Review: Scumbag Millionaire – Full Speed Go

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Scumbag Millionaire – Full Speed Go (7″ – 2014)

Die vier Schweden von Scumbag Millionaire bieten auf ihrer Debut 7″ zwei flotte Schweinerocksongs. Hier werden keine Gefangenen genommen, es gibt direkt auf die Fresse. Die Band besteht aus vier Originalen. Die Band gibt es noch kein Jahr und schon wurde eine kleine Tour gebucht von drei Stops. Mittwochs Hamburg, Donnerstags Weissenburg (Bayern) und Freitags Prag. Den Samstag hat sich die Band nur zum saufen freigehalten (das hat sie aber an den anderen Tagen nicht vom trinken abgehalten). Unterwegs mit einer Karre die 20 Liter auf 100km schluckt!!! Eine Empfehlung für alle die auf fetten Schwedenrock a la Psychopunch, Hellacopters, Babylon Bombs, … stehen!

Senore Matze Rossi am 16. April 2015 in der Stummschen Reithalle Neunkirchen

Als ich kurz vor Beginn in der Stummschen Reithalle ankam, war noch nicht viel los. Gerade mal die 28 VVK-Gäste waren anwesend. Etwas enttäuschend, auch wenn NK sicherlich nicht Punk-Rock-City ist. Zum Glück wurde es im Laufe des Abends doch noch voller. Denn, ich bin ganz ehrlich, das wir wieder Subkultur in Neinkeje haben, ist noch nicht allzu lange der Fall. Das heimische JUZ kocht derzeit auch eher auf Sparflamme. Hoffen wir, dass Ant Attack und auch dieses kleine Konzert die Konjunktur wieder ankurbeln. Auch das JUZ hat wohl Pläne… Mal schauen…

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Jawknee Music aus Trier eröffnete den Abend. Sofort fiel mir die warme Stimme auf, die man so in unseren Breiten sehr selten vernimmt. Eine wirklich schöne Klangfarbe. Auch die Musik weiß zu gefallen. Eher bedächtig, nahm der gute Johannes Steffen, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, im Laufe des Auftritts an Fahrt zu, bevor beim letzten Song schon fast rockige Töne angeschlagen wurden. Jawknee Music spielte Musik von seinem Debütalbum My Turn, ein recht gut gemachter Erstling, sowie von seinem kommenden zweiten Album. Während der Umbaupause konnte ich mir dann noch eines der letzten limitierten farbigen Vinyl-Exemplare von My Turn ergattern. Bin gespannt wie es mit dem sympathischen Herren weitergeht.

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Mittlerweile hatte sich die Reithalle etwas gefüllt, ich würde mal auf 40 bis 50 leute schätzen. Senore Matze Rossi, dessen ehemalige Band Tagtraum ich ziemlich belanglos fand, betrat anschließend die Bühne und zeigte, warum sein Soloprogramm viel, viel besser ist, als seine Tage als wilder Punkrocker. Er erzählte viel aus seinem privaten leben, was er sonst so neben der Musik macht, von seiner Kleinfamilie, von seinen ehemaligen Bandkollegen… Einer war sogar anwesend als Mercher. Ja, Freunde hat Senore Matze Rossi viele, auch zwei Bloggerinnen, die ihm und Jawknee Music zwei Pistolen angedreht haben, mit denen sie sich während des Auftritts kurz duellierten, was aber mangels Flugkraft der Geschosse irgendwie schief ging. Überhaupt waren wohl mehr Journalisten anwesend, neben mir und den beiden Bloggerinnen (Stayclosetoyoursoul) noch jemand von der Saarbrücker Zeitung (Bericht hier).

Rossi hat keine Setlists, würde sich wohl auch nicht so wirklich dran halten, und spielte einfach nach Lust und Laune einige seiner größten Hits, darunter Unverwundbar, Beste Waffe und Das ist für die Lieblingslieder. Überraschungen gab es auch: die alte Tagtraum-Nummer Balsam und We are not fucked von seiner aktuellen Punkband Bad Drugs. Zwei Lieder widmete er seinem verstorbenen Freund Wauz (Red Tape Parade): Ich zweifel also bin ich, das auf einem Zitat und Tätowierung dieses Freundes beruht sowie die englische Nummer Best Friends, beide wunderschön. Mit der Freiheit hat es der gute Mann auch, seine persönliche aber auch die musikalische. So hört sich das übliche Verkaufsgeplänkel auch nicht so schlimm an, wenn es darum geht, unabhängige Labels zu unterstützen. Außerdem erhielt ja auch jeder ein Gratis-Abzieh-Tattoo. Fast zwei Stunden spielte der Senore und wurde auch nicht müde. Etwas angeschlagen war Rossi (so jetzt habe ich alle drei Namen durch) auch, musste ab und zu zu Halsspray greifen. Texthänger und Verspieler inklusive, aber das gibt auch eine sympathische Note. Soll laut dem Blog wohl auch öfter vorkommen. Irgendwann war aber mit der Nummer Warum aus mir und meinen Freunden nichts mehr werden kann Schluss. Hier summte das Publikum auch mit. Die Nummer ist wohl von den Pixies geklaut, wie Matze vorher auch zugibt, ist aber beim Refrain auch offensichtlich:

Frank Black und die Pixies – ihr habt mein Leben zerstört. Doch ich bin euch nicht einmal böse: Weil dank euch aus mir kein Arschloch wird. Ihr und all die großen Geister habt Schuld daran, dass auch mir und meinen Freunden nichts mehr werden kann

Danach gabs mit Geist, Wenn das ein Film wär, Wunder und Dreh mich noch vier Zugaben. Nein, wirklich, ein Abend, an dem es nichts auszusetzen gibt und mein Geldbeutel doch wieder leer wurde…

Interview: Svetlanas (RUS) on tour!

