Livealbum: Bayou Street Beat & Brass Band am 23. August 2015 bei Truetone Records

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Am 23. August wurde ich in die Hallen des kürzlich gegründeten Tonstudios Truetone Records in Saarbrücken eingeladen. Die großartige Bayou Street Beat & Brass Band nahm an diesem Abend dort ihr erstes Livealbum auf, das demnächst (O-Ton: “das dauert”) auf Bandcamp oder so veröffentlicht wird. Außerdem soll es ein YouTube-Video geben. Da die Band es ja sowieso gewohnt ist, live zu spielen (aktuelles Livereview von uns) sicherlich eine gute Wahl. Also flux ein paar Freunde eingeladen, Bier zum Spendenpreis bereitgestellt und für kühle Getränke gesorgt. das war auch dringend notwendig, da drin waren es gefühlte 40 Grad. Egal, so vorbereitet kann es losgehen. Eine stationäre Kamera sowie die beiden Sound- und Kameramänner des Tonstudios sorgten für das visuelle, mehrere Mikrofone sorgten für das auditive Vergnügen. Achtung! Wir sind jetzt ON AIR!

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Jo, nach einer kleinen Einführung in die technik und das, was man an diesem Abend so vor hat, Leute zum Tanzen zu animieren und so… gings dann auch ziemlich pünktlich um 8 Uhr los. Etwa 40 Leute drückten sich in dem doch recht kleinen, für Bands aber ansonsten sicherlich gemütlichen Aufnahmeraum, rum. Der Boden war mit Teppichen ausgelegt, was das ganze schon ziemlich gemütlich machte. Los gings mit drei eigenen Liedern: Keep Marching, der Kitchen Song und FFBBB. der rest waren New-Orleans-Standards, unter anderem von den Soul Rebels und der Young Blood Brass Band. Der Gesang kam meist durch das Megaphon, mal gesungen, gerappt und auch reiner Sprechgesang im Stile von Frage-Antwort-Spielen, wobei ab und an auch das Publikum gefragt war. Die einzelnen Musiker hatten auch ihre Solos. Insgesamt wurden 13 Lieder (inklusive Zugabe) in zwei 30-Minuten-Sets vorgetragen. Besonders schön: die alte Tone-Loc-Nummer I Got It Going On inklusive deutschem Rap sowie das Q&A-Spiel bei Kind of Latin Rhythm (im Original vom JuJu-Orchestra). Das alle Musiker routiniert ihre Instrumente beherrschten, muss man nicht extra erwähnen. Dass sie dabei aber auch noch Spielfreude versprühten, das schon. Bei der Zugabe wurde dann noch die Band vorgestellt. Nicht ganz vollständig, ein Perkussionist, wenn ich mich nicht irre, konnte leider nicht. Eine kleine Tanzstunde gabs auch noch, auch wenn sich nicht soooo viele Leute bewegten. Jedenfalls eine tolle Erfahrung und ein wirklich starker Auftritt. Bin mal gespannt, wie Video und Album werden.

Review: Kefka Palazzo – Wer du bist ist nicht genug

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Kefka Palazzo – Die Welt ist nicht genug (Digital – Midsummer Records – 2015 )

Sehr modern klingt das neue, von Kurt Ebelhäuser produzierte, Album von Kefka Palazzo. Musikalisch und lyrisch erinnert mich das ganze an die Hamburger Sixxxten. Zwar sind auf dem Album blos sechs Songs, diese knallen dafür sehr. Leider habe ich zuvor von der Band nichts gehört, hoffe jedoch diese in naher Zukunft mal live sehen zu können!

Konzertbericht: Baretta Love + Ben Friday am 18.8. in Saarbrücken

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Baretta Love scheint die neue Heimat in Saarbrücken gefunden zu haben. Die ersten Tage der Woche sind als Liveband immer am schwersten doch für die drei Berliner in Saarbrücken stets die schönsten.

Zuerst gab es eine kleine Akustiksession bei Classic Rock Radio. Auf Arbeit konnte ich leider nur einen Song hören, doch dieser steigerte die Vorfreude enorm!

Im Nilles eröffnete Ben Friday den Abend zusammen mit Frau Alex. Der Laden war von Beginn an gut gefüllt. Ok, keine Kunst in dieser Kneipe, jedoch ein sehr gutes Gefühlt für Musiker und Gast. Es wurden massig eigene Songs von Ben und Alex gespielt. Dazu gab es ein Cover was niemand kannte und “35 Jahre lang” von den toten Hosen. Musikalisch liegt Ben zwischen Social Distortion und Broilers. Gattin Alex durfte neben dem E-Bass auch noch den Kontrabass bedienen. Solide, gute Show!

