bands zu schiessen! Hierfür dir, werter Leser, ein fettes Entschuldigung!

Den Anfang macht Lulu & die Einhornfarm. Lulu ist Luise Fuckface von the toten Crackhuren im Kofferraum. Lyrisch liegt das ganze nah an TTCIC, musikalisch ist das ganze eher eine feminine Version von Kotzreiz. Hat vollkommen überzeugt und werd ich mir definitiv noch ein paar mal live ansehen.

Radio Havanna sind glaub ich das ganze Jahr am Touren. Leider konnten mich die Jungs noch nie überzeugen. Ich habe mir nur kurz die Band angesehen und zu diesem Zeitpunkt war der Sound sehr schwammig. Auch wenn Radio Havanna super nette Jungs sein sollen, musikalisch werden wir keine Freunde! Pluspunkt übrigens dafür dass fleissig gute Projekte wie u.a. Amnestie International unterstützt werden!

Und dann kommt die Terrorgruppe! Man ist sich für nichts zu fein, drum macht die Band zum Intro selbst die Lichteffekte mit Scheinwerfern. Los geht es mit dem neuen Song “na endlich”. Gerne lässt sich der Mc Motherfucker auch anrotzen, ganz wie die Sex Pistols früher. Becher fliegen und an hat einfach nen Haufen Spass! Fast alle Hits werden gespielt. “Ich bin ein Punk”, “Mein Skateboard”, “die Gesellschaft ist schuld”, “Tresenlied”, “schöner Strand”, “Nazis im Haus”, “Opa”,… fast die ganze Discographie steht (gefühlt) auf der Setliste. Alleine das “Wochenendticket” und “Amerika” fehlen mir. Aber man kann ja nicht alles haben. Gegen Ende gibt es noch die Arschrakete und zu “wir müssen raus”, bei dem Radio Havanna Sänger Fichte die Bühne stürmt, setzt die ganze Band noch Tirolerhüte mit Feuerwerk auf! Zwei Wochen vor Sylvester… Sauerei!

Ein super Abend und die Terrorgruppe hat eines der besten Konzerte des Jahres gespielt!

 

Review: Baby Lou – Perk

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Baby Lou – Perk (10“ – 2015 – Midsummer Records)

Eine wahnsinns Band! Touren wie bekloppt an den wahnsinnigsten Orten, egal ob Transilvanien, Brasilien oder Südeuropa: Baby Lou war vor dir da! Nach zwei super Alben und einigen Singles/Splits kommen die Könige Blieskastels jetzt mal mit einer 10“, auf der Brasilientour aufgenommen, auf Midsummer Records raus. Musikalisch eine gute Partnerschaft! Potential ein Bund fürs Leben hat diese.

Jetzt aber mal zur Musik: Monoton ist anders! Bisher hat sich bei den dreien (wobei der Drummer mit den Sticks gewechselt wird) noch nichts gleich angehört. Der rote Faden zieht sich jedoch immer schön durch. Acht Songs, viel Geschrei, einiges schön gesungen, geknüppel, musikalische Verspieltheit, all das findet man hier. Am meisten sticht der Song „Garp“ heraus. Dieser klingt stark an die schwedischen Milencollin. Eigentlich ist diese Scheibe wie ein Überaschungsei: Wenn man diese Platte SPIELT hat man SPASS und die SPANNUNG steigt stets was als nächstes kommt. Wo ist jetzt die Schokolade?

Achja, das gute Stück erscheint am 9.1. Aber nach Weihnachten spielen die Jungs auf dem 18 Jahre P-Werk Fest in Blieskastel. Mit Glück hat Santa die Platte schon früher gebracht!