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Die russischen Svetlanas sind nächste Woche auf Tour in Deutschland mit THE DWARVES!! Nicht nur die Musik, auch alles weitere ist sehr nteressant an der Band. So interessant dass sie sogar bei den SEX PISTOLS bekannt sind.

 

IAMHAVOC: Many people propably never heard of the SVETLANAS. Tell us something about you please.
SVETLANAS: Someone said we’re the most dangerous band in the world, is it enough?!

IAMHAVOC: You got kicked out of your home, russia. What happened?
SVETLANAS:It’s happened that in Russia there’s a dictatorship and  THE dictator doesn’t like us very much, BTW did you see “Naked Horse Rider” front cover? You should.

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IAMHAVOC: You just released a split record with the punk pioneers and legends Adolescents. How did that combination happen?
SVETLANAS: We played with the Adolescents several times so we had the chance to know each other and we came up with this idea of the split – America VS Russia.

IAMHAVOC: You will go on tour with the Dwarves now. It will be a hard job to kick their asses. Tell the people why they should show up early to see you play!
SVETLANAS: you can keep your lazy ass at home if you’re afraid to be scared by a little girl. I swear to God, I’ll kick YOUR ass.

IAMHAVOC: I think you didn’t release a full length record so far. When can we expect this and what will expect us?
SVETLANAS: June 9th “Naked Horse Rider” will be out for Altercation Records. It has been produced by Blag Dahlia of the fucking Dwarves and you can only aspect to feel a Vostok 1 right up your ass as soon as you’ll put the CD on.

IAMHAVOC: I tell you some words any you just tell me what’s in your mind, ok?

– Russia
tears and blood.

– Svetlanas
Violence

– Punkrock
free speech

– Tourlife
rollercoaster fun

– Malcom McLaren
Sex

– Wodka
the winner’s drink

IAMHAVOC: Any last words?
SVETLANAS: sure! If you don’t like Svetlanas go fuck yourself.

IAMHAVOC: Thank you very much! See you guys on the tour with the Dwarves!
SVETLANAS: alright baby

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Hier die Tourdaten:

23.04. Berlin – Lido
24.04. Hamburg – Hafenklang
25.04. Amsterdam – Paradiso
26.04. Rotterdam – Baroeg
27.04. Hannover – Chez Heinz
29.04. Saarbrücken – Garage
30.04. Köln – Underground
02.05. Stuttgart – Goldmarks
05.05. München – Strom
06.05. Freiburg – Schmitz Katze
07.05. Milano – Bloom
08.05. Bologna – Freakout
09.05. Zürich – Obenuse Fest (+ Title Fight, Spirits & more)

Review: Egotronic – Egotronic C’est Moi (Audiolith)

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Immer, wenn was Neues von Audiolith kommt freue ich mich. Vor allem Egotronic zählt seit Jahren zu meinen Lieblingsbands. Und so freute ich mich darauf, die Promo-CD im Auto zu hören. Nur kannte ich alle Lieder schon, sie waren nur irgendwie anders. Nämlich punkiger, ohne elektronischen Firlefanz. Ja, Egotronic gehen ihren Weg, den sie mit Die Natur ist dein Feind (zum Review) eingeschlagen haben, konsequent weiter. Audiolith ließ sich nicht lumpen und schickte Egotronic in das britische “Brighton Electric”-Studio. Unter anderem Nick cave und The Curehaben dort schon aufgenommen. Überwiegend wurde das Frühwerk mit neuen Versionen bedacht: Die meisten Lieder stammen von der LP Die richtige Einstellung. Alle anderen Alben wurden nur mit je ein oder zwei Tracks bedacht. Dieses wühlen in der Lumpensammlung gelingt mal, gut mal weniger gut. Verantwortlich waren dafür neben Torsun natürlich Max Rogall (E-Bass), Reuschi (Schlagzeug), Kilian (Orgel- und Synth) sowie Gitarrist Chrü. Ganz ehrlich: Das Album braucht niemand so richtig. Die Lieder knallen auch in der Punkversion, aber nicht einmal die Texte wurden angepasst. Klar, man kann argumentieren, dass die Texte immer noch aktuell sind. Aber: Wie sinnig ist denn bitte Raven gegen Deutschland, wenn nicht geravt wird und bei Liveauftritten eben gepogt. Gut, das wurde auch zu Dance-Zeiten, aber ihr versteht sicherlich, was ich meine. Möllewahn ist noch ganz nett, stammt von der Download-Kompilation The Lost Tape (Amazon) und daher nicht in jedem Egotronic-Haushalt vertreten. Ich bin ehrlich ein bisschen enttäuscht. Wie gesagt, die Lieder ballern zwar schön, aber ich fand die Electronic-Versionen doch um einiges gelungener. Nein, ich will der Band keinen Ausverkauf vorwerfen, aber ich fand Egotronic in der alten Rave-Manier um einiges gelungener. Schade…

Review: Christmas – Lose Your Illusion

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Hat schon was, an Karfreitag ein Review zu Christmas zu schreiben. Nicht nur wegen des Bandnamens, auch weil Jesus auf dem Album als “Alcoholic” bezeichnet wird. Nun, das zweite Album mit Gunners-Referenz im Titel. Leider bleibt nicht mehr viel übrig für die nächsten Veröffentlichungen Tortellini Accidendent oder Chinese Anarchy o.ä. und dann hat sichs mit der Diskografie der Knarren-Rosen. Christmas werden sicherlich beständiger sein.