Kurzer Linecheck und Baretta Love fangen an. Direkt mit vollem Elan, irgendwo zwischen 150 und 200%, sind die drei Jungs dabei. Man spielt die Klassiker vom ersten Album, Songs von der 7″ und auch vom (hoffentlich bald mal) kommenden Album. Die meisten Leute waren bereits im Frühjahr auf der Show im Synop, doch garantiert kommen einige Leute die am hiesigen Abend angefixt worden sind auch auf die nächste Show. Vielleicht im kleinen Klub?! Leider muss diese Show jedoch etwas warten, denn Drummer Chris geht für 6 Monate in die USA. Nennen wir als Fans es kalter Entzug, doch die nächste Spritze Rock n Roll knallt dafür sicherlich umso mehr!

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Review: Sidewalk Surfers – Braindead

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Sidewalk Surfers – Braindead (CD – 2015 – Sarre Side Music)

Die Sidewalk Surfers kommen irgendwo aus dem westlichen Teil des Saarlandes. Musikalisch wird melodischer, verspielter Punk geboten. Blink 182 sind da ganz klar die Vorbilder. Aufgenommen wurde das ganze in den Sarre Side Studios und die Jungs da haben es so richtig VERKACKT! Das ganze hört sich an als würde es auf nem 30€ Kasettenspieler abgespielt werden. Definitiv falsche Studiowahl oder der Produzent hatte nen Hörsturz. Vielleicht auch beides.

Wie gesagt, musikalisch so Ecke Blink 182. Der eigene Charme fehlt. Alles schonmal gehört.

Das ganze kommt als Digipack und ohne Booklet. Bei ner EP kein Must-have, wenn auch sehr cool. Bei nem Album hingegen unverzichtbar!

Review: Hexa – Hände aus Glas

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Hexa – Hände aus Glas EP (CD – 2015)

Metalcore ist das was vor 10 Jahren Emo war. Die Hälfte der Rockmusikinteressierten feierts ab, die andere Hälfte verabscheut es.

Eben diesen Metalcore spielen Hexa aus Bielefeld. Gesungen wird auf Deutsch, doch wie das in dem Genre ist versteht man leider nur einzelne Worte und keine Texte. Schön wäre ein Textblatt, Booklet oder ähnliches gewesen. Leider kommt die CD (wahrscheins aus Kostengründen) nur im Cardsleeve. Gemastert wurde das Stück bei der Tonmeisterei Oldenburg (hier haben u.a. auch Souls for Sale ihre Platte aufgenommen). Wirklich abwechslungsreich ist die Sache nicht. Handwerklich womöglich eine runde Sache, haut aber nicht um. Bei vier Songs kann man durchaus noch Monotonie vermeiden.

Konzertbericht: Tony Gorilla + the Earwix in Hamburg

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Am 1.8. haben im Hamburger Szeneclub Kraken die grossartigen Redaktionshelden von Tony Gorilla gespielt. Mit dabei waren auch the Earwix aus Mittelhessen. Glücklicherweise waren parallel die Welt Turbojugend Tage und sehr viele Turbonegrofans waren mit dabei.

Den Anfang machten the Earwix. Leider verpasste ich die ersten Minute da ich noch in einer Karaoke Bar obendrüber beschäftigt war. Selbstsicher spielten sie heute mit einem Gitarristen weniger, doch die fehlende Gitarre ist nicht aufgefallen und lautstark heizten die Jungs das Publikum ein. Sänger Benny Bronson hat liebevoll jeden einzigen Gast persönlich beleidigt. Der Hexenkessel kochte! Etwa eine halbe Stunde spielten die Vier eigene Songs welche sehr schnell textlich hängen bleiben. Zum Abschluss gab es dann eine eigene Version von Turbonegros “I got erection!”. Benny machen die eigenen Songs mehr Spass, das hat man gemerkt. Trotzdem eine Glanzleistung dieser Gig!

Danach Tony Gorilla. Teilweise leicht besoffen haben die Jungs es schwer das hohe Niveau (der übrigens noch besoffeneren) Earwix mitzuhalten. Tony Gorilla wären nicht Tony Gorilla wenn sie das nicht könnten. Wie schon das ganze Jahr legt man das neue Album in den Vordergrund. Auf Publikumswünsche (ja, genau, mein Wunsch) spielen die Jungs auch “Day in day out” vom “Season of the wolves” Album. Eine superfette Version von Turbonegros “Good Head” wurde vorgetragen.