Das neue Album ist jedenfalls ein Grund zur Freude für jeden der rotzigen Punk und Hardcore mag. Keine Kompromisse, straight nach vorn, dabei so rasend schnell gespielt, dass die 25 Minuten einem vorkommen wie 10. Das Album ist wesentlich hardcorelastiger als sein Vorgänger, insbesondere Black Flag, GBH und Discharge standen hier wohl Pate, aber noch rotzig genug. dass auch jeder Leftöver-Crack- oder Turbonegro-Fan Spaß an dem Album hat. Genug Platz zum Mitsingen gibts natürlich auch. Man kann es nicht anders sagen: Christmas haben sich von einer Turbonegro-artigen Band zu etwas ganz eigenem entwickelt. Satanisches Image, ein drogennehmender Gitarrist, der sich mit I Want crack (natürlich) seinen ersten Hauptgesangspart verdient hat (zurecht!) und ein ganz eigener Bandkosmos. Unterstützt wird das Quartett nämlich von Reagan Youths Bassistin Tibbie X, die das Intro spricht (Hail Satan), Marco von Baby Lou sowie Flo von Pascow bei Barfly. Letzterer Song wird vorwiegend von Nadine Mötherfucker vorgetragen, deren Gesang man ohne mit der Wimper zu zucken nur als fantastisch bezeichnen kann. Auch Max hat sich weiterentwickelt, das merkt man auf dem Album recht deutlich. Es gibt einige Ohrwürmer, insbesondere Coal Worker geht gut ins Ohr, aber auch Jesus, Moustache, die beiden vorgenannten Hits sowie die erste Videoauskopplung Nuclear Bomb.

Ein meines Erachtens wirklich großartiges Album, das ab Mitte April bei Kidnap Music vorbestellen kann und das am 8. Mai erscheint, bei einer großartigen Doppel-Release-Show. Siehe Flyer unten…

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Review: Adolescents/Svetlanas – Hot War

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Adolescents/Svetlanas – Hot War (7″ – 2015 – Altercation Records)

Auf dieser Split 7″ trifft Legende auf Newcomer. Was soll man über Adolescents noch sagen? Da wo andere Bands hinwollen hängen schon lange die Jacken der Skatepunklegenden. Zwei grundsolide, für the Adolescents unverkennbare, Stücke werden hier präsentiert.

Svetlanas sind hingegen noch etwas unbekannter. Zwar wurden sie schon aus ihrer Heimat, Russland, verbannt, doch das hält die junge Band nicht vom touren ab. Musikalisch passt das ganze sehr gut zu den Adolescents. Halt nur mit Frauengesang. In Zukunft kann man hier sicher noch einiges erwarten!

Konzertbericht: Tony Gorilla im Erdgeschoss Zweibrücken 31.3.2015

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Leider gibt es hier und heute noch weniger Bilder als sonst von mir. Das liegt aber nicht an der Qualität des Konzertes sondern an meiner Geschicklichkeit am Computer. 1:0 für die Technik!

Tony Gorilla haben dank fähiger Bahnmitarbeiter und guter Autofahrer den Club erst sehr spät erreicht. Drum schob sich das ganze nach hinten. Da nur sehr wenige der sowieso nicht in Scharen anwesenden Konzertbesucher arbeiten mussten am Folgetag gab es halt mehr Zeit für das Gesellschaftliche. Garnicht schlimm. Um 10 ging es dann los und Tony Gorilla legten ein ordentliches Brett hin! 45 Minuten ging es voll ab und die Band war sich für nichts zu schade. Top Hardcorepunk einer der besten Livebands des Landes! Fast ausschliesslich wurden Songs der neuen Platte gespielt. Als Zugabe gab es dann noch zwei Songs des Debutalbums. Leider nichts vom zweiten Album “Seasons Of The Wolves”.

20% des Publikums waren immerhin recht textsicher, das gibt es selten und spricht für die Band ;)

Wie beim Review zur Baretta Love Show muss ich wieder erwähnen: Zweibrücker: BESUCHT EURE KONZERTE!! Wenn ihr nicht kommt, dann kommen irgendwann keine Bands mehr. Das ist der Preis den IHR bezahlt! Es ist nicht selbstverständlich dass Bands von weit weg anreisen um vor ner Hand voll Leuten zu spielen. Gute Bands finden immer Clubs, faules Publikum verliert im laufe der Zeit seine Liveclubs.

Review: Nashville Pussy – 10 years of Pussy

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Nashville Pussy – 10 years of Pussy (CD -2015 – Steamhammer)

Am 11.5. veröffentlichen die Südstaatenrocker von Nashville Pussy eine Best Of der letzten 10 Jahre. Ok, die Jahre zuvor sind durchaus interessanter und wilder gewesen, doch fallen mir im gesamten keine fünf Songs ein die ich lahm finde bei dieser Band.

Spielt auf dieser Compliation die Band gar alle Asse aus die man auf der Hand haben kann. Nicht nur dass sie bei “I’m so high” Mr. DANKO JONES dabei haben, auch LEMMY KILMISTER persönlich leiht dem Quartett sein Stimmchen.

Ein cooler Bonus ist die zweite Disc. Zwar sind es nur sechs Songs um die es sich handelt, doch eine Live CD ist immer cool!
Macht Spass zu hören, leider nicht auf Vinyl. Schade, denn grade bei einer solchen Band gibt es sicher genug Leute die CD’s ächten!

 

Interview: Tony Gorilla

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Aktuell sind Tony Gorilla mit ihrem aktuellen Album “It takes a spark to light fire” auf Tour quer durch die Republik und die Schweiz. Trotz des Touralltags hat Sänger Chris Zeit gefunden uns einige Fragen zu beantworten.