Ein weltklasse Abend in einem der coolsten Clubs überhaupt!!

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Alle Bilder wurden von Mutti geschossen. Danke hierfür!

Review: Facelift – The Falling Trees

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Facelift – The Falling Trees (CD – 2015 – Pate Records)

Facelift kommen aus Graz. Das Trio hat bereits mehr als 1000 Shows hinter sich, u.a. auf dem Bizarre Festival, Nova Rock, Donauinselfest und bei einer Ski WM ware sie auch schon dabei. 1000 Shows ist ne gute Hausnummer, die Band hat sich jedoch auch schon in den 90ern gegründet. Neben Pate Records hat auch Universal mal eine der bisher fünf Platten mitveröffentlicht. Musikalisch bieten die Österreicher zehn Songs an die man wohl als Alternative Rock bezeichnet. Die Stimme von Sänger Clemens erinnert an die von Placebo, die von Andrea klingt sehr dünn. Die Musik bietet nichts neues. Alles schon tausend mal gehört. Sehr vorhersehbar! Stellenweise klingt das alles sehr dünn.

Review: Leonard Las Vegas – Jagmoor Cynewulf

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Leonard Las Vegas – Jagmoor Cynewulf (CD/Vinyl/Tape/Buch – 2015 – Blackjack Illuminist Records)

 

Ob sich Leonard Las Vegas als Band oder Kunstprojekt sieht weis ich nicht. Ich meine, welche Band veröffentlicht ihr Album als 18 Kapitel langes Buch? Ausserdem Steckt viel Herzblut in der Verpackung, denn diese ist jeweils handgemacht. Schon die Promo CD fällt auf. Meist kommt ein schlichtes Cardsleeve, mit Glück eine echte CD Hülle, manchmal auch nur eine lieblos gebrannte CD in Papierhülle. Hier wurde hochwertiges Fotopapier auf weisse Cardsleeve Kartons geklebt. Macht durchaus was her! Auch hat jede Variante ein anderes Cover!!

Musikalisch nicht ganz so meine Schublade. Shoegaze? Synthpop? Kann ich nicht zuordnen, was jedoch garnicht schlimm ist. Hat was von the Cure. Verträumte Lieder gibt es. Macht mich müde, aber wie gesagt, nicht so mein Sound!

Review: Bloodlights / Dieter Jackson Split

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Bloodlights / Dieter Jackson Split (7″ Vinyl – 2015 – JanML)

 

Lange hat man nichts von den Bloodlights aus Norwegen gehört. Zum Beginn hat die Band nonstop jeden Club bespielt. Ohne grosse bemühungen habe ich die Band immerhin etwa 15 mal in einem Jahr sehen dürfen!! Dann kamen diverse Besetzungswechsel und heute ist nurnoch Frontmann Captain Poon über, dieser ist jedoch auch nicht aus dem Rockgeschehen wegzudenken denn immerhin hat er mit Gluecifer zuvor ganz schön was an norwegischer Musikgeschichte mitgeschrieben. 2013 kam die noch aktuelle Platte “Stand Or Die” heraus. Seitdem (von ein paar wenigen Gigs abgesehen) Stille um die Band.

Jetzt aber mal zu den Songs: Der erste, “A little too much” ist ein brandneuer Song. Nicht ganz so hart wie die auf dem letzten Album, aber die klassische Bloodlights Gitarre ist nicht zu überhören. Könnte auch aus der “Simple Pleasures” Zeit stammen. Lässt schwer auf das neue Album freuen. Als 2ten Song gibt es eine Akustikversion des Songs “Shit For Gold”. Die laute Variante gab es auf “Stand Or Die”. Ungewohnter Sound, jedoch sehr solide! Hillibillyfans haben sicher eine enorme Freude dran!

 

Dieter Jackson kommen aus Kiel. Der Sound der vier Muschelschubser klingt sehr ähnlich dem der Bloodlights. Beide Songs flott, solide und klingen schwer nach Skadinavien, irgendwo zwischen the Hellacopters, Peepshows,… Leider aber ohne gewisse eigene Note was das ganze schnell langweilig werden lässt. Man hat es halt schon 1000 mal gehört. Stimmlich wirkt die Band auch noch als hätte sie sich noch nicht ganz gefunden. Jungs, spielt mal mehr live! Potential ist ja einiges da!

Sommerabendmusik: Bayou Street Beat & Brass Band am 30. Juli 2015

Bayou Street beat & Brass Band

Bayou Street Beat & Brass Band

Die Illinger Sommerabendmusik vor dem Restaurant L’Aubergine ist eine tolle Sache. Vor zwei Wochen habe ich die tollen Nika & Karambolage gesehen,gestern war die Bayou Street Beat & Brass Band dran. Ich habe ja gewisse Vorbehalte gegen Blasmusik und Rhythmus-Sektion, was wohl vor allem an deutscher Blasmusik liegt. Nun, der Name der Band deutet es schon an. Wesentlich beeinflusst ist die Band von den Marching Bands aus New Orleans. Hat auch den Vorteil, dass ich von dieser Musik keine Ahnung habe, aber im wesentlichen spielt man wohl rhythmusbetont und im Gehen. Bläser und Perkussion tragen die Musik. Funk, Jazz und Soul sind die Hauptelemente und man bedient sich einer Mischung aus südafrikanischen und amerikanischen Rhythmen. Die BSB&BB mischt auch noch dezente Hip-Hop-Einflüsse in die Musik und trägt ihre Songs durch ein Megaphon vor.  Neun Leute sind normalerweise in der Band. Das klappt natürlich nicht immer, so waren am Donnerstag sieben, überwiegend gelb gekleidete Herren dabei (wenn ich mich nicht verzählt habe). Heute wars natürlich ein bisschen anders, die Band bewegte sich nur je zweimal durch das Publikum, das am Anfang des Sets noch dinierte und später applaudierte. Wie bei der Sommerabendmusik üblich, gab es eine kleine Pause. Neben eigenen, politischen Stücken wurden auch diverse Klassiker des New-Orleans-Sound (so vermute ich mal) angestimmt. Die Band war hoch motiviert und hatte viel Spaß an ihrem Auftritt, das Publikum, das zahlreich erschienen war, dankte es ihr.

Heute (31.7)  soll die Band in Basel spielen und am Sonntag folgt ein Auftritt auf dem Nauwieser Fest. Die Band arbeitet derzeit an ihrem Debütalbum. Es lohnt sich ein Like zu hinterlassen (Facebook) oder ihre Homepage in Augenschein zu nehmen

Review: Drei Meter Feldweg – Sommer Sonne Bier (Eigenproduktion)

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3 Meter Feldweg spielen Deutschrock im Stil von Frei.Wild und Unantastbar. So, jetzt habe ich alles gemacht, was ich laut Promozettel nicht darf. Naja, finde sowas etwas albern, wer nicht mit “Grauzonenbands” genannt werden will, soll eben nicht so Mucke spielen. Und naja, ich wäre auch nie auf die Idee gekommen, die Band mit solchen Gruppen zu vergleichen. Fangen wir einfach das Review an, wie ich es angefangen hätte, wäre kein Promozettel dabei:

Wer heuer nach draußen guckt, wird bemerken, dass der Sommer und mit ihm gemeinhin auch die Urlaubszeit angefangen hat. Wir hatten schon die ersten Hitzerekorde, manche sprechen schon von einer sogenannten Hitzewelle. Das blieb wohl auch nicht den Punkrockern von Drei Meter Feldweg verborgen. Wohl mit der Absicht, den Soundtrack zum Sommer zu veröffentlichen, erschien bereits im August 2014 die EP Sommer, Sonne, Bier. Von dem metereologischen Phänomen wohl sehr angeran,, möchte die Band auch diesen Sommer darauf hinweisen, das Punkrock, Bier und Sommer irgendwie zusammen gehören. Die EP beinhaltet die beiden Sommer, Sonne, Sonnenschein-Songs Urlaub vom Urlaub sowie den Titeltrack. Daneben sind noch die beiden Lieder Sehnsucht und
Im Herbst
(der kommt ja bekanntlich nach dem Sommer) auf der EP im schnieken Pappkarton. Musikalisch spielt man ziemlich sauber produzierten Punk mit dezenten Ska-Einflüssen. Die ersten beiden Lieder erinnern etwas an die Frühphase der Ärzte (remember Sommer, Palmen, Sonnenschein und Zitroneneis?), nur etwas härter. Ganz nette Scheibe. Für n Fünfer auf der Website erhältlich (Link). Wer noch 8,50€ drauflegt, bekommt auch noch das Debütalbum Randale in der Badewanne.