 

Iamhavoc.de : Hey Jungs, ihr seid grade fleissig auf Tour. Viele Regionen habt ihr bisher noch nicht bespielt gehabt und die Leute denken sich nur Tony Who? Stellt euch mal vor!

Chris: Wir sind fünf Typen aus dem Ruhrgebiet, die richtig Bock auf Musik haben und das auch schon eine ganze Weile tun. Da wären zum einen die beiden Gitarristen Gregor und Roald. Zum anderen Husch am Bass und Richie hinterm Schlagzeug. Und ich gebe mein Bestes am Mikro.
Iamhavoc.de : Welche Stadt reizt euch denn am meisten?
Chris: Die Tour wird großartig, und eigentlich will ich mich da echt nicht festlegen, weil es meistens doch anders kommt, als man denkt. Du spielst Shows und denkst dir vorher: „Ok, hier kann ich jetzt nicht allzu viel erwarten.“ Und dann reißen dir die Leute die Hütte ab! Trotzdem freue ich mich auf Hamburg, weil wir mit TONY GORILLA dort – warum auch immer (?) – noch nie gespielt haben. Wurde langsam mal Zeit.
Iamhavoc.de : Habt ihr euch für die Tour was besonderes überlegt?
Chris: Nö, aber uns wird unterwegs bestimmt genug einfallen. Wir wollen einfach eine gute Zeit haben und geile Shows spielen. Wir haben unser neues Album „It Takes A Spark“ im Gepäck und wenn die Leute Bock drauf haben wird da so einiges gehen. Die ein oder andere Wette haben wir natürlich trotzdem abgeschlossen.
Iamhavoc.de : Kürzlich habt ihr euer neues Album veröffentlicht. Wie war denn das Feedback hierzu?
Chris: Wir warten noch immer gespannt auf die ersten Reviews. Das ist kaum auszuhalten, weil andere Leute deine Musik komplett (!) anders wahrnehmen als du selbst. Das ist schon irgendwie spannend. Wir sind happy mit dem Album und hoffen, dass das Teil gut ankommt und auch die Aufmerksamkeit bekommt, die wir uns wünschen. Feedbacks aus unserem Umfeld waren auf jeden Fall positiv.
Iamhavoc.de : Im Vergleich zum Vorgänger habt ihr euch schon musikalisch stark entwickelt. Neue Einflüsse oder doch nochmal vergessene Platten aus der Jugend auf dem Dachboden gefunden?
Chris: So ungefähr. Hahaha. Nein, ich denke einfach, dass wir unserem Sound immer ein Stück näher gekommen sind. Wir haben rumexperimentiert und zwei Alben gemacht. Auf „Untamed Beast“ waren ja sogar noch einige alte Demosachen drauf. Mit „Season Of The Wolves“ haben wir so einiges entschlackt, aber irgendwie fehlte uns noch die Leichtigkeit und Aggressivität, die wir jetzt mit „It Takes A Spark“ erreicht haben. Musikalisch gesehen komme ich ja ursprünglich aus dem Hardcore. Der Einfluss wurde über die letzten Jahre etwas größer.
Iamhavoc.de : Wieso gibt es denn kein Vinyl vom Album? Oder kommt das gegebenfalls später?
Chris: Vinyl ist einfach eine teure Angelegenheit. Wir zahlen alles aus eigener Tasche. Ich habe mich eingesetzt, damit „SOTW“ auf Vinyl erscheint. Schallplatten sind einfach was Feines (Ne 7“ fände ich mal richtig geil!) und ich wollte TONY GORILLA unbedingt auf Vinyl sehen. Allerdings hatten wir, als das Album dann letztendlich erschien, eine Phase, in der wir kaum gespielt haben und die Nachfrage war dementsprechend einfach nicht da. Sehr schade. Ich würde mich freuen, wenn „ITAS“ auf Vinyl erscheint. Wann und ob das der Fall sein wird, kann ich aber nicht sagen. Vielleicht liest das hier ja jemand, der das Album auf Vinyl herausbringen möchte. Den Kontakt leite doch dann bitte an uns weiter. ;)
Iamhavoc.de : Euer Drummer Richie spielt ja noch bei “The Idiots”. Kommt man sich da nicht in die Quere mit zwei Bands zeitlich?
Chris: Ja. Deswegen sind wir Karlo sehr dankbar. Er ist ein Freund der Band und hilft bei uns aus, wenn Richie mal nicht kann.
Iamhavoc.de : Hast sonst noch jemand eine weitere Band um sich die Freizeit zu vertreiben?
Chris: Zurzeit nicht wirklich. Hier und da läuft vielleicht mal ein kleines Projekt oder man hilft irgendwo aus.
Iamhavoc.de : Was steht denn so als nächstes an? Arbeitet ihr schon an einem vierten Album?
Chris:  Wir haben tatsächlich schon einen neuen Song mit dem Titel „In Control“ gemacht. Wir können ja im Proberaum direkt mehrspurig mitschneiden. Ich schreibe dann noch am Text und singe Zuhause erneut drüber. So bekommen wir recht brauchbare Demoversionen hin. Auch von den Aufnahmen zu „ITAS“ ist noch ein Track übrig geblieben, den wir neu arrangieren wollen. Jetzt konzentrieren wir uns aber erst einmal auf die anstehende Tour und das Jahr 2015, um „IT TAKES A SPARK“ den Leuten da draußen näher zu bringen.
Iamhavoc.de : 10. Zum Ende hin gebe ich euch noch ein paar Stichwörter zu denen ihr was sagt.
Ruhrgebiet: Heimat.
Punkrock: One, two, three, four…
The Misfits: 1977 – 1983, eine großartige Band. Eine Reunion würde ich mir anschauen.
Pleiten, Pech & Pannen: Gilt es auf der Tour zu vermeiden. Ansonsten fällen mir dazu nur ein: ein selbstgemachter Gitarrengurt, unser Roadie und eine dünne Stoffhose. Sehr kryptisch, aber das ist auch Sinn und Zweck der Sache. Manche Dinge bleiben besser unausgesprochen.
Iamhavoc.de : Letzte Worte?
Chris: Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Ich hoffe, wir sehen uns auf der Tour.
Hier nochmal die Tourdaten! Kuckt euch den Spass an, lohnt sich!!
31.3.2015 D Zweibrücken, Erdgeschoss
1.4.2015 D – Kaiserslautern, Clearing Barrel
2.4.2015 D – Landau, Fatal
3.4.2015 CH – Spiez, das O
4.4.2015 D – Ludwigsburg, Rock n Roll Bar
5.4.2015 D – Zittau, Emil
8.4.2015 D – Hamburg, Kraken Punkrockkneipe
9.4.2015 D – Chemnitz, Subway to Peter
10.4.2015 B – Peer, the other side
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Review: Hydra – Thunder From The Sky