Unten seht ihr das Video zum Titelsong:

Trial, By the Grace of God & Forget Today am 27. Juli 2015 im Kleinen Klub

Hardcore Monday im Kleinen Klub und ich war auch dabei. Als unsere kleine Reisegruppe ankam, waren wir tatsächlich die bisher einzigen zahlenden Gäste. Zum Glück füllte sich die Location dann doch noch langsam.

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Forget Today

Forget Today existieren erst seit Februar 2014. Allzuviele Liveauftritte haben sie bisher noch nicht hinter sich. Ihr vor kurzem veröffentlichtes Demo (hier) lässt noch etwas den Druck vermissen, aber live ballert der Midtempo-Hardcore des Fünfers ganz gut rein. Sie sollten noch etwas an ihrer Stage-Show arbeiten, aber rein musikalisch ein toller Opener. Preis für das beste T-Shirt des Abends geht an einen der beiden Gitarristen für das fantastische Smiths-Shirt (siehe Foto). Sieben Songs bot die Band dem Publikum und erntete dafür weit mehr als nur Achtungsapplaus. Freue mich schon auf die nächsten Shows!

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By the Grace of God

Anerkennung gab es zusätzlich von By the Grace of God, die die Band gleich am Anfang ihres Auftritts fett lobten. By the Grace of God waren/sind eine politische Hardcore-Punk-Band aus Louisville. Teile der Band waren früher/sind auch als Endpoint unterwegs. By the Grace of God exisitierten etwa von 1996 bis 2001 und veröffentlichten drei Tonträger, unter anderem über Victory records. Ist eigentlich toll, dass sich so viele Hardcore-Recken wiedervereinigen, um ihren ganz persönlichen Traum zu leben. Das hat den Vorteil, das Männeken wie ich auch mal die “alten Legenden” sehen dürfen, die sie Mitte der 1990er verpasst haben. By the Grace of God haben viel zu sagen und das tun sie auch. “Preaching to the converted” war außer bei Forget Today heute Abend angesagt. Dazu kann man stehen, wie man will. Ich finde schon, dass dies im Hardcore wichtig ist. Einen klaren Standpunkt beziehen, eine Trennlinie ziehen. Aber das Ganze artet natürlich auch schnell in Phrasendrescherei aus. Musikalisch walzen By the Grace of God alles nieder. Ihre turbulente Mischung aus Metal und Hardcore lässt keine Langeweile aufkommen. Interessant finde ich die Stimme des Sängers, der für mich wie eine Mischung aus frühem Dickinson (Maiden) und Belladonna (Anthrax) klingt und damit so ganz anders als im typischen 90er Victory-Records-Hardcore ist. Die Band präsentierte Songs aus allen Phasen ihrer etwa fünfjährigen Karriere. Sehr bewegungsfreudig, die Gruppe. Insbesondere der Sänger verstand es die Musik mit passenden Gesten zu untermalen.

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Trial

“A Sober Mind is a Powerful Weapon” steht auf dem T-Shirt des Trial-Sängers. man sieht, hier regiert der SXE. Die Ansagen werden noch ein bisschen länger, es wird zu Toleranz aufgerufen, aber auch klar gesagt, dass man sich nicht als Teil der Gesellschaft sieht, sondern als Außenseiter in einer selbst gewählten Nische. Trial sind wie BtGoG eine Mid-90iger-Hardcore-Band, die eine ganze Zeit aufgelöst war. Die Band stammt aus Seattle und veröffentlichte drei Studioalben, bevor sie eine längere Auszeit nahm. Geboten wurde 1990er New-School-Hardcore im typischen Victory-Gewand, vergleichbar mit Strife, wer die noch kennt. Auch diese Band war voller Energie und ging gut nach vorne Zum Glück überlegte es sich der Slam-Dancer nochmal und ließ den Windmühlenscheiß dann nach kurzer Zeit bleiben. Man sah durchwegs zufriedene Gäste, zum Teil wurde auch mitgesungen. Wie uns Sänger Greg Bennick mitteilte, ist es ja auch Wurst – äh Tofu – ob man die Words remembered. Hauptsache abgehen oder so. Naja, pogofreudig war das Publikum jetzt nicht so, aber durchaus bewegt.

Insgesamt ein runder Abend mit drei fantastischen und auch durchweg sympathischen Bands, mit denen man sicherlich gerne mal ein Bier – äh, eine Limo trinkt. Cool auch, dass die beiden Hauptbands “Good Night White Pride” supporten und auch je ein Benefiz-Shirt im Gepäck hatten. Auch Hardcore Help und One Hundred for Haiti werden unterstützt. Also nicht nur preaching, sondern auch doing.