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Hydra –  Thunder From The Sky (CD – 2015)

Hydra sind fünf Jungs aus dem Hinterland der Gemeinde Kusel. In den 10er Jahren ist auch hier endlich die New wave of british heavy metal angekommen. Neben den Klassikern dieser Generation sind die Jungs auch stark durch Bands wie WASP oder KISS beeinflusst. Haben sie doch auch einen Song den Glamrockern gewidmet und aus “Knights In Satans Service” rasch ein “Knights In Satans Soul” gemacht. Auch passend. Neun zackige Metalstücke werden geboten. Musikalisch kein Hänger dabei, im Gegenteil. Nicht umsonst fand die Releaseshow vor knapp 300 Leuten statt. Manko ist allerdings die Produktion. Im gesamten sehr flach und fast zu poppig. An einer Stelle macht die Band einen Break. Dieser hört sich an als hätte sich diese verspielt und einfach wieder eingesetzt. Dem ist nicht so und als Produzent DARF man sowas einfach nicht frei geben.

Gutes Debutalbum, mangelhafte Produktion leider.

Review: Itchy Poopzkid – Six

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Itchy Poopzkid – Six (CD/LP – 2015 – Findaway Records)

Itchy Poopzkid haben sich schon vor knapp zehn Jahren auf jeder Bühne den Arsch abgespielt. Eine Show auf MTV hatten sie auch mal. Lange habe ich nix von dem Trio gehört. Irgendwie habe ich die Jungs immer als “die kleinen Brüder der Donots” wahrgenommen, vielleicht noch mit nem Hauch Billy Talent dazu. Das bestätigt sich auch wieder etwas auf dem Album. Vor allem der zweite Song “Grip It Tighter” könnte auch von den Kanadiern mit neuem, besserem Sänger sein. Im gesamten geht das Album doch sehr gut ins Ohr. Alleine den Song “Dancing In The Sun” kann ich niemandem empfehlen. Wie das so ist handelt es sich hierbei natürlich auch um die erste Single. Im Anschluss geht es aber verspielt und gut weiter. Das Album macht Spass und kann durchaus auch live knallen!

Review: Giulio Galaxis – Giulio Galaxis

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Giulio Galaxis – Giulio Galaxis (LP – 2015 – Kidnap Music)

Captain Kirk ist tot doch es gibt einen neuen Helden – Giulio Galaxis. Furchtbarer Bandname, gliedert sich aber super in die Reihe der Namen der alten Bands von Sänger Measy ein (Prinzessin halts Maul, die rote Suzuki).

Als ich den Teaser gehört habe dachte ich erst ohje. Man hörte viel Gitarrengedudel raus. Aber es ist auch schwer sich eine Meinung zu bilden wenn man 9 Songs auf eine Minute Gesamtspielzeit kürzt. Denn eigentlich sind Giulio Galaxis sehr cool. Jeder beherscht sein Instrument super und alles harmoniert miteinander. Klingt doch nach einer sehr gesunden Mischung aus Love A und Prinzessin halts Maul. Fast eine halbe Stunde dauert der Spass und das Debut kann sich sehen lassen. Anspieltipp sind neben der ersten Veröffentlichung “Maulwurf” sicherlich noch das im mittleren Tempo gespielte “Offline”.

Konzertbericht: Baretta Love + A Futuristic Aid + Perfect Youth in Zweibrücken

An St Patricksday geht der Deutsche anscheinend lieber ins Pub als auf ein Konzert. Bier trinken kann man ja sonst nicht und auch sonst nirgendwo. Schade, denn auf dem grossartigen Konzert im Hobbitkeller waren gerademal ZWEI zahlende Gäste. Und wundert sich da jemand wenn Bands nicht mehr nach Zweibrücken kommen?

Mal zum Abend: Den Beginn machte Perfect Youth. Eigentlich ein Trio, aber doch auch irgendwie alleine spielt Phillip heute akustisch ein ganz grosses Set. Hat sehr viel Spass gemacht!

Danach durften A Futuristic Aid auf die Bühne. Irgendwo zwischen Depeche Mode und manchen the Cure Songs liegt hier die musikalische Heimat der vier Kuseler. Etwa 45 Minuten wird hier alles gegeben für das fehlende Publikum.

Auch wieder Grundsolide die Show  von Baretta Love. Ob wie am Vortag über 50 Leute oder heute 2 Zahlende und die anderen Bands vor der Bühne stehen: Who cares? Man gibt alles und es fetzt!! Um aus dem Film Airheads zu zitieren: “Als Rock n Rollband spielt man vor seinen Freunden und den anderen Bands!”. Auch etwa 45 Minuten dauert hier der Spass. Ganz grossartige Liveband. Immerhin hatten 100% im Publikum Spass und auch voll gefeiert. 20150317_21102220150317_23013020150317_23050320150317_21533020150317_22431020150317_23051420150317_21433620150317_23011620150317_225747

The Satellite Year Album Release Party – Kleiner Klub am 06. März 2015

2015. das letzte Satellite-Year-Album liegt geschlagene vier Jahre zurück. Das heißt, es ist Zeit für einen Nachfolger für Mission Ploarlight. Wie es der Zufall so will, war auch der gute Gripweed zur Release-Party eingeladen. Und das obwohl Slime (meine Schreibwettbewerbsband in der Wikipedia) eines ihrer begehrten Unplugged-Konzerte gaben. Aber die Pflicht ruft. Musikalisch, das sei vorweggeschickt, sind Satellite Year nicht unbedingt mein Fall. Das sollte aber die Freude nicht trüben, entdeckte ich doch viele mir bekannte Gesichter im Publikum, zum Beispiel die Jungs von Baby Lou.

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Zunächst hieß es aber erstmal durch Sirens & Shelter. Nein, kein Duo, Liedermacher oder besser Songwriter heißen jetzt so. Ein sonniges Naturell hat Scott Mallard aus North Kent. Man könnte ihn fast für einen Sonnyboy-Ami halten, wenn nicht sein cooles britisches Englisch wäre. Seine Sache als Support machte er wirklich gut. Aber man musste sich zunächst mit seiner Stimme anfreunden. Mir erschien sie etwas stark Melodycore-mäßig. Aber nach ein paar Songs war ich warm mit ihm. War auch nicht so schwer, versprühte der junge Mann doch Spielfreude und seine Songs, nur vorgetragen mit Gitarre, unterhielten bisweilen ganz gut. Nicht zu schade für Mitmachsspielchen zeigte sich das Publikum, das wie ich, Sirens & Shelter schnell ins Herz geschlossen hatte. So konnte Scott auch die letzten Exemplare seines Debütalbums Through the War in Saarbrücken absetzen, wie er stolz auf seiner Facebook-Seite verkündete. Demnächst erscheint wohl das zweite Album und zwar wie schon das Debüt über Engineer Records.

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Wie gesagt, The Satellite Year ging bisher immer an mir etwas vorbei und musikalisch ist es nicht ganz mein Fall. Aber mir gefiel es, wie sie den Club zum Lächeln brachten. Enthusiastische Gesichter überall. Vier Jahre hatten die Fans auf das neue Album gewartet, ein paar konnten die Releaseshow nicht abwarten und hatten es schon gestreamt. FÜr Unterhaltung sorgten beide Sänger, Daniel Rimedio und Andreas Fischer, der zusätzlich noch für die elektrischen Einspieler sorgte. Letzterer war für mich etwas übermotiviert, was auf Dauer etwas anstrengend war. Aber gut, mitklatschen ist für mich auch kein Punkrock. Den spielte die Band aber eigentlich auch nicht. Post-Hardcore mit ein paar wenigen Electropop-Anteilen, durchaus eingängig und ein paar Lieder fand ich auch ziemlich gut. Insgesamt sicherlich eine Steigerung zum Debüt, das wohl laut Legacy ein “etwas zu sehr auf Nummer sicher gebügeltes Album zu sein” [1] scheint. Andererseits, was wissen die schon? Dem aus allen Nähten platzdenden Kleinen Klub zufolge recht wenig. Insbesondere die alten Lieder wurden mitgesungen, es wurde fleißig gejubelt und die Band abgefeiert. Auch mich hat die Band an diesem Abend überzeugt. Schönes Konzert! Kurz nach 22 Uhr war dann nach zwei Zugaben schon Schluss.

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So konnte ich mich dann an den Türstehern vorm Förster-JUZ (private Security-Leute auf einem Subkultur-Konzert? Ekelhaft) vorbei mogeln und bekam noch den 1,7‰ Blues mit, was natürlich der Abschluss ihres Konzertes im Anschluss an den Film war. Das Konzert war ausverkauft, aber zu diesem späten Zeitpunkt war es ziemlich leer geworden. Nach dem Klassiker vom Debütalbum rauschte die Band auch direkt ab, offensichtlich musste Dirk am nächsten Tag zu einem Fußballspiel. Film soll ganz amüsant gewesen sein, Konzert ziemlich atonal. Zusammen mit Freunden ließ ich dann den Abend im Horst ausklingen. Trotz allem um 23:30 Uhr zu Hause an einem Freitag abend…

Konzertbericht: Baretta Love, Against Remain und the Truth am 17.3.2015 in Saarbrücken

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Montags erwartet man nicht immer 50 Leute auf einem Konzert. Anders heute. Viele haben den Kampf gegen die Couch gewonnen!

Kurz nach halb Acht eröffnet the Truth den Abend. Der Sänger von Baretta Love spielt 20-30 Minuten akustisch auf hohem Niveau, genau wie vor vier Wochen im wenige Meter entfernten Thonet.