Review: Millencolin – True Brew

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Millencolin – True Brew (CD/LP – 2015 – Epitaph/Indigo)

Eine der wohl wichtigsten und erfolgreichsten Punkbands Europas, Millencolin, haben nach 7 Jahren endlich wieder ein neues Studioalbum raus. Die Frage ob das Album mit Meilensteinen wie “Pennybridge Pioneers” oder “Home from Home” mithalten kann klärt schon der Opener “Egocentric Man”: Kann es! Gar würde ich so weit gehen und dies das beste Stück der Band nennen. Sehr frisch und schnell sind die neuen Songs der Schweden. Dreizehn Songs, kein Durchhänger, keine Schwachstelle; so könnte jede Platte sein! Mit absoluter Sicherheit eine der Überraschungen 2015!

Review: Good Riddance – Peace In Our Time

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Good Riddance – Peace In Our Time (CD/LLP – 2015 – Fat Wreck Chords/Edel)

Lange war es ruhig um die alten Herren des Melodycore Good Riddance. Ganze 9 Jahre ist es seit der letzten Release her und grundsolide wird abgeliefert. Der Fan wird sich über dieses flotte Scheibchen welches 14 Titel beherbergt. Beim hören fühlt man sich glatt 15 Jahre jünger. Geil, Good Riddance haben die Zeitmaschiene erfunden!

Review: Templeton Pek – New Horizons

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Templeton Pek – New Horizons (CD – 2015 – Hardline Entertainment/Membran/Sony)

In schlichtem Digipack ohne Texte veröffentlichen Templeton Pek ihr viertes Album “New Horizons”. Anstatt ein schönes Booklet mit Texten und eventuell ein paar Bildern beizupacken wird man hierfür lieblos auf die Homepage verwiesen. Als Fan würde mich das sowas von ankotzen!

Musikalisch liefert das Trio aus Birmingham einen Alternativerocksound ab wie er seit 10 Jahren schon nicht mehr gehört wird. Disco Ensemble meets Lost Prophets. Auf dem Album gibt es auch keine Überraschungen, alles sehr vorhersehbar. Mag sein dass mich das Album so kalt lässt weil es absolut nich mein Sound ist, aber Monotonie mag sicher auch der Fan nicht!

Review: Rogers – Nichts zu verlieren

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Rogers – Nichts zu verlieren (CD/LP – 2015 – People Like You/Universal)

Rogers; hab ich schon tausend mal von gehört aber nie wirklich Beachtung gefunden. Jetzt die CD in der Hand und denke mir nur “Cool, hörste die auch mal!”. Erstmal sehr attraktiv gestaltet ist das Layout. Hierfür ist Kai Özdemir verantwortlich (im Saarland vor allem als Videomacher für Pascows “im Raumanzug” und “diene der Party” bekannt). Super Job!!

Jetzt mal zur Musik! Oft wurde mir die Band als “die neuen toten Hosen” beschrieben. Zustimmen kann ich diesem leider nicht, auch wenn man die düsseldorfer Schule unschwer heraushören kann. Im gesamten spielt die Band soliden Punkrock, wenn auch etwas glatt produziert. Schöne Melodien legen die Gitarre hin. Macht Laune. Lyrisch manchmal sehr gut, manchmal auch ultra langweilig. In einer Zeit in der jeder Zweite sich als “anders als die Anderen” bezeichnet muss man nicht Texte wie “anders als ihr” singen, oder? Dann ist man ja schon wieder gleich wie alle anderen! An anderer Stelle vermittelt die Band meist Optimismus.

Im gesamten gute Platte, hat aber irgendwo im Durchschnitt ihren Platz gefunden.

Als Zugabe gibts zur CD noch einen Siebdruck-Patch.