Danach sind Against Remain dran. Drei Jungs und eine Dame spielen eine Mischung aus Punk und Rock. Im gazen recht modern. Die fünf sind mit vollem Herzblut dabei und bewegen sich auf der Bühne viel, doch überzeugen tut mich das Ganze keinesfalls! Ansagen wie “Saarbrücken, gehts euch gut?” kann man sich vor so nem kleinen Publikum sparen. Die meisten kommen eh nicht aus Saarbrücken…

Danach sind Baretta Love dran! Viele Songs im Programm, einige sind auch neu. Geht richtig gut rein und macht Spass, das Bein wippt die ganze Zeit mit und ein Trunkenbold fällt auch freudig vor der Bühne rum! So machen Montage Spass! Montag kein Scheisstag!

Review: The Last Things – Shake ‘em Blues

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The Last Things – Shake ‘em Blues (CD – 2015 – InBloomRecords)

Im April veröffentlichen The Last Things ihr neustes Werk “Shake ‘em Blues”. Stilistisch liegt das ganze zwischen 77’s Punk und Indierock. Die Hamburger klingen sehr schwer nach u.a. the Boys oder Imperial State Electric. Musikalisch bleibt nicht allzu viel hängen, doch viele Songs haben ihre Momente die kurz das ganze auffrischen. Im gesamten nicht schlecht, doch das Sahnehäubchen, welches das Album als richtig gut zählen lassen würde, fehlt leider.

Review: Mufasa Ozora – Hauptsache Wann

Mufasa Ozora - Hauptsache wann. (2015) - Cover

Mufasa Ozora – Hauptsache Wann (CD – 2015 – Royal Rankpop Records)

Heiss ersehnt ist das in sehr naher Zukunft kommende Album von Mufasa Ozora. In den ersten beiden Jahren gleich zwei der angesagtesten Festivals gespielt und bei Shows mit Bands wie Toxoplasma auch direkt sich einen Namen in der lokalen Szene erspielt veröffentlichen Mufasa Ozora endlich ihr lang ersehntes Debütalbum “Hauptsache Wann” auf ihrem eigenen Label Royal Rankpop Records. Rankpop bezeichnen die Tholeyer ihre Musikrichtung – nüchtern wie auch betrunken! Doch was ist Rankpop eigentlich?

Mufasa Ozora klingen ähnlich wie recht frühe Pascow. Generation Nokia, Windschutzscheibe und Super X 2003 haben merklich das Leben der Nordsaarländer geprägt! Lyrisch und musikalisch geht das ganze in genau diese Richtung und macht Spass. 30 Minuten geht es nach vorne und doch gleichzeitig in die entgegengesetzte Richtung der aktuellen Entwicklung des Deutschpunk! Auf das Wesentliche wird sich beschränkt und auf Gitarrengedudel verzichtet. Gefällt!

Ein Manko gibt es allerdings: Die Snaredrum hört sich an als wäre sie auf einem leeren Blecheimer gespielt. Ansonsten handelt es sich um ein gutes Debut, gegebenfalls gar zeitlos!

Am 28.3. spielen die Recken ihre Release im JUZ Tholey mit  Captain Risiko, the day we fall und Daily Riot zusammen. Hier lohnt sich das erscheinen!!

Review: Tubbe – Keine Arbeit lieber tanzen

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Tubbes erstes Album Eiscafe Ravetto ging irgendwie an mir vorbei. Als Langweiler-Elektropop-Duo hatte ich die beiden auf dem Schrim. Nur das fantastische Bad Hupferl vom dritten Audiolit-Sampler ließ mich kurz aufhorchen. Aber dann kam Punkopa mit dem guten Torsun von Egotronic und ich war doch verliebt in diese Band. Also flux das Album zum Rezensieren besorgt und ja, seit zwei Wochen läuft es in Dauerschleife auf dem Weg zur Arbeit. Passt ja: Keine Arbeit lieber tanzen so der programmatische Titel. Tja, auf dem Weg zur Arbeit tanzen geht leider nicht, aber hektische ungelenke Bewegungen wird der ein oder andere Autobahnmitbenutzer in meinem Auto wahrgenommen haben. dasAlbum tritt gehörig Arsch und enthält absolut tanzbare Hymnen für die junge Generation. Alleine das schon erwähnte Punkopa ist sowas von genial, aber mein Favorit ist eindeutig Betonmeer. Auch süß: die etwas zynsiche Hipster- und Berlin-Hymne In Berlin. Die englischen Titel liegen mir zwar etwas ferner und die zweite Singleauskopplung Dummheit sticht Armut, aus dem der Albumtitel entnommen wurde, ist mir zu wenig fetzig (dafür ist das Video sehr geil), aber ansonsten ist das Album wirklich groß. Die Nacht zum Tag ist ebenfalls ein Hammerteil. Die Discos der Hauptstadt werden sicherlich zu den Klängen von Tubbe erbeben. Den Status von Tubbe kann man auch daran erkennen, dass der bekannte Jazzpianist Joachim Kühn auf dem Album zu hören ist. Wegweisend!

Das Album erscheint morgen in allen erdenklichen Ausführungen. Das Video zu Punkopa habe ich mal beigefügt. Den Titelhelden im Ramones-Shirt feier ich!