Nika & Karambolage am 16. Juli 2015 in Illingen

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Illingen gilt im saarländischen Raum wol als sowas wie die heimliche Kulturhauptstadt. Eine namhafte Jazz-Szene, diverse Veranstaltungen in der Illipse, das schönste JUZ des Saarlandes… Die AG Nachtmusik organisiert in und um die Illipse nun insgesamt sieben Sommerkonzerte. Eins habe ich schon verpasst. Auf besondere Einladung der Band war ich am 16. Juli, einem der wohl heißesten Tage in diesem Sommer, zugegen. Das Konzert fand draußen auf einer kleinen Bühne vor dem Restaurant L‘Aubergine statt. So viel zum Rahmen…

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Nika & Karambolage

Die Band die mich einlud und die ich dem geneigten Leser sehr ans Herz legen will, ist ziemlich Iamhavoc-untypisch. Es handelt sich um Nika & Karambolage, die ich schon einmal im Rahmen der Großen Nachtmusik vorstellte. Ich persönlich mag den poppig-jazzigen Stil der jungen Formation, die soeben ihre erste Single über Amazon/iTunes/Spotify veröffentlicht hat. Ja, so geht Musikmarketing heute. Auch diese Single möchte ich euch ans Herz legen. 1,99 ist sicherlich nicht zuviel und ich weiß, ihr gebt auch für jeden Scheiß sonst Geld aus. Bier zum Beispiel… Das gabs beim Konzert auch… Gut, nun zum Wesentlichen.

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Nika

Nika & Karambolage ist noch eine sehr junge Band, so dass sie kein 90 Minuten-Programm stemmen konnten. Stattdessen gabs zwei Sets, die natürlich auch die beiden Singletracks Das ganze Bild und meinen persönlichen Favoriten Der Neue in der Stadt umfasste. Nicht ganz chronologisch jetzt, denn ich greife vor: Letzteres gabs auch zum Schluss und die Menge war sogar am Mitsingen. Nicht schlecht für so eine Band. Wer sich wundert, warum ich heute so viel springe im Text, ich versuche Nikas Ansagenstil zu imitieren, der mir ziemlich sympathisch erschien. Fast schon verschüchtert und immer wieder durch Gedankensprünge unterbrochen, erzählte sie zu vielen Liedern Hintergründe, Entstehungsgeschichte oder Intention des Stückes. Die Lieder selbst waren sehr ruhig und unspektakulär, und das in einem wirklich guten Sinne. Leicht naiv und getragen von einer bezaubernden Stimme. Wohl gemerkt, naiv und unspektakulär sind hier wirklich positive Attribute. Okay, ersetze unspektakulär vielleicht durch unaufgeregt. Schöne, ruhige, unaufgeregte Musik für warme Sommernächte eben, total passend für den Abend in wirklich sehr schöner Atmosphäre. Etwas aus der Reihe fiel das englische Stück GreenSoul Day (war es das?), das aber auch ganz nett war. Ein schönes Konzert. Der Band ist viel Glück zu wünschen. Check it out und so…

Review: Great Thiefes Escape – Get Dead / toyGuitar / the Uprising / Lost in Society Split

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Great Thiefes Escape – Get Dead / toyGuitar / the Uprising / Lost in Society Split (2015 – 7″ – Flix Records)

Eine Split mit gar vier Bands gibt es nicht allzu häufig. Hier schon! Zwar kommt das Stück erst mitte Oktober, doch wenn ich das schon heute rezessiere habt ihr länger Zeit euch darauf zu freuen, right?!

Den Anfang machen Get Dead. Sehr eingängig dieser Song. Simpele “Wohoo”‘s und eine rauchige Stimme sind ein einfaches Rezept welches fast immer schmeckt. Auch in diesem Fall ist das so. Weit melodiöser sind hingegen the Uprising. An den Berlinern kommt man aktuell kaum vorbei. Hatten einige Mitglieder zuvor bei Far From Finished und Frontkick ihre Freizeit geopfert wird die Banderfahrung sinnvoll hier eingesetzt und die Stärken zusammen genutzt. Macht sehr viel Spass dieser Song!

Achgott, Seite A schon um. Diese verdammten Singles… Toy Guitar erinnern mich etwas an die schwäbischen Stereo Satanics (kennt die eigentlich irgendwer?). Schöner Garagensound, flach produziert aber voll passend. Und zum guten Schluss Lost in Society aus New Jersey. Wieder sehr rotzig und melodiös. Hat was von the Creetins aus Kiel, aber die sind wahrscheins auch lange beim Leser vergessen.

Schöne Single, am besten schonma vorbestellen hier: http://truetrash.com/shop

Review: Milenrama – Importencia Inducida

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Milenrama – Importencia Inducida (CD/LP – 2013 – Rilrec/Sabrna Social)

Die Platte wurde mir schon vor einiger Zeit versprochen doch anscheinend hatte die Post diese verschlampt. Oder mein Postbote hat lange Finger bekommen? Kann auch sein, bei dieser LP auch nachvollziehbar!

Milenrama kommen aus dem nördlichen Spanien. Sehr schöner, schneller Punkrock wird geboten. Auch wenn die Tracklist vermuten lässt dass ein Song auf deutsch gesungen wird ( Ja Watt Den) schreien sich die Jungs in ihrer Muttersprache die Seele aus dem Leib. Viele Melodien, keine Langeweile, keine Durchhänger. Super Platte! Kommt das ganze noch auf grünem Vinyl daher und im aufklappbaren Textblatt werden die Texte ins englische übersetzt. Schöne Sache! Gerne mehr davon!!

Review: Das Homestory Magazin (Hörbuch) – Audiolith Records

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Liegt mir auch schon etwas länger vor, aber bisher konnte ich mich noch nicht überwinden, das Review zu schreiben. Wer weiter liest, wird verstehen warum. Zu Beginn sollte vielleicht die Selbstdarstellung der Macher stehen:

Seit nunmehr zwei Jahren reisen wir durch die Bundesrepublik, um uns mit verschiedenen Männern mittleren Alters zu treffen. Alle diese Männer sind mehr oder weniger prominent (manche mehr, manche weniger) und die meisten davon spielen in Bands, deren Musik uns seit Jahren begleitet. Gerade deswegen waren diese Besuche wunderbare Erlebnisse. Oftmals waren wir aufgeregt und in Sorge, man könne uns schlecht behandeln oder gar schlagen. Aber jede Sorge war unbegründet. Alle waren so nett, wie wir es uns gewünscht haben. Und überhaupt niemand war ein Arschloch. Mittlerweile verbindet uns zu fast allen eine mehr als nur herzliche Beziehung, die weit über bloße Szenekooperation oder Sex hinausgeht.

Viele Stunden und Kilometer verbrachten wir in Autos und Zügen, an Bahnhöfen und Tankstellen. Auf Konzerten und in fremden Wohnungen, in Proberäumen und Gastronomiebetrieben. Lange Nächte saßen wir vorm Computer, dachten uns Fragen aus oder hackten die Homestories rein. Zusammenfassend lässt sich nur sagen: Es hat sich gelohnt.

Wir wünschen Euch viel Vergnügen,
Euer Reporterteam

Der Leser ahnt es schon. Es handelt sich um fiktive Interviews mit Szenekoryphäen. Das Konzept ging auf. Das Magazin wurde mit dem Rocco Clein Preis für Musikjournalismus ausgezeichnet (mit dem ehemaligen, vor kurzem verstorbenen Birth-Control-Gitarristen Rolf Klein hat das nichts zu tun). Ehrlich gesagt konnte ich den Hype um das Magazin nicht verstehen, habe aber das Audiolith-Hörbuch dennoch mal angefordert. Die Stimmen werden dabei sämtliche von Roland und Ferdinand, den beiden Initiatoren des Magazins gesprochen. Ich gebe auch zu, das ein oder andere Mal habe ich schon geschmunzelt und sogar zweimal gelacht, aber ehrlich gesagt fehlt mir da einfach der Sinn. Die fiktiven Geschichten haben eigentlich nix mit dem Menschen dahinter zu tun. Da wird Tobias Scheiße (Hammerhead) zu einem grenzdebilen Schlägertypen und Dirk von Tocotronic zu einem armseligen Kifferidioten. Bezug zu den jeweiligen Bands wird gar nicht erst versucht. Eigentlich kann man Southpark zitieren:

Alle Figuren und Ereignisse in diesem Hörbuch – besonders die, die sich auf lebende Personen beziehen – sind gänzlich frei erfunden. Die Stimmen der Gaststars sind nur imitiert – und zwar schlecht. Das Hörbuch enthält viele schlimme Wörter und aufgrund ihres Inhalts sollte es von niemandem angehört werden.

Sicher, das ein oder andere Interview ist ganz nett gemacht. Eine Autofahrt wurde ich auch ganz gut unterhalten und wer das Magazin feiert, wird sicherlich auch vom Hörbuch überzeugt sein. Ich bin es leider nicht.

Interviewt werden:

  • Turbostaat
  • Claus Lüer (Chefdenker)
  • Andy Kulosa (Impact Records)
  • Nebula Fünf Enterprises Int
  • Stefano Stiletti (Pankerknacker)
  • Nagel (Muff Potter)
  • Bert & Frank (Supernichts)
  • Pascow
  • Carsten Friedrichs (Superpunk)
  • Tobias Scheiße (Hammerhead)
  • Dirk von Lowtzow (Tocotronic)

Link: Das Homestory Magazin