Baretta Love Tour-Interview

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Die wunderbaren Baretta Love werden ab Freitag auf grosse Deutschlandtour gehen. Sänger Fabi hatte sich im Februar mit seinem Soloprojekt schonmal akustisch warmgespielt, jetzt wirds jedoch laut. Acht Fragen habe ich den Jungs gestellt auf diese sie prompt geantwortet. Doch lest selbst:
1. Jungs, stellt euch mal kurz den Leuten vor die euch noch nicht kennen!
Hi, wir sind Baretta Love aus Berlin. Chris am Schlagzeug, Fabi an der Gitarre und Phili am Bass. Genre Begriffe wollen wir hier mal nicht nennen, hörts euch lieber an oder kommt zu unseren Konzerten.
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2. Ihr habt euch als viel tourende Liveband einen Namen gemacht. Wie kommt es dass es 2014 doch eher ruhig um euch war?
Aus dem einfachen Grund weil wir viel für das neue Album geprobt haben. Die Veröffentlichung von Minimal Play ist schon viel zu lange her und wir wollen endlich wieder mit einem neuen Album touren. Hinzu kamen etwas Uni-Stress und auch die Zeit die sich Fabi für “The Truth” genommen hat. Aber das Warten wird sich gelohnt haben.
3. Fabi war ja mit seiner Solo”band” the Truth grade vier Wochen quasi auf Baretta Love Promotour. Was ist denn da so alles passiert? Spannende Erlebnisse?
Fabi: Die Tour war der Hammer. Alles was schief gehen konnte ist schief gegangen und alles was geil laufen konnte war noch geiler. 24 Konzerte fast am stück in 23 verschiedenen Städten. Jetzt Winterfrühlingsschlaf und dann ab mit den Jungs auf Tour. Vorwärts, immer nur vorwärts!!!!
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4. Was macht eigentlich das neue Album? Minimal Play ist ja schon ne Weile auf Vinyl ausverkauft. Wird es grosse Veränderungen im Vergleich zur Debutplatte geben?
Instrumental ist alles fertig, es fehlen nur noch die Gesänge. Man kann also sagen dass das neue Album kurz vorm Abschluss steht.
Phili: Bei Minimal Play waren Fabi & ich noch zu zweit und Fabi hat neben der Gitarre auch alle Schlagzeug Spuren eingespielt. Erst durch den Einstieg von Chris haben wir uns zu dem Trio entwickelt was wir heute sind und das wird auf der neuen Platte unüberhörbar sein.  Um die Wartezeit bis dahin zu verkürzen haben wir “Minimal Play” nochmal in einer Blood Splatter LP Edition pressen lassen.
5. Wie entsteht eigentlich ein Baretta Love Song? Gibts da ein Rezept, kommts aus dem Bauch raus oder habt ihr nen kreativen Diktator?
Phili: Viel gejammt wird bei uns im Proberaum nicht, viel mehr kommt Fabi mit einem fast fertigen Song oder einer Song Struktur um die Ecke welcher wir zu dritt dann den Feinschliff geben. Bei meinen Songs ist es genauso. Sprich, der jenige der den Song singt, hat diesen auch geschrieben. Schlußendlich muss sich der Song für uns gut anfühlen. Natürlich bleiben auch hier manche wirklich gute Songs auf der Strecke. Bei Fabis musikalischem output war sein Solo Projekt “The Truth” die logische Schlußvolgerung.
6. Viele Bands wandern nach Berlin aus um entdeckt zu werden. Aber wie ist das wenn man ein echter Berliner ist?
Phili: Ok, bevor wir weitere Leser verblenden hier die nackte Wahrheit: Keiner von uns ist echter Berliner so wie eigentlich 90% aller in Berlin lebenden. Chris zog 2011 von Belgien nach Berlin. Fabi und ich kommen ursprünglich aus dem kleinen beschaulichen Magdeburg. Vor etwa 5-7 Jahren hat es uns nach Berlin verschlagen und ja wir fühlen uns hier sehr wohl nur die große Entdeckung blieb bisher aus. haha
7. Auf welche Stadt auf der Tour freut ihr euch am meisten?
Um ehrlich zu sein freuen wir uns auf alle Sädte. Sowohl die in denen man alte Freunde wieder trifft als auch auf die Sädte in denen wir noch nie gespielt haben. Wir sind einfach über glücklich 10 Tage auf  Tour sein zu dürfen. Großen Dank an dieser Stelle auch an Max & Subkultura Booking die das möglich gemacht haben.
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8. Letzte Worte?
Wenn wir auf der März Tour in eurer Stadt halt machen kommt rum, wenn nicht kommt trotzdem!! Wir freuen uns und sind heiß!!
Baretta Love Springtour:
13.3.2015 D – Ansbach, 13eins
14.3.2015 A – Wiener Neustadt, Triebwerk
15.3.2015 A – Salzburg, SUB
16.3.2015 D – Saarbrücken, Synop
17.3.2015 D – Zweibrücken, Hobbitkeller
18.3.2015 D – Chemnitz, Subway to Peter
19.3.2015 D – Kassel, Unten
20.3.2015 D – Hamburg, Kraken Punkrockkneipe
21.3.2015 D – Essen, Freak SHOW
22.3.2015 D- Berlin, Cortina Bob
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Review: Mayak – Allegiance to None

Mayak - Allegiance To None - cover
Mayak aus Bielefeld haben mich schon 2013 live überzeugt. Damals mit meinen Alltime-Faves von Souls for Sale unterwegs, zeigten sie im JUZ Illingen wo der Teufel den Schnaps, äh, der Metal seine Aggression hernimmt. Thrashiger Death Metal beziehungsweise deathiger Thrash Metal lautete damals die Devise, so lautet sie auch noch heute. Denn Mayak haben nachgelegt. Nach einer kostenlos erhältlichen selbstbetitelten EP folgt nun Allegiance to None. Sieben Tracks, wahlweise auf 12”-LP, CD oder als Download erhältlich. Musikalisch konnte man sich noch ein gutes Stück steigern. Treibende Riffs, ein wahnsinnig guter Sänger und abwechslungsreiche Tracks. Dezente Anleihen an Hardcore Punk und Sludge runden einen rundum gelungenen Release ab.

Das Album ist über Bandcamp erhältlich.